Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Denn irgendwas is' immer ....
[über den Umgang mit Katzen & Vermietern - und andere wichtige Dinge im Leben einer Frau]
Eine Affäre, so weiß unser aller Duden, kann eine unangenehme Angelegenheit sein, ein peinlicher Fall, Vorfall oder Zwischenfall, ebenso wie eine Liebschaft, ein Verhältnis – oder auch einfach nur ein Sache.
Die Wikipedia wittert gleich überall negative Schlagzeilen: „Der Begriff Affäre bezeichnet einen Skandal in Politik, Wirtschaft oder Medien, ein sexuelles Liebesabenteuer, das oft gleichzeitig mit einer bestehenden Partnerschaft stattfindet, oder eine unangenehme, dunkle, peinliche oder skandalöse Angelegenheit.“
Internationale Geschäftsaffären
Eine Affaire ist Sache, Angelegenheit, Geschäft – so nüchtern sieht es mein Französisch-Wörterbuch.
Meine persönlichen Affären sind ganz allein meine Angelegenheit, und meine Sachen gehen niemanden sonst etwas an.
Besitze ich meine Affären über die nationale Landesgrenze hinweg, so handelt es sich um inter-nationale Affären.
Zum Beispiel:
Mein Urlaubsgepäck? Je nach Reiseziel eine nationale oder internationale Affäre.
Ein Brief, eine Postkarte, ein Päckchen? Je nach aktuellem Aufenthaltsort der AdressatInnen können auch die zu internationalen Affären werden.
Ja sogar ich selbst werde zur internationalen Affäre, sobald ich mich außerhalb Deutschlands aufhalte.
Im Gegensatz zu meinen Siebensachen, die allesamt nur Affären sind, kann ich selbst nicht nur Affäre sein, sondern auch welche haben.
Also:
Sobald ich ins Ausland reise, bin ich eine internationale Affäre. Mein Gepäck ebenso. Gleichzeitig habe ich aber auch welche, nämlich mindestens die Anzahl meiner Gepäckstücke.
Und jetzt wird es kompliziert! Ich kann nämlich auch mehr internationale Affären haben als meine Gepäckstücke an der Zahl sind, und dazu muss ich mich nicht einmal ins Ausland begeben.
Das ist immer dann der Fall, wenn ein weiterer Mensch an der Affäre teilnimmt.
Bin ich im Ausland und der andere Mensch dort ein Inländer, hat er eine internationale Affäre. Ich hingegen habe zusätzlich zur internationalen Affäre vermutlich einen Urlaubsflirt.
Bin ich im Ausland und der andere Mensch kommt aus einem Drittland, dann haben wir beide eine internationale Affäre, noch dazu exterritorial.
Bin ich bei mir zu Hause und begegne einem Menschen von jenseits meines nationalen Horizonts, auch dann handelt es sich um eine internationale Affäre. Und zwar für beide.
Handelt es sich bei dem Ausländer zusätzlich um einen Whistleblower, der z. B. wie Edward Snowden überall Dinge herumerzählt, die für andere – z. B. für die Regierung der USA - sehr peinlich sind, dann führt das unter Umständen zu weiteren internationalen Affären von bislang unbekanntem Ausmaß.
Aber zurück zu mir. Ich hatte und ich war in meinem Leben schon mehrere internationale Affären. Sie waren mehr oder weniger amüsant. Skandalös waren wir selten. Manche waren sogar sexy, und wenn ich daran denke, habe ich bis heute ein genüsslich-verschmittstes Lächeln im Gesicht.
Das lag aber keinesfalls nur daran, dass diese zwischenmenschlichen Affären internationaler Natur waren oder in Drittländern stattfanden.
es ist januar. im tal hängt ein undurchsichtig grauer himmel, aus dem es nasses, gefrorenes zeugs auf die kalte erde schmeißt. seit wochen schon.
der job ist gekündigt, das konto leer, neue aufträge sind nicht absehbar.
„zuversicht“ heißt das zauberwort der stunde. ach, was sage ich?! des tags! der woche! des monats! des jahres! meines ganzen lebens gar!
die ersten tulpen 2013 - porzellanrosa geflammt
ohne zuversicht geht nichts. an tagen wie diesen, wenn alles grau in grau versinkt, wenn es nicht hell werden will, weder draußen noch in meinem herzen - dann ist ihr allerdings nur schwer beizukommen.
zuversicht, was ist das eigentlich?
„optimismus“, sagen die einen - „glauben an das gute“, sagen die anderen. es könnte aber auch ein gefühl sein. oder eine lebenseinstellung. ein flüchtiger gedanke oder eine charaktereigenschaft: „vertrauen in den eigenen weg“ - so würde ich es wohl selbst umschreiben. aber ist das nun ein knubbel im kopf? oder eher eine windung im darmhirn?
mag sein es ist - wie eine gute freundin es einmal formuliert hat: „die fähigkeit, positiv zu denken angesichts schwieriger lebensumstände“
ja, das trifft es wohl. aber was tun, wenn schon wieder etwas schief geht, das mit so viel erwartungsvoller energie gestartet wurde? was tun, wenn die kraft nicht ausreicht, um den widrigen lebensumständen die stirn zu bieten?
„man muss an so vielen fronten stark sein“ - sagte eine kollegin, als wir beim mittagessen in der verlags-kantine über die verschiedenen lebensaufgaben sprachen. und sie, die sonst immer alle herausfordernd anblitzt, senkte resigniert den blick.
"so viele fronten", sagte sie. nicht nur ein einzelner kampf, zu dem sie herausgefordert ist. für solche fälle gibt es das wort „zuversicht“ auch im plural. „zuversichten“ heißt es dann. so kann man für jede einzelne front eine eigene zuversicht haben, dass man den kampf gewinnt - oder zumindest locker und lebendig durchkommt.
wieviele zuversichten braucht der mensch? und wieviele hat er? werden sie uns in die wiege gelegt? kriegt jedeR gleich viel? sind unsere zuversichten irgendwann alle aufgebraucht? woher kriegen wir dann neue? basteln wir zuversichtlich welche selbst? werden zuversichten in fabriken hergestellt, und wir müssen sie dann kaufen? oder werden zuversichten gezüchtet und vermehrt, geerntet oder geschlachtet und auf dem wochenmarkt angeboten? kriegen wir sie vielleicht geschenkt? oder gilt „wenn weg, dann weg“ - wie bei besonders günstigen und nur begrenzt vorrätigen sonderangeboten? müssen wir gut auf sie aufpassen? etwa in den kühlschrank legen, damit sie länger halten? oder in einen blumentopf pflanzen, damit sie gut gedeihen?
wenn es zuversichten im plural gibt, sind die dann alle gleich? oder gibt es für jede lebenslage eine andere zuversicht, große und kleine, dicke und dünne, rote und gläserne und eckige und heiße? woher weiß ich, welche art von zuversicht für meine aktuelle lebenssituation die jeweils bestmögliche ist?
