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Januar 2021

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Nach und nach werden alte Beiträge – ggf. aktualisiert und überarbeitet – dorthin umziehen. Bitte folgen ... :-)

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Montag, 5. Mai 2014

Chanel No. 5

Eine Duftmischung von Rosen, Jasmin und einem "Aldehyd-Akkord" verzaubert seit bald 100 Jahren nicht nur französische Nasen.

Es war 1921, am 5. Tag des 5. Monats, als Madame Coco Chanel der Weltöffentlichkeit ihr Parfum No. 5 präsentierte, das bis heute als erfolgreichster Damenduft aller Zeiten gilt. Noch zu ihren Lebzeiten soll es der Modemacherin mehr als 15 Millionen Dollar allein an Lizenzgebühren eingebracht haben.

Veronique B. - Aufbruch ins neue Rosenjahr

Nun muss ich wohl zu meiner Schande gestehen, dass ich die No. 5 von Chanel nicht mag. "Schade um die schönen Rosen", denke ich jedes Mal, wenn mir ein Hauch davon in die Nase weht.

Den ersten Hauch echten Rosendufts, den genieße ich nun schon seit Tagen, ungewöhnlich früh in diesem Jahr. Meine schöne Veronika auf dem südlichen Schattenbalkon treibt dutzende Knospen, die ersten sind kurz vor dem Aufbruch ... Ihr Duft ist Verheißung und Versprechen zugleich:

... und plötzlich weißt du:
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen,
und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.
(Meister Eckhart, 1260 - 1328)

Die Rosen werden sich frei entfalten, sie werden duften und leuchten. Wollen wir es ihnen gleichtun!

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Montag, 16. September 2013

gezähmt

- rosenworte zum montag - 

vor ungefähr einem jahr erhielt ich ein kleines geldgeschenk von einer leserin* in der wunderbaren absicht, dass ich nicht nur über steine, sondern auch über schöne momente stolpern möge.

nun, ich habe die summe noch im herbst in einen rosenstock, beste erde und einen schönen terracotta-kübel investiert, eine immergrüne alchemilla dazu kombiniert und das ganze über den winter auf meinem balkon ruhen lassen, gut eingepackt.

die duftende Veronique B.** von Guillot

im frühjahr wurde ausgepackt, regelmäßig angesehen, schädlinge entfernt, pilze gebannt, wegen später fröste noch einmal eingepackt, später erneut ausgewickelt, mit rosenpflaster verarztet, geschnitten und drei mal täglich auf dem halbschattigen balkon hin und her geschoben, damit sie immer in der sonne steht.

mehr als vierzig blüten hat die schöne Veronika mir im lauf des sommers geschenkt. sogar jetzt noch treibt sie neue knospen. gerade so, als ob sie mir vor dem winter eine ganz besondere freude machen wollte.

die blüten machen sich bestens in der vase, der ganze raum ein rosenaroma. über diese duftigen momente stolpere ich gerne!

um es mit dem kleinen prinzen zu sagen: ich habe diese rose gezähmt, habe sie mir vertraut gemacht, und nun bin ich für sie verantwortlich.

"C’est le temps que tu as perdu pour ta rose 
qui fait ta rose si importante." ***


*
großer rosendank an WY. ich freue mich täglich!

**
benannt wurde die rose nach der schweizer schmuckdesignerin Véronique Brandon, die in bemerkenswerter unabhängigkeit kreativ ist.

***
"Die Zeit, die du an deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wertvoll." - sprach der fuchs zum kleinen prinzen, im 21. kapitel. den französischen originaltext von Antoine de Saint-Exupéry, übrigens, gibt es hier als kostenloses ebook.


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Montag, 1. Juli 2013

rosenausflug

- rosenworte zum montag - 

wie jedes jahr zur schönsten rosenblüte, habe ich heute meinen alljährlichen ausflug ins landhaus ettenbühl gemacht. da ich diesen mini-urlaub bereits vor drei jahren zur besonderen maßnahme erklärt habe, wäre heute eigentlich die aufnahme in den club der rituale an der reihe gewesen.

nun ist aber heute montag. deswegen gibt es statt dessen ein paar rosenworte dazu. rituale laufen nicht davon.

