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Januar 2021

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Nach und nach werden alte Beiträge – ggf. aktualisiert und überarbeitet – dorthin umziehen. Bitte folgen ... :-)

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Dienstag, 17. Dezember 2013

#dailyvanish: Wendetoaster und Uhrenradio

Ganz selten einmal beteilige ich mich an sogenannten „Blogparaden“. Genau genommen erst einmal. Das waren im März meine „sweet thoughts“ -  ­ bei Sabienes Blogparade „Mahlzeit – zuckersüß“.

Bei einer Blogparade denkt sich ein/E BloggerIn ein Thema aus, macht's bekannt und hofft darauf, dass sich möglichst viele andere AutorInnen gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven mit dem selben Thema beschäftigen. Das kann dann zu ganz wunderbaren Synergie-Effekten und den schönsten Überraschungen führen.

Ich bin ja nun nicht so das Herdentier, aber die Blogparade #Dailyvanish – Dinge, die aus unserem Alltag verschwinden auf dem Blog 'Museum & Social Web' des Museumshelden Sebastian Hartmann schwirrt mir schon seit Wochen im Kopf herum.

Es schwirren nicht nur die Gedanken dazu in meinem Kopf, sondern auch ein paar der gemeinten Dinge bei mir im Haus herum: Solche altmodischen, etwas umständlich (gewordenen) Gegenstände eben, die aus anderer Leuts' Alltagen längst verschwunden sind …

Früher waren sie vielleicht mal „le dernier cri“, die „must haves“ meiner Jugend oder auch technisches Handwerkszeug aus den Anfängen meiner Zeit als Rundfunkredakteurin – inzwischen wurde vieles davon ersetzt durch Schnelleres, Kleineres, Größeres, Pflegeleichteres, Lauteres, Effektiveres usw. – aber eben nicht alles.

Da wäre zum einen mein unkaputtbarer Wendetoaster aus Edelstahl – von Rowenta, Modell E5214 -, der seit mehr als 53 Jahren seinen Dienst tut.

Wendetoaster Rowenta E5214, Edelstahl

Kurz Luft holen: Der ist älter als ich! Wahrscheinlich kriegte der heutzutage kein TÜV-Siegel mehr, denn er ist höllisch brandgefährlich! Hier habe ich ihn bereits angemessen gewürdigt. Der Text ist unverändert aktuell.

Dann wäre da noch das kleine Uhrenradio mit Cassettenlaufwerk von Sony. In Türkispetrolblau, typisch frühe 90er-Jahre, Modell CFT-1. Das Gerät war auch erhältlich in einem dunklen Orange schon damals im „Retro-Look“ – todschick! Nicht „My First Sony“. Das war natürlich ein Walkmann 1981! Aber vielleicht mein drittes oder viertes Gerät. Der geniale Werbespruch dazu war damals „It's not a trick, it's a Sony“.

Sony Radio Cassette Player CFT-1

Echt ein tolles Ding! Ein Foto der Vorderseite findet ihr hier. Es funktioniert wahlweise mit Strom oder mit Batterie bzw. Akku, kann die Zeit anzeigen und weckt – auf Wunsch mit freundlichem Piepston oder mit Radio oder Wunschmusik von MC (der damals noch üblichen MusiCasstte oder CompactCassette).

Außerdem hatte es eine ausziehbare Teleskop-Antenne für besseren Radioempfang. Yeah. Das war damals krass cool. Kabelempfang oder Internetradio hatten wir nämlich noch nicht. Ich war Anfang 30. Der blaue Sony funktioniert bis heute und steht inzwischen in meinem Badezimmer. Ich freue mich jeden Morgen darüber. Weil es so schön ist.

Als drittes Beispiel für die bei mir noch lebendigen #dailyvanish möchte ich meine Kaffeefilter nennen.