und falls ich die benötigte art von zuversicht gerade nicht vorrätig habe, woher kriege ich die dann? kann man sie überhaupt vorrätig haben? oder nimmt man lieber eine frische?
wenn das alles so kompliziert ist mit den zuversichten, wäre es dann nicht besser, gleich auf sie zu verzichten? ökologischer? nachhaltiger? wohin wird eigentlich eine nicht mehr benötigte bereits benutzte zuversicht entsorgt? kann eine qualitativ hochwertige zuversicht sich nach gebrauch in ihr gegenteil verkehren und irgendwo-irgendwann-irgendeinen schaden anrichten? brauchen wir ein produktmanagement und eine DIN-zertifizierung?
man ist ja lieber vorsichtig mit solch ungreifbaren begriffen ...
und doch … irgendwo höre ich es leise flüstern. ich verstehe jedes wort, auch wenn ich es nicht immer glauben kann. aber ich bin ganz sicher: die zunge meiner rheinländischen kindheit lügt nicht.
artikel 3 des kölschen grundgesetzes lautet: „et hät noch emmer joot jejange“
(es ist bisher noch immer gut gegangen)
und das ist für mich der inbegriff aller zuversicht - ganz egal, ob in der luxus- oder in der alltagsversion!
sehr geehrter herr BILD,
was denken Sie eigentlich, wer Sie sind?! an meinen netten kleinen aufkleber „hier nix einwerfen, was keine echte post ist“ halten sich schon seit jahren sowohl das sübadische wochenblatt als auch die hiesige monopolsonntagspresse.
trotz aufkleber im briefkasten: kostenlose geburtstags-bild
Sie hingegen erdreisten sich, mir den postkasten vollzuscheißen mit einem von Ihnen so genannten „druckerzeugnis“, das weder das minderqualitative papier, auf dem es gedruckt wurde, noch die verflixt nochmal finger- und klamottenfärbende billigdruckerfarbe, mit der es mehr beschmiert denn gezeugt wurde, wert ist – geschweige denn den riesigen logistischen aufwand und die ungeliebte mehrarbeit für zigtausende unschuldige postzustellerInnen ausgerechnet an einem sonnigen mittsommersamstag?!
pfui!
da ich ja schon ahnte, dass die BILDmacher genausowenig lesen wie schreiben können, hatte ich in der nacht zum 23. juni extra noch zu meinem normalen ichwillkeinewerbung-alltagsaufkleber einen zweiten dazu geklebt. bunt, mit fetten buchstaben und dicken balken – in der hoffnung, dass Sie dann gleich wissen, wer bzw. was damit gemeint ist: „ich will am 23. juni 2012 keine kostenlose BILD“.
wie respektlos von Ihnen, meine nette kleine dorfpostbotin mißbräuchlich dahingehend anzuweisen, solcherlei konkrete ansagen diskret zu übergehen und mein leben nichtsdestotrotz mit Ihrem abfallprodukt zu penetrieren.
sehr geehrter herr BILD, ich bin indigniert!
das ist kein feiner stil, den sie da gezeigt haben. was ja aber nichts neues ist und sicher auch beabsichtigt war.
wo ich nun aber ihr druck-erzeugnis, das für jeden drucker ein schlechtes zeugnis wäre, unfreiwillig im hause habe, habe ich mir die mühe gemacht, die sterilen anti-infektions-einweghandschuhe überzustreifen und mal kurz mit spitzen fingerspitzen nachzusehen, wer sich da so alles in ihrer geburtstagsausgabe beschreiben und bewerben und sogar interviewen ließ.
die werde ich natürlich in zukunft alle boykottieren (wenn ich es bisher nicht sowieso schon tat) – und nein! ich werde hier jetzt nicht alle einzeln aufzählen (sind aber zu finden auf den nachdenkseiten), um nicht noch mehr werbung zu machen. schlimm genug, dass ich mich vor lauter ärger hier zeilenweise mit Ihnen beschäftige, herrBILDnochmal! denn auch schlechte publicity ist immerhin publicity, dass wissen wir beide so klar wie dicke zaubertinte, gell?!
wieviel haben Sie denn dafür gezahlt? kaum vorstellbar, dass til schweiger so dermaßen platt war, sich für umme auf einem heile-welt-trotz-trennung-familien-foto herzugeben. schade schade, auf den schweiger-hamburg-tatort hatte ich mich nämlich gefreut. zu früh, wie sich nun herausstellt. dabei ist der junge mann doch in freiburg geboren, was bekanntlich ganz in meiner nähe ist, zeitweilig. da fühlte ich mich immer ein bißchen schweiger-sympathisante. passé, BILDseidank!
so. latex wieder abgestreift, streifenzeitung im sondermüll entsorgt. die war so schäbig, dass ich noch nicht einmal die küchenabfälle darin einwickeln wollte. dafür waren mir meine spargelschalen echt zu schade.
herr BILD, wenn Sie denn jetzt mit 60 bitte recht bald in rente gingen, dann hätten Sie vielleicht auch etwas zeit, doch noch richtig schreiben und lesen zu lernen auf Ihre alten tage. aber fragen Sie bloß nicht mich, ob ich's Ihnen beibringe! ich bin autistin und eigne mich nicht als retterin für verlogene alte papierfetzen.
in realistischer erwartung keiner BILDverbesserung
niemals die Ihre
mo jour
natürlich bin ich längst wieder im alltag angekommen, aber ich gestehe: meine italienreise war ungewöhnlich nachhaltig. auch mehr als einen monat danach trage ich diverse „italienische momente“ noch sehr in meinem herzen.
sogar in diversen synaptischen spalten hüpft es immer wieder auf und ab und singt: „mare mare – ma che voglio di arrivare!“
zum ersten mal in meinem leben hatte ich diese wunderbaren italienischen fensterläden vor den verandatüren. zwei wochen lang, in dunkelgrün: die sorte, bei der man in geschlossenem zustand von innen noch eine art halbfenster nach außen halb hochklappen kann. einen spaltbreit nur. so dass auf keinen fall sonne hereinscheint – die öffnung aber groß genug ist, um hinauszulünkern und nachzusehen, wer da unten so ein palaver macht.
die habe ich sehr geliebt, das macht so sanfte aussichten. die welt da draußen in querscheiben geschnitten, das licht leicht gefiltert und auch lärm milde gedämpft – non me ne frega. die hätte ich hier gerne auch ….
dann wäre der quetschenquälende vermieter nicht ganz so laut, das spießige ambiente im haus nicht ganz so krass ….
heute abend hatte ich den sommerlichen 'dorfhock' in der nachbarschaft schräg gegenüber. alle waren da: blechblasendes rumtata mit polka-rhythmischem synthesizer und weinseliges herrengrölen bei 30 grad. hachz. es muss sehr schön sein, wenn man so etwas schön findet. da könnte man sich so richtig hineinfallen lassen und im übertragenen sinne hineinkuscheln in so viel dörfliche geborgenheit. leider finde ich mich nicht darin wieder: das ist mir nicht italienisch genug.