Ettenbühler Rosen-Restaurant - Entrée


im rosenduftigen schatten sitzen an einem der schönsten sommertage ... nicht zu heiß mit leichter brise, von kelch zu kelch die nase wandern lassen, so lang die füße tragen ... dazu die begleitung einer lieben freundin, die genauso verzückt und rosenberauscht ist wie man selbst ... so eine rosen-wandel-schnupper-kur sollte eigentlich jede frau sich regelmäßig gönnen.

ob's verjüngt? ob's schön macht?! schnurzpiepenwurscht! denn glücklich macht es und stark - und solche augenblicke sind selten im prekären alltag.

die rosenworte dazu heute von der dichterin Emily Elizabeth Dickinson (1830-1886):
Ein Kelch, ein Blatt, ein Dorn
An irgendeinem Sommermorgen –
Ein Schälchen Tau – Bienen, ein oder zwei –
Ein Windhauch – Rascheln in den Zweigen –
Und ich bin eine Rose!
was sonst?!

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Sonntag, 3. Juni 2012

deutsche augenblicke

zwei wochen lang habe ich das sanfte klima an der italienischen riviera genossen, ein italienischer moment reihte sich an den anderen. mein leben in einer postkarte - atemraubend schöne aussichten ließen mich tief durchatmen. meine seele war mitten drin ganz weit weg.

dixan: portofino 24ore
dann überfällt es eine schon beim nachhausekommen, den koffer noch in der hand: ein deutschgrauer amtsbrief im kasten, eine anonyme botschaft auf dem AB.

„der alltag hat mich wieder“ - sagen die leute dann gerne, sehr treffend und sehr unschön. das will ich doch gar nicht! ich mag mich nicht vereinnahmen lassen von traurigen pflichten!

es ist eine gratwanderung: meinen pflichten nachzukommen, mich den aufgaben des alltags zu stellen – und mir trotzdem im herzen 'italienische momente' zu bewahren und zu erleben, während ich in echt einen deutschen augenblick nach dem anderen auszuhalten habe.

deutsche augenblicke – die sind nicht gerade berühmt für lebensfreude und leichtigkeit ….

also versuche ich, meiner erinnerung und genussfähigkeit auf die sprünge zu helfen. eine gute methode, millionenfach erprobt und bewährt: man bringt sich was mit, ein souvenir, ein stückchen italienisches dolcefarniente!

die erwachsenen meiner kindheit liebten den bunten, nutzlosen trillefitt, der dann jahrelang mehr oder weniger dekorativ im regal stand, bis er deutschgrau eingestaubt sich dem alltag des ehemaligen urlaubers angepasst hatte: die flamencopuppe aus spanien, den gondoliere aus venedig.

jedem das seine – hauptsache, es funktioniert!

für mich funktionieren als 'erinnerungshelfer' dinge, die sich benutzen oder verbrauchen oder aufessen lassen:

küchenutensilien, oliven und öl, ein schönes kleidungsstück, gerne auch notebooks aus papier (schon mal einen schreibwarenhändlicher nach der kapazität eines notizbuchs gefragt?! wieviel MB hat dieses moleskine?!) ….

in diesem jahr habe ich etwas ganz neues für mich entdeckt: ein geschirrspülmittel! natürlich mit absicht, weil ich doch meinen abwasch so sehr hasse. aber dixan sei dank duftet das waschwasser jetzt nach „portofino um mitternacht“.

nicht, dass ich jemals in Portofino gewesen wäre, schon gar nicht um mitternacht am 'feinen hafen'. ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es dann dort nach spüli riecht. ich würde das auch keinem ort auf der ganzen welt wünschen, nach spüli zu duften – zu welcher tageszeit auch immer.

fragt mich nicht, warum ich mich für 'portofino 24.00 ore' entschieden habe, obwohl es auch die variante 'capri 18.00 uhr' gegeben hätte. wo es doch auch auf Capri so schön sein soll, wegen der der blauen grotte und so. ich habe einfach beide probegeschnuppert, und portofino ist hängengeblieben. es riecht etwas kräuterwürzig mit einem hauch von bootsmotorenöl.

trotzdem: meine hausarbeit macht mir seither ein kleines bißchen mehr spaß. weil ich dann so vor mich hin grinsen kann bei dem gedanken, wie sehr doch die werbung auch bei mir funktioniert: ich habe eine illusion gekauft. auf mein gehirn ist verlass, es macht eine schöne erinnerung daraus:

das erleichtert die sache erheblich und verzaubert meine deutsche haushaltspflicht in einen italienischen augenblick!