Melitta Kaffeefilter 102, Porzellan

Von Melitta natürlich – die Klassiker. In verschiedenen Größen, mit dazu passendem Filterpapier. Je nachdem, ob ich den Kaffee alleine trinke oder ob Besuch kommt. Ich benutze sie zwar nur selten, weil mir Filterkaffee nicht schmeckt und ich meinen täglichen Milchkaffee immer und nur mit der italienischen Caffetiera zubereite. Aber hin und wieder kommt einer der beiden Filter dann doch noch zum Einsatz. Wenn's mal schneller gehen muss. Oder wenn mir mal nostalgisch zumute ist.

Manchmal, wenn alte Dinge kaputt gehen, repariere ich sie. Ich hänge dran, irgendwie. Kann ich sie nicht reparieren oder reparieren lassen, dann übergebe ich sie der Müllverwertung. In einem kleinen Ritual, mit dem ich mich bei dem Gegenstand für langjähriges Funktionieren, für treue Lebensbegleitung und -erleichterung bedanke.

Zu dem Ritual gehört inzwischen auch, dass ich ein Abschiedsfoto von jedem Gegenstand mache, der mich verlässt. Damit ich auch später mal noch weiß, was und wer einst zu meinem Alltag gehörte. Das erleichtert mir das Loslassen sehr.

Den Dateiordner, in dem ich diese Bilder aufbewahre, werde ich nun umbenennen. In „dailyvanish“ - für all die Dinge, die aus meinem Alltag verschwunden sind. Danke sehr, lieber Sebastian Hartmann, für dieses schöne Wort.

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Sonntag, 6. Oktober 2013

Pflaumenkuchen aus dem Elsass

Noch ist die Jahreszeit der blauen Pflaumen, und was gibt es an einem Sonntagnachmittag schöneres als einen frischen Zwetschgenkuchen mit viel Schlagsahne?!

Das Büro für besondere Maßnahmen hat es ja normalerweise nicht so mit Küchendingen und Hausarbeiten.

Aber „Ausnahmen zersetzen die Regel“, und weil ich seit kurzem stolze Besitzerin einer absolut pflaumensaftauslaufsicheren Glasbackform bin, möchte ich euch an diesem ersten Sonntag im Oktober ausnahmsweise ein Backrezept präsentieren:

La Tarte aux Quetsches Alsacienne

Meine unschlagbare Zwetschgentarte mit Pâte Brisée d'Alsace – schlicht und sensationell lecker!
200 g Dinkel- oder Weizenmehl, 100g süße Butter, ein glückliches Hühner-Ei, ½ Teelöffel Salz und 12 g Zucker (aufgelöst in 40 ml warmem Wasser) zu einer glatten Teigkugel für den Boden kneten und zwei Stunden im Kühlen ruhen lassen. Wer kein Ei mag, lässt es weg und nimmt statt dessen 60 ml Wasser mehr.

Den Teig ausrollen und in eine gefettete Obstkuchenform geben, so dass ein kleiner Rand entsteht; dann mit den in der Zwischenzeit entsteinten und fächerförmig aufgeschnittenen Zwetschgen spiralförmig von außen nach innen belegen.

Im Backofen bei 200° C ca. 45 Minuten backen, wer mag streut danach Puderzucker drüber. Aber bloß kein Zimt!

Die Pâte Brisée Alsacienne ist ein Mürbeteig, der fast ohne Zucker auskommt. Die Tarte aux Quetsches schmeckt daher ebenso als fruchtig-leichtes Abendessen. Ganz ohne Zucker eignet sich das Grundrezept auch für Quiche Lorraine oder Gemüsekuchen.

Das französische Originalrezept fand ich auf einer alten Postkarte aus Colmar, die ich vor mehr als zehn Jahren von einer Freundin bekam. Damals gab es noch kein Postcrossing, und wir beglückten uns regelmäßig mit postalischem Beweismaterial von unseren Ausflügen.


PS.
Falls hier WeightWatchers mitlesen:
Die Tarte als Ganzes hat 44 Punkte. Die Größe der Kuchenstücke bestimmt ihr selbst.