statt dessen sitze ich allein auf dem nächtlichen balkon, unten zirpen die grillen und klappen die dörfler ihre letzten bierzeltgarnituren zusammen. Ginivra, die katze, kümmert sich hingebungsvoll um motten, käfer und anderes sommernachtsgetier.
ich schreibe im nachtflug, das mag ich sehr. das dorf ist jetzt still, kaum noch irgendwo licht. der ruf eines käuzchens über dem tal, weit hinten im wald. jetzt fehlen nur ein paar glühwürmchen im kartoffelstrauch - die idylle wäre perfekt.
sie ist es nicht: der nachtbus dröhnt unten vorbei. auch ich muss morgen wieder früh raus. ich sitze einfach noch ein weilchen hier und habe es schön, still und warm.
fast mittsommer. schwüle nächte. nichts ist so öde wie ein sommer allein. schon wieder einer. aber es ist wie es ist. ich versuche, es trotzdem zu genießen – und ich genieße es.
so seltsam das vielleicht klingt: ich schwitze gern. zu den schönsten momenten meines lebens gehören die kurzen zeiten des jahres, in denen nicht ein kubikmillimeterchen meines körpers friert. wenn alles gut durchwärmt ist und entspannt. wenn ich keine kleidung brauche, um mich zu wärmen, sondern nur, um mich vor der sonne (und vor neugierigen blicken) zu schützen. am liebsten trage ich dann lange, leichte röcke. einen sarong. mit nichts drunter (das weiß nur ich!). ein lockeres top dazu. gerne aus leinen, seide, fließend und weich. mein sommerluxus, mit einem hauch schüchterner hemmungslosigkeit.
ein bißchen träge lasse ich die schönsten sommernächte meines lebens revue passieren. in allen erinnerungen spielt das meer eine rolle, in manchen auch eine hängematte. und ich stelle fest:
was den dörflern ihr hock, ist mir das meer: ziemlich unverzichtbar. leider ist es von hier aus ziemlich weit weg. meine phantasie schlägt kapriolen und flutet mal eben den rheingraben. das wäre dann so eine art fjord bis in die niederlande. ähem. die müssten wir nur kurzfristig auf stelzen legen. ich will ja niemanden ertränken. der berg gegenüber wäre insel, und in freiburg säßen wir am dreisam-hafen.
sehr schön. das werde ich über nacht mal ein bißchen ausbauen.... schöne träume euch allen – und einen heiteren sommer voller schmetterlinge wo auch immer!
ganz neu von der CeBIT 2012
exklusiv im büro für besondere maßnahmen:
sonnenschirm "sun on screen"
das display mit UV-strahlung!
damit nerds und nerdas, geeks, geek girls und geekessen nicht mehr so entsetzlich blass sind, weil sie immer nur im dunklen keller vor dem bildschirm ihrer rechner hocken. jetzt können auch 24/7-computerfreaks so aussehen, als ob sie am realen leben in 3D teilhätten:
unser einzigartiger sunscreen i-Sun (wahlweise auch in der günstigen aldi-version MEDI-sun) zaubert eine sportliche bräune in jedes gamerface!
erhältlich als homescreen für den stationären monitor oder mobil für notebook und netbook.
technische details:
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UVA, UVB oder UV-breitband wahlweise zuschaltbar
ionisierend und hautfreundlich transmittiert
für empfindlichen teint geeignet
quecksilberfrei
demnächst auch erhältlich für kleinere screens wie kindle, notepad und smartphones
preis auf anfrage
nachtrag am 2. april 2012:
bevor jetzt noch weitere irritierte anfragen kommen, ob ich wohl das fach gewechselt habe und in zukunft nur noch so hochkompliziertes technikzeugs schreiben will:
april april!
auch in diesem jahr hatte das büro für besondere maßnahmen im außenbereich wieder mehrere wespennester.
die letzte wespe 2011
im laufe der jahre habe ich mich daran gewöhnt, die wohnung nicht nur mit der katze, sondern auch mit allerlei anderen - nicht persönlich von mir eingeladenen - lebewesen zu teilen. schließlich bin ich hier auf dem lande.
was die wespen angeht, so kann ich inzwischen mehrere arten auf den ersten blick unterscheiden.
die feldwespen installieren ihre papierleichten kugelnester gerne unter der schrägen abdeckung meiner dachfenster. das erlaube ich ihnen bei den fenstern, die ich nur selten öffne: das zweite badezimmerfenster zum beispiel und das oberlicht im treppenhaus.
für alle anderen dachfenster habe ich einen rigiden wespennester-baustopp verhängt, den ich bei beginn der nest-bautätigkeiten im frühjahr persönlich aufs strengste überwache: schließlich will ich das büro für besondere maßnahmen lüften können, ohne von wespen gestochen zu werden.
jeder noch so kleinste ansatz von nestneubau wird daher sofort wieder entfernt, bis die wespen aufgeben. das ist ein heiterer wettkampf, der sich über wochen hinzieht: ich muss täglich alle fenster kontrollieren!
neu in diesem jahr war eine kolonie von wespen, die es sich außen am kühleren nordbalkon hinter der verkleidung des rolladenkastens gemütlich gemacht hatte. es waren hunderte! mit dem ergebnis, dass ich dort den sommer nicht ein einziges mal gewagt habe, das fenster von außen zu putzen.
wegen des langen sommers und des milden herbstes hier im markgräflerland hatten die balkonwespen ihr nest sehr lange in betrieb. als es kühler wurde, kamen sie zu dutzenden in die wohnung, klüngelten schläfrig und fast unbeweglich grüppchenweise in irgendwelchen ecken und lagen schließlich tot auf dem teppich. hunderte.
gestern beim staubsaugen fand ich die - hoffentlich! - letzte wespenleiche.
meine wespen sind zum glück ziemlich friedlich – zumindest mir gegenüber. gestochen hat mich dieses jahr nur eine. es war irgendwann anfang oktober, alle schon müde. ich saß bei offener balkontüre am schreibtisch, sie konnte kaum noch fliegen, krabbelte desorientiert auf dem teppich herum, mir über den nackten fuß und hinauf unter das hosenbein. ich bewegte mich, ZACK!
der stich vorne auf dem rist in knöchelhöhe hatte es in sich. ich entwickelte eine allergische reaktion. der ganze fuß schwoll so dick an, dass ich nicht mehr in die schuhe passte. nur noch in flipflops. der ganze fuß tat weh. heftiges brennen und jucken sowieso. die stichstelle wurde rot und innen hart. der knöchel war kaum zu bewegen.
inzwischen ist alles wieder gut. der fuß geheilt, das große wespennest verlassen.
fürs kommende jahr muss ich mir etwas neues überlegen. nicht auszudenken, wenn die nächste wespe näher am herzen sticht oder gar im gesicht. wenn ich auch da allergisch reagiere, ist damit nicht zu spaßen.
