Achtung. Achtung. Achtung.
Wir sind umgezogen!

Januar 2021

Das Büro für besondere Maßnahmen ist ab sofort erreichbar auf mojour.de

Nach und nach werden alte Beiträge – ggf. aktualisiert und überarbeitet – dorthin umziehen. Bitte folgen ... :-)

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Montag, 7. April 2014

Buschwindröschen

- Rosenworte zum Montag -
 (... oder:  eine lyrische Reizüberflutung)

Als ich gestern so durch den Frühling radelte in meinem blühenden Markgräflerland, ach wie habe ich das geliebt! Die warme, aber noch nicht brennende Sonne und den zärtlichen Wind aus Südwest auf der Haut ... alle Poren habe ich geöffnet, alle Sinne geweitet und alle Schönheit der Welt tief in mich hinein geatmet!

Einer Anemone gleich, die ihren weißen Kelch der Sonne hingibt, solange die Bäume noch unbelaubt ihr ein Leben im Licht erlauben.

Hexenblume (anemone nemorosa)

Am Abend war ich immer noch ganz aufgewühlt, kam kaum zur Ruhe in der Nacht. So beeindruckt und voll war ich von all den Sinneserfahrungen der blühenden, zwitschernden, summenden, leuchtenden Landschaften.

Wie oft, wenn ich nicht schlafen kann, las ich Rilke. Rilkes Verse besänftigen mich. Der innere Aufruhr wird stiller und verstummt bisweilen ganz.

Wie es der Zufall will, stolperte ich über einen von Rilkes Briefen an Lou Andreas-Salomé:

"... Ich bin wie die kleine Anemone, die ich einmal in Rom im Garten gesehen habe, sie war tagsüber so weit aufgegangen, daß sie sich zur Nacht nicht mehr schliessen konnte. Es war furchtbar sie zu sehen in der dunklen Wiese, weltoffen, immer noch aufnehmend in den wie rasend aufgerissenen Kelch, mit der vielzuvielen Nacht über sich, die nicht alle wurde. Und daneben alle die klugen Schwestern, jede zugegangen um ihr kleines Mass Überfluss.
Ich bin auch so heillos nach aussen gekehrt, darum auch zerstreut von allem, nichts ablehnend, meine Sinne gehen, ohne mich zu fragen, zu allem Störenden über, ist da ein Geräusch, so geb ich mich auf und bin dieses Geräusch, und da alles einmal auf Reiz Eingestellte, auch gereizt sein will, so will ich im Grunde auch gestört sein und bin's ohne Ende. ..."*

Das ist die mit Abstand lyrischste und sinnlichste Beschreibung zum Thema Hochsensibilität und Reizfilterstörung, die mir jemals begegnet ist.

Wenn ich nicht achtgebe, dann bin auch ich so dermaßen von Reizen zerstreut, dass ich mich fühle wie in einer Zentrifuge ohne Halt, meiner Mitte beraubt mich vollends verliere und gefressen werde vom Außen.

Zumindest zur Nacht es den Anemonen gleichtun, das hellweiße wache Köpfchen schließen und zur Ruhe kommen - das ist und bleibt eine wichtige Aufgabe.

Aber wie wir sehen bei Rilke, gibt es selbst bei den Anemonen Ausnahmen, denen das nicht (immer) gelingt, die sich gegen eine permanente Reizüberflutung nicht schützen können.

Ob es eventuell damit etwas zu tun hat, dass diese zarten Frühlingsbotinnen auch "Hexenblume" genannt werden und in allen Teilen giftig sind? Eines jedenfalls ist ganz gewiss: Auch ich habe diesen "Anemonencharakter".


*
Juni 1914, zitiert nach:
Ruth Hermann, Im Zwischenraum zwischen Welt und Spielzeug: Eine Poetik der Kindheit bei Rilke - Verlag Königshausen und Neumann, 2002, ISBN 978-3-8260-2273-9, S. 48

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Montag, 23. Dezember 2013

Schneerosen

Die Rosenworte zum Montag ...

... widme ich heute all denen, die - wie ich - in der rosenlosen Zeit des Jahres auf die Welt kamen und als erstes im Leben nicht das Licht, sondern die Dunkelheit der Welt erblickten.