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Mittwoch, 13. Juli 2011

spießige geranien?

kurze maßnahme no. 23

hier in meiner südwestdeutschen wahlheimat fallen mir jedes jahr im sommer die vielen geranien auf den balkonen und vor den fenstern ins auge. egal, ob ich in meinem kleinen winzerdorf oder sonstewo unterwegs bin.

gasse in burkheim am kaiserstuhl

nicht, dass ich in meiner westdeutschen jugend oder später in berlin keine geranien gekannt hätte. mein auge freut sich immer sehr über die bunten farbtupfer im deutschgrauen einerlei.

aber ständig habe ich die stimme eines längst verflossenen verliebten im ohr, der einmal sagte: „geranien sind spießig. geh blooß nicht nach süddeutschland. da hängen tonnenweise geranien von den balkonen!“

also freut sich mein auge ein bißchen weniger. leider. denn eigentlich sind ja nicht die blumen spießig, sondern die menschen, die hinter diesen blumenkästen leben. angeblich. und mit spießigen leuten will ich lieber nichts zu tun haben. da bin ich wie mein alter freund.

aber meinen südwesten mag ich doch. die – meist – freundlichen bewohner mag ich auch. sie wehren sich gegen kernkraftwerke und gegen laute eisenbahnstrecken. da sind wir einer meinung.

im grunde mag ich auch geranien. ich hätte sogar selbst welche, wenn sie denn auf meinem schattenbalkon gedeihen würden. alles habe ich versucht, aber es ist zwecklos: das vorgezogene dach und der große blauglockenbaum vor dem südfenster lassen im sommer kaum licht durch. ich sehe hier eine pflanze nach der anderen eingehen. nicht einmal nachtschattengewächse wollen hier gedeihen.

„geranien stinken wie nasse türklinken. kauf die blooß nicht!“ hatte der berliner freund mir meine balkonbepflanzung madig gemacht. ehrlich gesagt, ich weiß bis heute nicht, wie nasse türklinken stinken. damals habe ich trotzdem ein paar geranien gekauft. weil sie fast von alleine wachsen und so schön bunt sind. außerdem schützen sie mit ihrem geruch meine wohnung vor mücken - und damit vor allem mich!

aber spießig wollte ich deswegen nicht geschimpft werden. wer will das schon? nicht mal spießer wollen das. aber lässt man deswegen seine geranien vertrocknen? keineswegs. die können doch nichts dafür!

statt dessen frage ich mich, woran mein freund die gesinnung der leute im winter erkennen will, wenn die geranien von den balkonen verschwunden sind.


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Dienstag, 1. Februar 2011

farbrausch - vermietergeschichte no. 4

im haus gibt es veränderungen.


nein, der vermieter hat seine polkaquetschkommode nicht verschrottet.

im gegenteil. erst neulich hat er mit ein paar kumpels aus dem dorf eine neue combo gegründet. sie nennen sich ungefähr „die letzten raketen“. aus datenschutzrechtlichen gründen möchte ich hier den genauen namen nicht nennen.

da die jungs aber outstanding kreativ sind, wundert es mich nicht, dass ihre band entstand, nachdem im vergangenen jahr ein gleichnamiger film über eine seniorenbänd mit jan josef liefers in allen programmen der ard rauf und runter lief. ein sehr schöner, heiterer und aufmüpfiger film, übrigens. was ich von der hausbesitzermusik nicht sagen kann.

es wird also weiterhin regelmäßig geübt in der beletage. täglich ländliches rumtata, gerne stundenlang bodenständiger viervierteltakt. der vermieter ist anfang sechzig. andere rentner sind in dem alter alt-68er. ich bleibe friedlich. sie haben mir seit mehr als sechs jahren die miete nicht erhöht.

die veränderung im haus ist anderer art.

es begann schon im sommer. als ich von der reha zurück kam, war der lebensgefährte von vermieters töchterlein (wohnung parterre) ausgezogen. gut, dachte ich mir: wenn der alte (liebhaber) nicht geht, kann der neue nicht kommen. altes chinesisches sprichwort. schon im frühsommer hatte ich sie mit einem anderen mann hand in hand durch die reben schlendern sehen.

nicht dass ihr denkt, das liebesleben der winzerdorfbewohnerInnen würde mich sonderlich interessieren. aber selbst die fortschrittlichste freie radikale wird wunderlich, wenn sie so lange in einem so ehrenwerten haus lebt.

der alte war also weg. im dezember dann wurde mir von der vermieterin eröffnet, dass es einen umzug geben würde. also einen weiteren aus- und einen einzug. sie drückt sich gerne etwas umständlich aus. so hat nun töchterlein vor zwei wochen ihr hotel mama verlassen und ist zu dem neuen gezogen. weltbewegende 140 km weit fort in die fremde ferne.

töchterlein ist ungefähr mitte dreißig. mama hat abschiedsschmerz. ich bin da leidenschaftslos aber ein bißchen froh, weil meine wohnung nicht mehr täglich bebt, wenn töchterlein das haus bevölkert.