der hiesige wespenbeauftragte sagte zwar, dass die wespen nicht zurückkommen würden, weil sie nicht zweimal am selben ort ein nest bauen. ich bin jedoch nicht sicher, ob die balkonwespen das auch wissen und sich an die meinung des wespenexperten halten werden.
die feldwespen kommen schließlich auch jedes jahr zurück an „ihre“ dachfenster.
offiziell bin ich hier in einer gegend mit absolut guter reiner frischer luft, meistens vom meer her. die klinik ist bekannt für ihre lungenheilabteilung mit bester sauerstoff-therapie.
heiligendamm: seebrücke und grandhotel
seit gestern stinkt es allüberall nach frischer gülle, im ort und um den ort herum: im klinikgarten, in der klinik selbst und auch in meinem zimmer. es stinkt nach frischer gülle im kurwald und auf der kurwiese und auf der strandpromenade und trotz stürmischen winds stinkt die brühe von den feldern ringsum sogar bis auf die seebrücke hinaus.
der geruch will mir gar nicht mehr aus der nase. das ist echt eklig. ich bitte um eine große portion mitleid. für mich. aber auch und vor allem für die gäste des grandhotels, die trotz eines preises ab 300 euro für ein zimmer mit seeblick diesen duft der großen weiten welt nicht einfach abschalten können.
offiziell bin ich hier in einer gegend mit absolut guter reiner frischer luft, meistens vom meer her. die klinik ist bekannt für ihre atemwegserkrankungs-heilabteilung mit bester meeres-aerosoltherapie.
sonnenuntergang: ostsee (august 2010)
das gesunde meeres-aerosol ist voll mit feinem salz, jod und magnesium und noch viel mehr so konstruktivem zeugs. deswegen plitsche ich am liebsten mit nackten füßen an der wasserkante längs. atme tief ein und wieder aus. gerne stundenlang. immer auf und ab. dazu war bislang leider noch keine zeit. aber ich bin ja auch erst seit drei wochen hier.
selbst wenn es mal nur eine knappe halbe stunde ist kurz vorm dunkelwerden, tut das wasserkantenplitschen der lunge und meiner seele doch gut. auch optisch ist es abends am meer besonders reizvoll.
nun gibt es aber ein phänomen, das wundert mich wirklich und zwar schon seit fast zwei jahrzehnten: jedes mal, wenn ich an der ost-ostsee bin oder sonstewo in der ex-ostzone, riecht es - auch an der sogenannten „frischen luft“ - streng nach altem pommesfett. das finde ich nicht appetitlich.
die bratfettbuden scheinen strategisch verteilt, gerne auch mal bis an den strand runter. es gibt vorn an der strandpromenade ein eiscafé. wenn ich da direkt davor stehe, duftet es nicht etwa einladend nach kaffee oder schlagsahne. nein! der gestank von längst überfälligem frittürenbad macht mir brechreizklima.
ich bitte um entschuldigung dafür, dass ich jetzt überhaupt nicht politisch korrekt bin – aber ich weiß nicht, wie ich meine erfahrungen anders in worte fassen könnte: „bei uns“ - also in besserwessiland – kenne ich das so extrem und in dieser häufigkeit nicht, dass das heiße fett auch außerhalb der küche zu riechen ist.
seit zwanzig jahren frage ich mich: wie kommt's? und: könnte man das nicht irgendwie abstellen? mögen 'die' das? seid „ihr ostdeutschen“ olfaktorisch so .... unempfindlich? .... abgehärtet?
derjenigen, die mir diese frage hinreichend sinnstiftend, fundamental wissenschaftlich und bitteschön auch politisch mindestens teilweise korrekt beantworten kann, spendier ich auf wunsch gerne eine goldene maßnahme. oder auch ne portion pommes rotweiß.
von den sonnenstrahlenkindern habe ich euch ja schon berichtet. aber hier in den weinbergen passieren noch ganz andere dinge: zur zeit habe ich etwas stress mit der blauen glockenelfe im blauglockenbaum vor dem südbalkon.
blauglockenbaum (paulownia tomentosa)
dabei ist das ein großes glück, dass die überhaupt da ist. denn blaue glockenelfen sind in unseren breitengraden noch seltener als die ohnehin schon rare chinesische pawlonia, von dem ein großes exemplar im garten der vermieter steht.
der blauglockenblumenbaum, der so heißt wegen der großen blauen blütenstände im mai, wächst hier wie ein wunder. aus den schönen blauen blüten werden im sommer saftige grüne blauglockenbaumnüsse, die dann im herbst an den zweigen trocknen und braun werden.
diese nüsse sind groß wie murmeln, innen fast hohl, und sie raschelklappern im wind. für diese verwandlung braucht der blauglockenbaum enorm viel kraft und wärme. beides kommt hier in den weinbergen von der sonne, aber auch aus dem vulkangesteinsboden. davon profitiert der blauglockenbaum. und auch die kleine blaue glockenelfe.
blaue glockenelfen sind nämlich noch verfrorener als blauglockenbäume. unsere hier ist aus versehen mit dem samenkorn des baumes aus südchina herübergekommen.
ihr sagt, das geht nicht, dass die blaue glockenelfe im samenkorn des blauglockenbaumes herübergekommen ist! ja wie denn sonst?!die blaue glockenelfe ist doch ganz ganz klitzeklein, nur wie ein streichholz so groß. und alle welt weiß, dass die blauen glockenelfen nachts am liebsten und immer in den samen-nüsschen des blauglockenbaumes schlafen, weil sie da so sanft hin und her geschaukelt werden.
unsere blaue glockenelfe, die war schon in ihrer heimat dafür bekannt, dass sie besonders gern und besonders viel in diesen schönen nussbettchen geschlafen hat. am liebsten jeden tag in einem anderen, wenn noch genügend da waren.
als die blauglockenbaumsamen zum versand verpackt wurden, hat die blaue glockenelfe das einfach verschlafen. der chinesische gärtner hatte keine ahnung, dass er da quasi einen blinden passagier geerntet hat. er wußte noch nicht einmal, dass es blaue glockenelfen überhaupt gibt.da kann man mal wieder sehen, dass die menschen in china auch nicht viel klüger sind als wir hier.
tja. da war die blaue glockenelfe ganz allein. weil sie sich alleine etwas fürchtete, ist sie einfach in der nussschale liegen geblieben. sie ist auch geblieben, als aus dem blauglockenbaumsamenkorn erst ein kleines blauglockenbäumchen wurde, das man samt elfe in die weinberge verpflanzte. und jetzt, wo aus dem kleinen blauglockenbäumchen ein großer starker blauglockenbaum geworden ist, da bleibt sie natürlich erst recht. denn blauglockenbaumnüsse gibt es nur am blauglockenbaum. und wo sollte sie sonst schlafen?