Schneerose (Helleborus niger)

Wie Schneerosen, die von Anfang an der Kälte dieser Welt trotzen. Wir selbst sind das Leuchten in der Dunkelheit des Winters, im Sommer 'Immergrün'.

Schneerosen halten aus und durch. Auch wenn die Knaben daher kommen, das Röslein zu "brechen". Wir treiben einfach neue Blüten.

Helen Schneider, die heute Geburtstag hat, sang das Röslein 1978 bei Alfred Biolek:



Seid gut zu Euch!

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Montag, 9. September 2013

herbst. zeitlos.

- rosenworte zum montag -

der späte sommer ist "meine" jahreszeit. deswegen heißt er auch altweibersommer. es ist die zeit der zeitlosen gewächse. nicht rose noch lilie und dennoch schön anzusehen, wenn der herbst kommt:

Weder Krokus noch Safran: Herbstzeitlose

der gärtnerin ein hübsches glück, der landwirtin eher unglück ist die lila herbstzeitlose: hochgiftig für mensch und tier. in der homöopathie hingegen gilt sie als heilend gegen gicht.

so hat denn auch diese schönheit ihre zwei seiten, mindestens - je nach standpunkt der betrachterin. ich bin sehr froh, dass es in unserer durch und durch optimierten und rationalisierten zeit noch orte gibt, an denen blumen auch mal giftig sein dürfen, ohne dass ihnen gleich mit dem flammenwerfer zuleibe gerückt wird.

Wiese am Kirnbergsee, Hochschwarzwald
zeitlos. zwecklos. unbehelligt vom botanischen rassismus, der unweigerlich in einen pflegeleichten rentnergarten gipfelt. deswegen augen auf, damit uns das erspart bleibe:

"trau nicht dem ort,
an dem kein unkraut wächst"

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Mittwoch, 13. Juli 2011

spießige geranien?

kurze maßnahme no. 23

hier in meiner südwestdeutschen wahlheimat fallen mir jedes jahr im sommer die vielen geranien auf den balkonen und vor den fenstern ins auge. egal, ob ich in meinem kleinen winzerdorf oder sonstewo unterwegs bin.

gasse in burkheim am kaiserstuhl

nicht, dass ich in meiner westdeutschen jugend oder später in berlin keine geranien gekannt hätte. mein auge freut sich immer sehr über die bunten farbtupfer im deutschgrauen einerlei.

aber ständig habe ich die stimme eines längst verflossenen verliebten im ohr, der einmal sagte: „geranien sind spießig. geh blooß nicht nach süddeutschland. da hängen tonnenweise geranien von den balkonen!“

also freut sich mein auge ein bißchen weniger. leider. denn eigentlich sind ja nicht die blumen spießig, sondern die menschen, die hinter diesen blumenkästen leben. angeblich. und mit spießigen leuten will ich lieber nichts zu tun haben. da bin ich wie mein alter freund.

aber meinen südwesten mag ich doch. die – meist – freundlichen bewohner mag ich auch. sie wehren sich gegen kernkraftwerke und gegen laute eisenbahnstrecken. da sind wir einer meinung.

im grunde mag ich auch geranien. ich hätte sogar selbst welche, wenn sie denn auf meinem schattenbalkon gedeihen würden. alles habe ich versucht, aber es ist zwecklos: das vorgezogene dach und der große blauglockenbaum vor dem südfenster lassen im sommer kaum licht durch. ich sehe hier eine pflanze nach der anderen eingehen. nicht einmal nachtschattengewächse wollen hier gedeihen.

„geranien stinken wie nasse türklinken. kauf die blooß nicht!“ hatte der berliner freund mir meine balkonbepflanzung madig gemacht. ehrlich gesagt, ich weiß bis heute nicht, wie nasse türklinken stinken. damals habe ich trotzdem ein paar geranien gekauft. weil sie fast von alleine wachsen und so schön bunt sind. außerdem schützen sie mit ihrem geruch meine wohnung vor mücken - und damit vor allem mich!

aber spießig wollte ich deswegen nicht geschimpft werden. wer will das schon? nicht mal spießer wollen das. aber lässt man deswegen seine geranien vertrocknen? keineswegs. die können doch nichts dafür!

statt dessen frage ich mich, woran mein freund die gesinnung der leute im winter erkennen will, wenn die geranien von den balkonen verschwunden sind.