schluss mit treppenabsatzklappern mit großem getöse, interfamiliärer kommunikation über die stockwerke gebrüllt und türenknallen auf dem weg zur arbeit morgens um halb acht. das ist seit mehr als sechs jahren meine aufwachzeit. ich werde nun einen wecker kaufen müssen.

jetzt ist sie also weg. da die alte gegangen ist, kann der neue (mieter) kommen. der neue – so viel hat die hausfrau mir schon verraten – ist ein junger (also jünger als sie) auswärts berufstätiger mann, der vorraussichtlich (= vermieterspeak für hoffentlich) nur am wochenende im haus sein wird.

„außerdem sind die eltern aus dem dorf, die kennen wir schon seit jahrzehnten. da hoffen wir mal, dass das gut geht.“ aha. der arme kerl. voll unter elterlicher und vermieterlicher kontrolle. mir schwant, das scheint ihnen wichtig zu sein, nachdem sie meine eltern immer noch nicht kennen und auch ich mich nicht sonderlich gut kontrollieren lasse.

damit der neue auch tatsächlich kommen will, wird die wohnung im erdgeschoss vorher renoviert. das passiert derzeit. weil die vermieter ordentliche deutsche sind, wird auch nur mit ordentlicher farbe gepinselt: die supergiftige mit dem totenkopf auf dem etikett. weil die länger hält. oder bessere ergebnisse bringt. was weiß denn ich.

farbtöpfe und aller anderer „renovierkram“ stehen auf meiner ‚absolutely-no-like-liste‘. die dämpfe sind mir zu heftig. machen kopfschmerzen, übelkeit und schwindelfegühl. die vermieter hingegen scheinen nicht nur mit den ohren taub zu sein, sondern auch in der nase. gnadenlos und tagelang stehen sie glücklich grinsend im farbmief als wären sie sniffer auf tüte.

vielleicht brauchen sie den ätherischen chemokick, um das eigene gedudel besser ertragen zu können. damit nicht gleich wieder alles verfliegt, verzichten sie darauf, fenster und balkontür zu öffnen. statt dessen wird ausgiebig ins treppenhaus gelüftet.

weil dünste aus physikalischen gründen gerne mal noch oben verfliegen, landen sie alle bei mir unterm dach. meine wohnungstür ist nicht dicht – kurz: ich habe derzeit ein olfaktorisches gleichgewichtsproblem.

im vergleich zu dem, was mir sonst so schlaflose nächte macht, ist das eine geradezu harmlose ablenkung.


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Freitag, 12. November 2010

letzte rose im herbst 2010

ende oktober oder anfang november - es ist jedes jahr ähnlich: mit großer wehmut verabschiede ich mich vom rosenduft, der meinen sommer begleitet hat.

Ikebana-Keramik: B. Weiß

in diesem jahr ist friesia die (vermutlich) letzte blühende duftrose von meinen zwölf dornen-feen, die auf dem garagendach wohnen. friesia, die so frisch nach zitronen duftet; die besonders frostharte, unermüdlich blühende, die auch im mai die erste war nach dem winterschlaf.

in der vergangenen woche habe ich diese eine nachzüglerblüte vom strauch geschnitten. innerhalb eines tages ist sie auf meinem schreibtisch verduftet und hat sich fallen lassen. seitdem liegen ihre petalen da herum und trocknen vor sich hin. sonnengelb. ich mag sie gar nicht wegräumen. draußen ist es grau.

herr de saint-exupéry ließ seinen kleinen prinzen sagen: „ce qu'ils (les hommes) cherchent pourrait être trouvé dans une seule rose …“ - „was der mensch sucht, kann er in einer einzigen rose finden.“

das finde ich zwar etwas übertrieben und plakativ, denn es gibt ne menge, was mir fehlen würde, wenn ich im leben nur diese eine rose hätte und keine mietzekatze, zum beispiel. oder all das andere zeug und erst die menschen, die mir wichtig sind. da gibt es durchaus einiges, wonach ich in meiner rose vergeblich suchen könnte.

aber es steckt schon eine menge wunder in jeder einzelnen von ihnen: nicht nur schönheit und duft der blüten. auch das wehrhafte der stacheln, das nährende der hagebutten. dass sie sorgfalt lehrt und verantwortungsgefühl, aufmerksamkeit fordert und pflege. weil sie mir vormacht, wie das geht: pause machen! weil sie hoffnung macht, zuversicht und die gewißheit, dass sie im nächsten sommer wiederkommt.

auf all das möchte ich keinesfalls verzichten - alors je suis responsable de la rose....