weil die blaue glockenelfe hier ganz allein ist wie eine mutterseele ohne ihre gewohnte zahlreiche verwandtschaft und weil sie immer ein bißchen friert in ihrem blauen glockenkleidchen, ist sie – besonders in diesem jahr, wo der winter so lang war - oft ein bißchen zickig vor lauter heimweh. im grunde aber ist sie genau so schön und gut und wunderbar wie ihr wohnbaum.
es war natürlich eine riesige umstellung vom fernen china hierher nach germany südwest. aber blauglockenbaum bleibt blauglockenbaum, und das ist die hauptsache! so lange sie so lange sie will in ihren nüsschen schlafen kann, geht es der blauen glockenelfe gut und alles andere ist ihr piepegal. außer wenn sie geweckt wird. das kann sie schon mal gar nicht leiden!
nun ist es ja aber so, dass es da noch den dorfspecht gibt. der hat eine rote mütze auf dem kopf und kommt jeden morgen, um sein frühstück aus dem blauglockenbaum herauszuklopfen. meistens bringt er noch seinen kumpel mit. der kumpelspecht hat auch eine rote mütze auf dem kopf. dann klopfen sie zu zweit. so sind sie, die männer: jede menge lärm schon vor dem frühstück!
die blaue glockenelfe kann bei dem lärm natürlich nicht weiter schlafen und wird wach von dem ganzen spechtsgeklopfe. dann ist sie sauer. aber wie! sie ist immer ganz indigniert, wenn sie schon vor dem wachwerden aufstehen muss!
ganz empört krabbelt sie dann aus ihrer schlafnuss und guckt sich kurz an, wer da so früh schon so laut klopft. sie nimmt die nuss, in der sie bis gerade eben noch geschlafen hat und schmeißt sie nach dem specht. oder nach dem kumpelspecht.
für uns menschen wäre das natürlich unvorstellbar, jeden morgen mit dem eigenen bett nach dem wecker zu schmeißen oder sonstewem. das ist aber nur deswegen so, weil in jeder wohnung für jeden menschen immer nur ein bett steht. wenn man das morgens wegschmeißt, hätte man ja für die nächste nacht keines mehr.
bei den blauen glockenelfen ist das anders. denn sie leben ja nicht in wohnungen, sondern immer nur auf blauglockenbäumen. auf jedem blauglockenbaum gibt es unzählige blauglockenbaumsamennüsse. immer. die fallen nämlich im winter nicht ab wie die blätter, sondern sie bleiben hängen. damit die blauen glockenelfen auch im sommer und sowieso immer darin schlafen können.
ganz egal zu welcher tages- oder jahreszeit: wenn eine blaue glockenelfe müde wird, dann legt sie sich zum poofen direkt in die nächste nuss. so einfach kann das leben sein!
schlafnüsse gibt es für die blaue glockenelfe also immer genug. deswegen kann sie es sich auch leisten, ihre verschlafene nuss morgens gleich nach dem aufstehen mit karacho durch die gegend zu pfeffern.
den beiden spechten macht das übrigens gar nichts, denn sie haben ja rote mützen auf dem kopf. selbst wenn sie von so einer blauglockenbaumnuss mal getroffen werden sollten: die roten mützen schützen sie vor dem gröbsten.
um ehrlich zu sein: die kleine blaue glockenelfe ist immer noch ziemlich nachtblind, wenn sie so wachgeklopft ihr gutenachtnüsschen durch die gegend schmeißt. deswegen hat sie auch den specht oder seinen kumpel noch nie getroffen.
leider passiert es immer öfter, dass ihre nuss aus versehen auf meinem balkon landet. wenn ich zufällig gerade die blumen gieße, muss ich mich schnell ducken. sonst landet die blauglockenbaumnuss an meinem kopf statt bei den spechten. das wäre mir sehr unangenehm. denn ich habe ja nicht so eine schützende rote mütze auf dem kopf wie die beiden spechtjungs.
einmal hätte die blaue glockenelfe mit ihrer wurfnuss fast die katze getroffen. obwohl die katze gar nicht geklopft hatte. meine katzen haben nie am frühen morgen an irgendeinem baum herum geklopft! niemals nicht. nirgendwo.
na ja.
jedenfalls liegen immer ziemlich viele samennüsse vom blauglockenbaum auf meinem balkon herum und unten im garten auch. was mit denen weiter passiert, das erzähle ich euch ein andermal. und auch, wie lustig das mit der blauen glockenelfe sein kann, wenn sie gute laune hat!
kurze maßnahme no. 10 – auch wenn es nur noch regnet: eine blümchengeschichte geht immer! was vor ein paar tagen noch sonnengelb leuchete (siehe meinen b-berg XX rechts oben), ist heute flauschig silbergrau – und kommt noch ein wind, dann ist es einfach weg!
so ist das im leben. zuerst sieht‘s aus wie purer sonnenschein, dann griesgrauer alltag und gleichzeitig ein lustiges kinderspiel. alles ist im wandel, und auch ich gehe weiter... heiter!
manchmal hätte ich gerne ein tonband für meine gedanken nach mitternacht. da passieren häufig die seltsamsten dinge in meinem krausen kopf. nach den himmlischen sonnenuntergängen der vergangenen woche, bei denen die sonne sich schüchtern und geradezu zärtlich in die vulkanaschewolke aus island hüllte, zum beispiel:
die wanderung der aschewolke nach dem ausbruch des islandischen vulkans eyjafjallajökull verlief über ganz europa und fand ihr ende in einem konzentrierten niedergang ausgerechnet im einzugsbereich des BfbM (*) in südbaden. das umweltbundesamt hats ausgerechnet.
alle rätseln und sind verwirrt, warum ausgerechnet hier? mich wundert das nicht, denn die antwort liegt auf der hand: der noch junge vulkan eyjafjallajökull hat neuerdings die öffentlichkeitsarbeit für die vulkane übernommen, und er kommuniziert über aschewolken. wie sonst?! lateinisch favilla bedeutet asche. es wird doch wohl niemand bestreiten, dass dieses wort eindeutig in seinem namen steckt. mit ein bißchen isländischem zungenschlag, versteht sich.
wenn wir nun diese information - die bislang von allen human made medien übersehen wurde, da diese nicht fähig sind, in aschewolken zu lesen - zugrundelegen, dann ist der aschefall in südbaden sonnenklar:
gerade mal zwanzig kilometer weg von mir ist der kaiserstuhl. das ist ein kleines gebirgsmassiv vulkanischen ursprungs und immer noch bekannt als wärmster obst- und weinberg deutschlands – und das, obwohl er schon seit mehr als 10 millionen jahren nicht mehr aktiv ist! was die vulkanische tätigkeit angeht, ist unser kaiserstuhl also ein fauler alter sack (davon gibt es hier in südbaden mehrere).
weil der kaiserstuhl so lange nicht von sich hat reden machen, hat der eyjafjallajökull im isländischen vulkankommunikationskonpetenzzentrum also mal eben eine kurze anfrage geschickt: „ey alter, schläfst du noch?!“.