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Mittwoch, 18. Mai 2011

der rentnergarten

ein rentnergarten ist – wie das wort schon sagt – das gegenteil vom kindergarten. wo kinder wachsen, lebendig laut und bunt sind und sich täglich entwickeln, sind ältere leute eher ruhig in sich zurückgezogen, bewegen sich nicht mehr so viel und bevorzugen gedeckte farben.

Buchs im Rentnergarten

wenn kinder in ihren garten gehen, dann wollen sie herumtollen und barfuß über taufrisches gras hüpfen. sie wollen wilde bienen sehen und torkelnde schmetterlinge an kunterbunten blumen.

den älteren leuten ist so viel aufruhr zu viel. das macht arbeit. deswegen gibt es im rentnergarten keine wiesen mehr und keine bunten blumen. und erst recht kein unkraut!

pflegeleicht soll es sein, das seniorenbeet, das ganze jahr über adrett anzusehen ohne dramatische veränderungen.

seit ein paar jahren schon beobachte ich diese entwicklung. immer mehr gärten und vorgärten werden zu steinwüsten, sparsam bepflanzt mit immergrünem buchs, mit zypressen und falschen lebensbäumen. alles pflanzen, die diese bezeichnung kaum verdienen, weil sie sich nur unmerklich verändern.

thuja, buxbaum, efeu - gehören meiner meinung nach höchstens auf den friedhof (bloß bitte auf keinen fall auf mein grab, falls ich da mal lande). mögen vielleicht ältere menschen diese gewächse genau deswegen? wegen des grufti-looks? weil sie öfter auf den friedhof gehen als junge leute? weil mit den jahren immer mehr verwandte, freunde und bekannte schon für immer dorthin gezogen sind?

mag ja sein. dass manche menschen sich aber schon zu lebzeiten die friedhofsoptik in den eigenen vorgarten holen, wird mir immer fremd bleiben. brauchen sie es wirklich so nahe vor augen, dass ihre tage gezählt sind, dass der countdown schon läuft?

natürlich würden sie sich das niemals eingestehen. das neue gartendesign hat allein praktische gründe, sagt der rentnergärtner dann trotzig mit vorgeschobener unterlippe. außerdem heißt das im gartenfachmann-fachjargon natürlich nicht rentnergarten, sondern marketing-speak neumodisch "steingarten im toskana-stil".

schon klar. spitzkantiger grauer schotter, buxbaumkugeln und säulenzypressen waren schon immer die erkennungszeichen der toskanafraktion, wussten Sie das nicht?!

"Toskana" im Markgräflerland

ich hatte da zwar andere toskanatypische klischees im kopf - wie brunello di montalcino, den pittoresken ponte vecchio oder uralte knorrige olivenbäume - aber man lernt ja nie aus. auch eine freie radikale kann und will nicht alles wissen.

toscana feeling durch mediterranes design, das klingt weltmännisch, weitgereist und wohlhabend. das ist dolce far niente und macht was her! aber nicht nur den nachbarn beeindrucken und neidisch machen soll der rentnergarten, er soll auch pflegeleicht sein. so steht es in den hochglanzprospekten der rentnergartenprofis.

pflegeleicht ist eines meiner alltime-bestgehassten wörter. das kommt in einer reihe mit bügelfrei, praktisch und zeitsparend. gleichbedeutend mit stil- und lieblos, unachtsam und scheintot.

das allertoskanatypischste am rentnergarten ist wohl die tatsache, dass dort noch nicht einmal mehr unkraut wächst. schluss mit dem wildwuchs, sturm und drang ist kindergartenkram! ein dickes vlies liegt als grasverhüterli zwischen erdreich und schotterschicht. da wächst garantiert nichts durch. die faden stoffbahnen werden sorgsam mit steinen bedeckt, bis sie unsichtbar sind. soll keiner sagen können, dass das unordentlich aussieht!