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Donnerstag, 13. Dezember 2012

grinselinser

wir machen es selbst!

weil es inzwischen draußen winterweiß und schnatterkalt geworden ist, erscheint es von vorteil, wenn man es sich drinnen warm und gemütlich macht.

dazu passt es ganz wunderbar, den backofen anzuwerfen und etwas leckeres hineinzulegen, was dann nicht nur die küche bestens aufwärmt, sondern außerdem auch noch aromatische duftwolken in der ganzen etage verbreitet und im anschluss ein essbares ergebnis produziert.


bei mir gibt es dann vorzugsweise gebäck, das sich länger hält, denn schließlich lebe ich allein. außerdem soll es sich schlicht und heiter dekorieren lassen. ihr ahnt es schon: ich mag keine gitter, nirgends - nicht einmal auf dem kuchen!

bestens geeignet ist da eine Linzertorte, die eigentlich Linsertorte heißt, weil sie gar nicht aus Linz in Österreich stammen sondern angeblich von einem ansonsten völlig unbekannten herrn namens Linser erfunden worden sein soll. die wikipedia weiß das allerdings auch nicht besser, und da mir in diesem tortenfall die knallhart recherchierten fakten fehlen, werde ich mich in die dortige diskussion nicht weiter einmischen.

mischen werde ich allerdings weiterhin meinen kuchenteig nach einem urgroßmutter-rezept aus baden, was ja früher auch mal zu österreich gehörte und damit quasi ein vorort von linz ist.

wir essen die linzertorte hier in badisch südwest das ganze jahr über, nicht nur zur weihnachtszeit, und zwar am liebsten schon zum frühstück. deswegen sowie aus anderen gründen ist meine variante ohne den andernorts obligatorischen schuss schwarzwälder kirschwasser. wer es nun aber gar nicht lassen kann, der möge den zitronensaft durch geistliches nach geschmack ersetzen.

zutaten für eine runde springform:
  • 125 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 125 g Mehl
  • 125 g geriebene Mandeln (oder Walnüsse oder Haselnüsse)
  • 1 Ei
  • 1 EL Kakao
  • ½ TL Zimt
  • 2 zerstoßene Nelken
  • abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone
  • 2-3 EL Zitronensaft von ebenselbiger
  • Messerspitze Backpulver
  • Prise Salz
  • Glas Himbeermarmelade zum Füllen (oder rotes Johannisbeergelee, das sieht nicht so pickelig aus)

und so geht’s ….
butter zucker ei zimt nelken salz zitronenabrieb und zitronensaft gut miteinander verrühren, dann gemahlene nüsse einarbeiten. mehl kakao backpulver erst trocken mischen, dann löffelweise zum teig geben. der wird ziemlich fest, gut kneten bis alles glatt verarbeitet ist! den teigball in folie wickeln und mindestens eine halbe bis ganze stunde im kühlschrank ausruhen lassen.

in der zwischenzeit ruhen wir uns ebenfalls aus und trinken eine lecker tass tee oder kaffee (superhausfrauen räumen dieweil die küche auf). danach schalten wir den backofen auf 200° und glühen ihn schon mal vor.

vom gekühlten teig etwa zwei drittel zu einer runden platte ausrollen und in die gefettete springform legen. den kuchenboden an mehreren stellen mit einer gabel einstechen.
zwei drittel vom teigrest zu einer wurst rollen und daraus rundum einen kuchenrand basteln, indem man mit dem daumen gleichmäßige dellen hineindrückt (wer in der schule fürs leben gelernt und gut aufgepasst hat, kann jetzt mal schnell mit π mal daumen den tortenumfang berechnen!).
nun den boden mit der marmelade bestreichen und dann! dann endlich! aus dem letzten rest vom teig eine schicke deko formen und obenauf legen. je nach jahreszeit lasst ihr euch etwas anderes einfallen. bei mir wird es meistens ein grinsesmilie.
weil ich es sooo schön finde, wenn meine torte mich anlacht!

backzeit ist ungefähr 20 minuten bei - wie oben bereits erwähnt - 200° im normalen backofen. 

viel spaß und leckerschmecker!


ps.
achso! wer will könnte ja mal ein foto von ihrer tollen torte bei facebook posten - vielleicht gibt's was zu gewinnen ....