damit so eine asche-sms von vulkan zu vulkan auch richtig ankommt, muss am himmel absolute stille herrschen. winde und meeresströmungen wollen exakt koordiniert sein. das ist eine großartige vulkanlogistische meisterleistung, die enormer konzentration bedarf.
deswegen war es absolut wichtig – und das haben die europäer ja auch eingesehen – dass für die zeit der vulkanischen nachrichtenübermittlung absolute ruhe herrscht am himmel, die nicht von kondensstreifen aus düsentriebwerken durchkreuzt werden darf.
wie wir erfahren haben, bestand die aschenachricht aus island hauptsächlich aus silicium, aluminium, eisen, magnesium und kalzium sowie ein paar schwefeldioxiden. das sind alles stoffe, die wir menschen ohnehin als spurenelemente und konservierungsstoffe über die nahrung oder teure tabletten aus der apotheke zu uns nehmen.
die vom ejyafjallajökull versandte nachricht war also umweltfreundlich und so präzise getimed, dass sie genau rechtzeitig eintraf, um nebenbei den südbadischen spargel zu düngen, dessen saison hier soeben begonnen hat - und den ich soo sehr liebe!
daraus können wir schließen, dass vulkane über eine immanente intelligenz verfügen. der vulkanier spock hat das zwar schon immer behauptet, aber nun haben wir auch einen terrestrischen beweis dafür.
besonders interessant ist die tatsache, dass vulkane nicht nur unterirdisch miteinander kommunizieren (was ja der kürzere weg wäre) - sondern auch long distance über die erdatmosphäre. vielleicht, weil ihnen das untenrum manchmal einfach zu heiß ist?
die nachricht aus island ist jedenfalls beim kaiserstuhl angekommen. dessen antwort bleibt abzuwarten.
ps.
eyjafjallajökull könnte zu meinem lieblingswort des jahres werden.
die richtige aussprache üben wir hier
so. die rauhnächte wären geschafft. ab sofort werden die tage nicht mehr nur „um einen hahnenschrei“ - also fast gar nicht - länger, sondern um mindestens zwei minuten täglich! das macht pro woche eine satte viertelstunde mehr tageslicht. es geht also rapide aufwärts. das neue jahr legt sich mächtig ins zeug!
ob hähne auch im winter krähen, weiß ich gar nicht. in meinem kleinen winzerdorf ist derzeit keiner zu hören. in ghana übrigens gibt es dazu ein sprichwort „auch die henne weiß, dass die sonne aufgeht, doch sie überlässt das krähen dem hahn".
was soll eine frau auch groß tun, wenn der mann tagtäglich mit großem getöse selbstverständlichkeiten verkündet und nicht nur so tut, als hätte er den sonnenaufgang selbst erfunden, sondern als fände dieser auch noch ausschließlich auf sein kommando hin statt?!
in ganz uralten zeiten hieß unser heutiger 'dreikönigstag', also der tag nach den zwölf dunkelsten nächten: „sternentag“. das hängt zusammen mit der wiedergeburt des lichts und der verehrung der sonnengöttin – die je nach land und region unterschiedliche namen hatte.
das fiel mir ein, als ich vorhin im radio hörte, dass weder die himmelsforscherInnen noch die katholischen männer und noch nicht einmal der papst selbst heute wissen, was das denn nun für ein besonderes licht gewesen sein könnte am himmel damals vor zweitausend jahren äpfelputz, das den drei sogenannten weisen männern aus dem morgenland den weg leuchtete zum christkindl sein aufenthaltsort.
weder ein komet noch eine supernova noch eine besonders hell leuchtende sternen- oder planetenkonstellation ist für die damalige zeit nachweisbar. meine vermutung ist also hier einmal mehr, dass die christlichen hähne mit lautem krähen die wintersonnenwende neu erfunden haben wollen und dabei alte frauenkulturbräuche mit neuem männerpersonal besetzten.
drei weise männer! pah - wenn ich das schon höre. allein die kombination von „weise“ und „männer“ ist doch pures christliches wunschdenken. „mann“ und „weise" - das sind unvereinbare gegensätze! dann bringen sie auch noch weihrauch, gold und mürre, völlig verpeilt. die waren doch nicht ganz knusper, die herren melchior und kaspar und balthasar.
derlei mitbringsel, mit denen sich männer gerne wichtig machen wollen, gehen doch voll vorbei an den bedürfnissen von mutter und kind zwei wochen nach der geburt! welch ein unfug! hätte die bibel mal besser drei weise frauen erfunden. die hätten ganz gewiss warme decken, jede menge lebensmittel und heilkräuter und feuerholz und falsche pässe mitgebracht für die bevorstehende flucht. außerdem wären sie nicht zwei wochen zu spät gekommen.
drei weise frauen aber konnte die bibel nicht erfinden, denn die gab es ja ursprünglich schon! allen voran die wunderbare frau holle, große weberin und bringerin der kinder. andernorts ist sie auch als berchta bekannt. das war sozusagen die urgroßmutter des nach ihr benannten knecht ruprecht. die weiße freya oder frigga als schutzherrin der mutterschaft wäre ebenfalls mit dabei gewesen. die veranstaltete ja sowieso in den zwölf längsten nächten ihre himmlische sturmfahrt. in babylon – also im nahen osten in der nähe vom christkind sein stall – war die weise göttin nanshe für das deuten von sternen, träumen und vorzeichen zuständig. die hätte den anderen den weg schon rechtzeitig erklärt ....
es war also von anfang an ein himmlisches weiberzechen rund um die jahreswende. kerle waren da nicht vorgesehen, die tauchten dann erst zum frühlingsanfang aus ihrem winterschlaf wieder auf, zwecks zeugung der himmlischen wiedergeburt. an dieser stelle hat's die lustfeindliche bibel dann auch mit den männern nicht gut gemeint und sie kurzerhand zu 'heiligen geistern' erklärt.
ich liebe die alten frauenmythen! mehr - und vor allem: fundierteres als ich das hier biete - über sonnengöttinnen aller kontinente gibt es zu lesen in dem gleichnamigen buch von silke gyadu. der reinste göttinnenkrimi. ich finde es soo wichtig, dass wir frauen große und starke identifikationsfiguren haben, die uns auch kosmisch einbinden. ich will mich nicht nur als minderwertige kopie aus einer überzähligen rippe empfinden müssen, wie uns der angeblich liebe gott das einreden will.
mir hat das schon als kleines mädchen sehr zu schaffen gemacht, wenn die erwachsenen mich glauben machen wollten, dass eva schuld gewesen sei am rauswurf aus dem sogenannten paradies. welch eine himmelschreiende ungerechtigkeit! was konnte denn eva dafür, dass adam nicht umgehen konnte mit seiner apfelallergie?
apropos apfelallergie: zeit für ein stück apfelkuchen mit schlagsahne - zu ehren der großen göttin, versteht sich. apfelkuchen ist mein zweitliebstes lieblingsobst. die große göttin gönnt mir mein paradies.