irgendwie kann ich das ja noch nachvollziehen, diese unkrautphobie. unkrautjäten ist das bügeln des gartens. grauslige pflicht – wenn man denn meint, es tun zu müssen. körperlich anstrengend ist es obendrein, in gebückter haltung oder knieend im beet unwillkommenes grünzeug samt wurzeln aus dem boden zu rupfen. das ist beschwerlich, nicht erst im alter – aber dann erst recht. unkrautfreie beete sind wie bügelfreie hemden: es gibt sie nicht wirklich. wer daran glaubt, macht sich selbst etwas vor.

zurück zum rentnergarten: auch das büro für besondere maßnahmen hat neuerdings ein stückchen pseudo-toscana am haus. sehr sauber. sehr ordentlich. sehr steril. sehr leblos.

weil das für die hausleute praktisch ist. es ist so dermaßen praktisch, dass man jetzt auf dem balkon im ersten stock keine blumenkästen mehr bepflanzen darf, weil sonst die herabfallenden geranienblütenblätter auf den schönen grauen steinen landen und letztere unschön bunt verfärben könnten.

da bin ich jetzt aber echt froh. geranien konnte ich noch nie leiden, dieses spießige gewächs!


Nachtrag im Februar 2013:
Hier geht es zur Fortsetzung.
Schlimmer geht immer!

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Mittwoch, 13. April 2011

hohle frau

eine prachtvolle orchidee hängt im büro für besondere maßnahmen im dachschrägenfenster. das ist dasselbe fenster, das mir die immergleiche und doch täglich wechselnde aussicht auf den b-berg bietet.

Coelogyne Cristata

die orchidee ist ziemlich alt. sie hing schon im büro für besondere maßnahmen, als das büro für besondere maßnahmen noch gar nicht so hieß.

als ich das reinweiße wunder damals im orchideenfachgeschäft meines vertrauens entdeckte, bin ich wochenlang um sie herumgeschlichen. immer wieder hingefahren. immer wieder überlegt, ob ich sie kaufe oder nicht. sie war sehr teuer, und eigentlich konnte ich sie mir nicht leisten. aber ich wollte sie. oh ja.

in solchen fällen neige ich zu magischem denken: ich legte eine zwangspause ein, ging eine ganze weile nicht hin. in der hoffnung, dass sie dann verkauft wäre und ich mir das geld sparen könnte. ist sie nach einer woche noch da, dann ist das ein untrügliches zeichen, dass sie zu mir will. dann muss ich sie kaufen, egal was es kostet.

sie war noch da. auch nach zwei wochen noch. sie wollte zu mir. so sollte es sein. ich schob viel geld über den ladentisch. die kasse klingelte. der orchideenmann hat seinen laden inzwischen geschlossen.

damals habe ich sie wegen ihrer besonderen form geliebt und wegen der großen, reinweißen blüten an hängenden rispen. der name „coelogyne“ sagte mir nichts. es stand nur dabei, dass sie im himalaya heimisch ist, in höhen bis 2500 metern. schöne gegend! da war ich schon mal.

sie ernährt mich also nicht nur optisch, sondern stillt auch - ein bißchen - mein nimmersattes fernweh.

in asien entdeckt und nach europa gebracht wurde diese orchideenart in der ersten hälfte des 19. jahrhunderts. sie war sehr beliebt und viel leichter in der wohnung zu halten als heutzutage - weil sie es im winter kühl mag und es im biedermeier noch keine zentralheizung gab.

vor einer weile erfuhr ich, dass ihr name „coelogyne“ griechischen usrpungs ist und „hohle frau“ bedeutet. ich war entsetzt!

es gab zeiten, da wurden ihre blüten in den brautstrauß gepackt. weil sie so jungfräulich weiß sind. verbunden mit dem frommen wunsch, dass die jungfräuliche braut in unschuldigem weiß, die also noch 'hohle' frau doch bitte alsbald gefüllt werden und zahlreiche nachkommen in die welt setzen möge.

ob dieser brauch entstand aufgrund des namens - oder ob die weiße orchidee ihren namen erst später erhielt aufgrund des brautstraußbrauchs, das habe ich nicht herausfinden können.

als ich von der namensdeutung erfuhr, war ich wirklich irritiert. ich befürchtete, dass die coelogyne mir mit all ihrer schönheit vielleicht gar nicht zusteht, weil ich doch niemals eine braut war.

aber je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir klar: ich bin genau der prototyp der coelogynenfrau! weil ich keine kinder habe. mein bauch war immer hohl, wenn man von ein paar tennisballgroßen tumoren absieht.