Sonntag, 3. Juni 2012

deutsche augenblicke

zwei wochen lang habe ich das sanfte klima an der italienischen riviera genossen, ein italienischer moment reihte sich an den anderen. mein leben in einer postkarte - atemraubend schöne aussichten ließen mich tief durchatmen. meine seele war mitten drin ganz weit weg.

dixan: portofino 24ore
dann überfällt es eine schon beim nachhausekommen, den koffer noch in der hand: ein deutschgrauer amtsbrief im kasten, eine anonyme botschaft auf dem AB.

„der alltag hat mich wieder“ - sagen die leute dann gerne, sehr treffend und sehr unschön. das will ich doch gar nicht! ich mag mich nicht vereinnahmen lassen von traurigen pflichten!

es ist eine gratwanderung: meinen pflichten nachzukommen, mich den aufgaben des alltags zu stellen – und mir trotzdem im herzen 'italienische momente' zu bewahren und zu erleben, während ich in echt einen deutschen augenblick nach dem anderen auszuhalten habe.

deutsche augenblicke – die sind nicht gerade berühmt für lebensfreude und leichtigkeit ….

also versuche ich, meiner erinnerung und genussfähigkeit auf die sprünge zu helfen. eine gute methode, millionenfach erprobt und bewährt: man bringt sich was mit, ein souvenir, ein stückchen italienisches dolcefarniente!

die erwachsenen meiner kindheit liebten den bunten, nutzlosen trillefitt, der dann jahrelang mehr oder weniger dekorativ im regal stand, bis er deutschgrau eingestaubt sich dem alltag des ehemaligen urlaubers angepasst hatte: die flamencopuppe aus spanien, den gondoliere aus venedig.

jedem das seine – hauptsache, es funktioniert!

für mich funktionieren als 'erinnerungshelfer' dinge, die sich benutzen oder verbrauchen oder aufessen lassen:

küchenutensilien, oliven und öl, ein schönes kleidungsstück, gerne auch notebooks aus papier (schon mal einen schreibwarenhändlicher nach der kapazität eines notizbuchs gefragt?! wieviel MB hat dieses moleskine?!) ….

in diesem jahr habe ich etwas ganz neues für mich entdeckt: ein geschirrspülmittel! natürlich mit absicht, weil ich doch meinen abwasch so sehr hasse. aber dixan sei dank duftet das waschwasser jetzt nach „portofino um mitternacht“.

nicht, dass ich jemals in Portofino gewesen wäre, schon gar nicht um mitternacht am 'feinen hafen'. ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es dann dort nach spüli riecht. ich würde das auch keinem ort auf der ganzen welt wünschen, nach spüli zu duften – zu welcher tageszeit auch immer.

fragt mich nicht, warum ich mich für 'portofino 24.00 ore' entschieden habe, obwohl es auch die variante 'capri 18.00 uhr' gegeben hätte. wo es doch auch auf Capri so schön sein soll, wegen der der blauen grotte und so. ich habe einfach beide probegeschnuppert, und portofino ist hängengeblieben. es riecht etwas kräuterwürzig mit einem hauch von bootsmotorenöl.

trotzdem: meine hausarbeit macht mir seither ein kleines bißchen mehr spaß. weil ich dann so vor mich hin grinsen kann bei dem gedanken, wie sehr doch die werbung auch bei mir funktioniert: ich habe eine illusion gekauft. auf mein gehirn ist verlass, es macht eine schöne erinnerung daraus:

das erleichtert die sache erheblich und verzaubert meine deutsche haushaltspflicht in einen italienischen augenblick!


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Mittwoch, 22. Dezember 2010

weihnachtskuchen

zwischen marzipanstollen und dominolebkuchen mal schnell mein lieblingsobst: apfelkuchen habe ich gebacken zur feier der wintersonnenwende. weil ab heute die tage nicht mehr kürzer werden. mehr als dreißig kerzen leuchten mir die dunkelste nacht des jahres, hell und warm.


wegen der optik nehme ich für meinen weihnachtskuchen ungeschälte rote äpfel. innen gelb, das macht den kuchen sonnig. für den teig feines dinkelmehl, ein freilaufendes hühnerei und gute butter, etwas zucker und sonst nix.

frohes fest!


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