also lasst euch das neue jahr schmecken – und überlegt vorher gut, mit wem ihr eure äpfel teilen wollt!
die kalten, dunklen monate des jahres sind immer wieder eine herausforderung für mich. seelisch. körperlich auch. die witterung macht mir schwer zu schaffen, der lichtmangel ebenso. schon seit vielen jahren ist deswegen die wintersonnenwende mein persönlicher alleroberwichtigster feiertag im jahr, meine allerheiligste heilige nacht. das ist heute. um 18:47 uhr, um genau zu sein. die lichter dürfen nicht ausgehen!
vor allem freue ich mir ein loch in den bauch, dass ab sofort die tage nicht mehr kürzer werden. auch wenn sie jetzt noch nicht sofort spürbar länger sind, sondern erst nach dem sogenannten dreikönigstag am 6. januar – so ist doch schon allein das wissen um diese tatsache für mich so dermaßen beruhigend und heilsam, dass mir mit sofortiger wirkung leichter wird ums herz: ich habe durchgehalten, ich habe es wieder einmal geschafft, ich lebe noch! am ende der dunkelheit ist licht in sicht!
in anderen, in älteren kulturen gab und gibt es viele mythen und bräuche um diesen kürzesten tag und die längste nacht des jahres. je weiter eine nach norden geht, je weniger das licht wird, um so wichtiger werden die feiern. es gibt ein großes feuer, man feiert die wiedergeburt des lichts, die rückkehr der sonne. das julfest in skandinavischen ländern zum beispiel, das war ursprünglich so eine uralte wintersonnenwendfeier. das lichterfest der heiligen lucia ebenso.
ab jetzt geht es wieder aufwärts. mach' das licht an!
genau das tue ich dann auch heute: ich mache alle lichter an in der wohnung, ich stelle kerzen auf, so viel meine schubladen nur hergeben und wo immer ich einen platz finde. es blitzert und leuchtet, schimmert und wärmt. mein herz, das hüpft!
weihnachten interessiert mich nicht. ich brauche auch keine geschenke. ich bin keine getaufte christin. wenn ich eine wäre, hätte ich die allergrößten schwierigkeiten, an diesen seltsamen lieblosen strengen strafenden vatergott zu glauben, der seinen sohn durch die vergewaltigung einer jungfrau gezeugt und auch sonst eine menge verbockt hat. dem herrn jesus wurde der geburtstag übrigens erst nachträglich auf den 25. dezember gelegt und mit schokkelade verbrämt, um den 'bösen heidis' den abschied von ihren alten wintersonnenwendparties zu versüßen.
seit damals war es dann auch vorbei mit dem wunderbaren alten brauch von „weib, wein & gesang“. das waren der fraulichen dreifaltigkeit, der großen mutter erde, der sonnengöttin gewidmete heitere feiern, bei denen die frauen meines urzeitlichen weiberclans – damals noch gesellschaftlich hoch angesehen - es sich gut gehen ließen miteinander.
das waren wunderbare, laute, unverschämt schamlose freudenfeste. mir ist fast so, als wäre ich selbst dabei gewesen. jedenfalls hatten die damen einen heidenspaß dabei.
irgendwann kamen die christenmänner und taten so, als ob weinweibundgesang ihre ureigene erfindung sei „pah! wo kommen wir denn da hin, wenn wir den frauen das unkontrollierte gemeinsame fröhlichsein erlauben?!“ so tönten die patriarchen, und plötzlich gehörte das feiern nicht mehr den frauen, sondern den männern, und die frauen durften nur noch vorher kochen und backen und nachher den dreck wegputzen, während die kerle auf ihren sofas immer dicker wurden.
die männer machten sich die frauen und die fässer untertan. herausgekommen ist dabei – wie wir alle wissen – jede menge „bier, mann & gebrüll“. aber wer will das schon? deswegen haben die männer weiterhin das schöne alte weiberwort benutzt, um ihre eigene grobheit zu kaschieren. ich finde, es wird höchste zeit, dass wir frauen uns dieses schöne, lebensfrohe ritual zurückholen, den männern das ihre lassen - und es dann aber auch so nennen.
so weit ein kurzer exkurs in die geschichte meiner vormütter. der ist übrigens nicht wissenschaftlich belegt. ich bin keine wissenschaftlerin. ich bin geschichtenerzählerin. trotzdem weiß ich sehr genau, wovon ich schreibe. passt bloß auf!
jedes jahr aufs neue frage ich mich, ob es sein kann, dass ich an einer bislang unerforschten krankheit leide: der kälte-allergie. sobald die temperaturen konstant unter 20 °C sinken, geht es mir nicht mehr richtig gut. die meiste zeit habe ich dann entzündete nebenhöhlen, entweder eine triefnase oder komplett ausgetrocknete schleimhäute, dazu juckende rote verquollene augen, verspannte schultern, einen hartnäckig harten nackenbereich mit einhergehenden kopfschmerzen, was wiederum den tinnitus verstärkt .... kurz: „dann hann isch esu richtisch dat ärm' dier!“ und wenn sonst schon niemand mitleid hat, muss ich auch das noch selber tun!
wie auch immer, leider leide leider leide! keine krankenkasse der welt wollte meine kälteallergie bislang als ernst zu nehmendes gebrechen anerkennen. man weigert sich konsequent, mir regelmäßig das winterhalbjahr zur kur in den tropen zu finanzieren. dabei wäre ich gar nicht teuer und auch schon mit den subtropen zufrieden! vielleicht wäre es sogar .... ähem .... „kostengünstiger“ (dooofes krankenkassenpolitikerwort) als hier zu bleiben? ich könnte mich dort ja auch durchaus nützlich machen.
nun, genug der aussichtslosen kämpfe! heute ist wintersonnenwende, draußen ist dunkel und eisig glatt, hier drinnen ist warmlicht und auch in meinem herzen fühlt es sich diesmal sehr viel heller an als in den jahren zuvor.
euch allen wünsche ich eine ebenso sanfte, heitere winterwende - ganz egal, wie ihr eure feier nennt, an wen oder was ihr glaubt, mit wem ihr seid oder auf welches datum ihr sie legt: lasst es licht und liebe sein. das ist alles.
katzen haben eine unglaubliche art der kommunikation: sie schnurren. dabei vibrieren sie warm und wohlig in einer niedrigen frequenz von - so wikipedia - 25 bis 150 hertz, hauskatzen bleiben bei 25 hertz.
katzen schnurren in allen möglichen und unmöglichen situationen: wenn es ihnen gut geht oder wenn es ihnen nicht gut geht, wenn sie hunger haben oder wenn sie satt sind, wenn sie ruhen oder wenn sie wach sind. wenn sie ihre beute beobachten, verspeisen oder verdauen, dann schnurren sie auch.