aller voraussicht nach wird das auch so bleiben. ich habe nicht vor, zum medizinischen sonderfall zu werden.

seitdem ich weiß, dass meine coelgyne die blume der hohl gebliebenen frauen ist, verschenke ich ihre ableger an andere frauen, deren kinderpalast immer unbewohnt war. frauen, die niemals einem kind das leben schenken konnten oder - je nach persönlicher einstellung - von der gebärplage lebenslang verschont blieben. sie ist sehr beliebt.

an das leben mit zentralheizung hat sich meine hohle frau inzwischen gewöhnt. was das blühen angeht, ist sie allerdings sehr eigenwillig. das tut sie nicht jedes jahr. manchmal mehr, manchmal nur ganz ganz sparsam. wenn sie blüht, dann im januar/februar: immer um meinen geburtstag herum.

in diesem jahr, in dem ich 49 wurde, blühte sie besonders üppig.

7mal7, das ist eine besondere zahl im leben einer frau. es beginnt der große wechsel. mehr noch als die pubertät ist dieser wechsel so gewaltig, dass er auch so heißt. die reproduktionsfähigkeit geht nicht nur in die pause, sondern ihrem ende entgegen, der hormonladen wird stück für stück geschlossen.

ehrlich gesagt, ich freue mich darüber. am meisten freue ich mich drauf, wenn der monatliche zinnoberfluss endgültig versiegt. er macht sich schon rar, ich bin dankbar und erleichtert.

meine roten tage waren immer schier endlos, sehr stark und mit heftigen schmerzen verbunden. in den betten der welt habe ich blutige spuren hinterlassen. für manche schäme ich mich noch heute.

Odontoglossum

gleich im anschluss an die weiße blüht meine blutrote orchidee. sie heißt odontoglossum. das ist ebenfalls griechisch und bedeutet „zahnzunge“.

das wiederum gefällt mir ausgesprochen gut, und zwar im übertragenen sinne einer „scharfen sprache“, die mit geschliffenen wörtern genau das sagt, was ist.

wenn ich also mal zu einer sage „du hast zähne auf der zunge!“ - dann ist das ein großes kompliment.

falls jetzt einer daherkäme und behaupten wollte, ich hätte nicht nur zähne auf der zunge, sondern auch haare auf den zähnen, so kann ich nur antworten:

„das mag sein. aber die sind immer gut gekämmt.“


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Donnerstag, 13. Mai 2010

pusteblume

kurze maßnahme no. 10 – auch wenn es nur noch regnet: eine blümchengeschichte geht immer! was vor ein paar tagen noch sonnengelb leuchete (siehe meinen b-berg XX rechts oben), ist heute flauschig silbergrau – und kommt noch ein wind, dann ist es einfach weg!


so ist das im leben. zuerst sieht‘s aus wie purer sonnenschein, dann griesgrauer alltag und gleichzeitig ein lustiges kinderspiel. alles ist im wandel, und auch ich gehe weiter... heiter!


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Samstag, 17. April 2010

blümchenwiese

weil es so schön ist, kurze maßnahme no. 7 jedes jahr aufs neue:

sobald es wieder warm genug ist für die ersten kleinen fahrradtouren rund um meinen b-berg, sind auch schon die blumenwiesen reif für die erste ernte:

Blühende Tulpen - Markgräflerland
von diesen blumenackern gibt es in meiner nähe mehrere. sie sind so geschickt bepflanzt, dass ab märz/april bis in den herbst ununterbrochen irgendwelche zur jahreszeit passenden blumen dort blühen.

es ist wie der mädchentraum aus kinderzeiten, mitten auf einer blühenden wiese zu sitzen und mich nach herzenslust bedienen zu dürfen!

ich radel da regelmäßig hin und stelle mir meine lieblingsblumen zusammen. neben dem feld steht ein tisch mit preisliste und ein paar messern: davon eins geschnappt, dann ab auf die blümchenwiese, an allem geschnuppert, farben bewundert, bienchen begrüßt und blumenstrauß ausgesucht!

am ende wird das messer wieder abgegeben, die blumen gezählt und passendes kleingeld in die bereitstehende kassenbüchse geworfen.

ich liebe es!


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