katzenschnurren vermittelt wohlbefinden und entspannung, es lindert stress und hilft knochen heilen. in der katze drin und direkt an der katze dran. ihr schnurren pflanzt sich durch ihren ganzen körper auf unseren ganzen körper fort und wirkt genau an der arthritischen stelle, wo es dringend gebraucht wird. deswegen ist es immer gut, sich eine schnurrende katze auf die oberschenkel zu setzen - auch wenn unser akuter schmerz vielleicht in der schulter sitzt oder im ellenbogen. das schnurren kommt trotzdem an!
wie die katzen das machen mit dem schnurren, das hat die wissenschaft noch nicht herausgefunden. hah, wie denn auch?! schnurren ist schließlich ein wunder, und für wunder ist die wissenschaft nicht zuständig. immerhin - die wikipedia kennt fünf verschiedene theorien, wie das katzenschnurren zustande kommen könnte. aber genau wissen tut die wissenschaft nix!
das eigentliche schnurrwunder ist, dass katzen sowohl beim einatmen als auch beim ausatmen schnurren und sogar auch dann, wenn sie die luft anhalten. schnurren ist also quasi eine zirkuläre angelegenheit, ungefähr so wie didgeridoo blasen - und damit sind wir schon ziemlich nahe am groben unfug.
kommen wir aber nun zum allergrößten wunder, was das katzenschnurren angeht: es wird nicht nur taktil durch direkten körperkontakt und auch nicht nur akustisch über die ohren übertragen:
katzen schicken ihr schnurren telepathisch durch den äther und sind auf diese weise weltweit miteinander vernetzt! dadurch fühlen sie sich geborgen und in der welt aufgehoben und erwünscht.
wer also zum beispiel in berlin-köpenick eine wohnzimmersofakatze zum schnurren bringt, der kann damit einen halb verhungerten kater auf einem müllhaufen in bangkok glücklich machen, weil die köpenicker sofakatze ihr wohlbehagen per katzenschnurrtelepathie zum beispiel direkt telepathisch nach bangkok verschifft. der thailändische müllkater besitzt - wie alle katzen auf der ganzen großen weiten welt - eine spezielle katzenschnurrtelepathieantenne, mit der er das auf jeden fall auch empfängt.
auf diese weise können zum beispiel urlauberInnen ihre daheimgebliebenen lieblinge trösten, indem sie einfach mal eben auf mallorca ein dahergelauf'nes katzenkind zum schnurren bringen - und schwupp! überträgt das mallorcakatzenkind sein wohlbehagen per katzenschnurrtelepathie nach berlin-köpenick aufs wohnzimmersofa, und die daheimgebliebene grämt sich nicht länger ob ihrer urlaubsbedingten einsamkeit, sondern sie fängt auch an zu schnurren und fühlt sich wieder wohl!
was nun also der wissenschaft noch viel größere rätsel aufgeben dürfte als das katzenschnurren an sich - das sind die katzenschnurrtelepathie und die katzenschnurrtelepathieantennen, mit denen alle katzen der welt untereinander in kontakt stehen. sozusagen ein globales 'interschnurrnet'.
hah! das ist demokatzisch, das ist subersiv, das ist revolutionär! wenn das der herr geheimdienst wüsste! da würden doch wohl sofort die überwachungsmiezen aktiviert. aber der herr geheimdienst weiss das nicht. und die wissenschaft hat sowieso keine ahnung. angeblich zum mond fliegen - aber noch nicht einmal so simple dinge wie katzenschnurren erklären können. geschweige denn das rätsel der katzenschnurrantennen lüften. sie werden es niemals verstehen. ganz sicher nicht. und das ist gut so.
man soll in einem weblog ja immer ganz regelmäßig schreiben, damit es mal irgendwann bekannt wird. das habe ich gelernt aus dem buch "weblog für dummies", das es seltsamerweise noch gar nicht gibt. ich werde es allerdings auch nicht schreiben. für den titel beanspruche ich aber schon mal ein copyright und werde dies im internet versteigern. es kostet mindestens einen euro!
mo jour - die philosophin
vorerst aber habe ich anderes zu tun: regelmäßig mein weblog pflegen, zum beispiel. hah! wer schreibt denn schon heutzutage noch bücher?
was aber bedeutet "regelmäßig" im falle meines weblogs? wie oft? wie lang? etwa jeden tag einen neuen eintrag? ich möchte mich nicht überfordern. ich möchte niemanden langweilen mit den gesammelten bonmots einer prekären mittvierzigerin kurz vor den wechseljahren.
also vielleicht eine art wöchentlicher kolumne? quasi als minimalrahmen, den ich mir selbst aufhänge, um mich darin einzufügen? gesammelte besondere maßnahmen en gros & en détail? ja, ich denke, das wäre zu schaffen.
ich bin ja sowieso immer da. hier an meinem schreibtisch mit der schönen aussicht.
ich bastele an meinem virtuellen kiosk, sozusagen. früher habe ich mal philosphie studiert, vor langer zeit.
es war einmal .... eine professionelle philosophin, die hatte ein großes problem: unzählige von hunderte von seiten dicker bücher wollten gelesen sein, alle auf der suche nach der antwort auf die sogenannte große frage des lebens: "WAS IST DER SINN DES LEBENS???"
das hat die große philosophin zu tode gelangweilt. sie philosophierte darüber und kam dahinter, dass - rein philosophisch gesehen - die frage falsch ist! wer den sinn des lebens sucht, ist ein leben lang beschäftigt, findet natürlich keine antwort und wird frustriert, schlecht gelaunt und verbittert; kriegt pickel, falten und schlimmeres gar!
die philosophin philosophierte weiter, bis sie die philosophisch korrekte frage fand, die da lautet: "WAS IST DER UNSINN DES LEBENS??"
wer danach sucht, ist ebenfalls ein leben lang beschäftigt, hat aber zwischendurch jede menge erfolgserlebnisse - und wird dadurch gut gelaunt, erfolgreich, selbstbewusst, kriegt eine schöne haut, zellulite wird unwichtig und und und ....
unsinn finden ist also schon vom filosofischen standpunkt her überlebenswichtig. allerdings: unsinn finden - das ist eine eher passive angelegenheit. weil unsinn liegt einfach so herum oder passiert einem.
wer sein eigenes leben aktiv in die hand nehmen will, der braucht jede menge unfug. unfug ist der aktive unsinn. unfug muß man selbst machen, der passiert nicht von alleine!
für all diejenigen, die in ihrem leben noch zu wenig haben von unsinn & unfug und noch nicht richtig glücklich sind, eröffnete die philosophin einen wunderbaren unsinns-salon! dieses unternehmen nannte sie "büro für besondere maßnahmen".
und wenn sie nicht gestorben ist, dann philosophiert sie noch heute, produziert bisweilen groben unfug für die hartgesottenen und allerlei leichteren unsinn für die anfänger.
klarer fall: das angebot ist begrenzt und seinen hohen preis wert. also schnell zugreifen, bevor der sinn des lebens in form von 'meingartenzaun-meinhaus-meinauto-meinelebensversicherung-meinrasenmäher-etc.' euch auffrißt!