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Sonntag, 17. Oktober 2010

rituale no. 2 – la caffettiera

ich schrieb es schon mal zu anfang des jahres, als ich von meinem sonntagsfrühstück berichtete, dass mir rituale - also die kleinen selbstgewählten regelmäßigkeiten im alltag - halt geben.

hat eigentlich irgend eineR von euch gemerkt, dass ich da im februar ein kochrezept verbraten habe? so weit war es gekommen mit mir! ‚damals‘ gehörte ich zur arbeitenden bevölkerung, meine akkus waren ziemlich leer: eier mit speck füllten meine kreativen lücken.

espressokocher: VeV viganò, 1990

zur zeit bin ich wieder freie radikale. das bedeutet: ich produziere drei bis vier texte in der woche, gebe kurse zwei bis drei mal im monat. den rest der zeit bin ich damit beschäftigt, meinen alltag zu organisieren, irgendwie wieder boden unter die füße zu bekommen und diese bodenhaftung dann auch möglichst zu behalten.

rituale sind da ganz besonders wichtig, weil sie mir helfen, struktur in mein leben zu bringen. die bereits erwähnten ‚eier mit speck‘ gibt es bei mir ungefähr einmal in der woche. es gibt auch rituale, die finden täglich statt. ganz regelmäßig, ohne ausnahme.

die rede ist von meinem allerliebsten lieblingsritual. damit beginnt mein tag. ein tag, der so nicht beginnt, ist keiner:

das kaffeekochen. mit dem italienischen espressokocher. seit dreißig jahren geht das schon so. quasi jeden morgen. verschone mich bloß mit filterkaffee!

meine erste caffettiera bekam ich mit achtzehn. von einem italienischen freund aus rom. die war noch aus aluminium, in der typischen achteck-form, per due tazze. bei uns im rheinland kannte man das damals noch nicht. für die ersatzteile fuhr ich ‚mal eben‘ nach roma. den schlüssel für die wohnung in tiburtina hinter der stazione termini besitze ich noch heute.

später wurden meine espressokocherinnen größer. die aktuelle ist aus edelstahl, natürlich aus italien, sechs tassen. sie bedient mich seit zwanzig jahren mehrmals täglich. es ist jeden morgen dasselbe in meiner kleinen zwergenküche, ein fest einstudierter tanz:

caffettiera von der anrichte nehmen. vierteldrehung nach rechts. ober- und unterteil auseinanderschrauben. sieb herausnehmen. kaffeerest vom vortag in den müll schnicken. alle teile kurz abspülen. trocknen. wasser ins unterteil einfüllen. vierteldrehung links. unterteil absetzen. sieb einsetzen. halbe drehung rechts: kaffeedose mit links vom regal nehmen. den kaffeelöffel, der immer obenauf liegt, in die andere hand. halbe drehung zurück nach links, derweil den deckel von der dose abnehmen. drei portionen pulver ins sieb füllen. kaffeelöffel leicht auf den siebrand schlagen, damit letzte pulverkörnchen abfallen. halbe drehung nach rechts. derweil deckel auf die kaffeedose drücken. dose im regal abstellen und löffel obenauf legen. viertel drehung nach links. caffettiera-oberteil von der spüle nehmen. viertel drehung nach links. oberteil aufs unterteil schrauben. gut festzurren. dabei richtigen drehmoment abpassen.

dann wird‘s sportlich: griff nach links oben, leichte körperdehnung: da steht der rote campinggaskocher im regal. der espresso muss aufs feuer. in berlin hatte ich gasherd und passende verkleinerungsringe. hier in dreyeckland südwest habe ich nur eletroherd. schrecklich. damit kann man aufwärmen, aber nicht kochen. erst recht keinen kaffee. etwa alle zehn bis vierzehn tage braucht der kocher eine neue kartusche.

den gaskocher auf die anrichte stellen. caffettiera obenauf mittig ausrichten. anzünden mit streichholz. feuer zu feuer. ende des ersten akts.

es geht gleich weiter mit einer halben drehung und griff nach rechts rückwärts: die stehen die großen milchkaffeeschalen im regal. die lieblingstasse für den tag auswählen, körperdrehung zurück, tasse abstellen. vierteldrehung nach links, kühlschranktüre öffnen, milchtüte aus der tür nehmen, kühlschranktüre schließen. etwas milch in die tasse füllen. dabei zähle ich bis drei. dann ist immer gleich viel milch in der großen tasse. milchtüte zurück in den kühlschrank.

die schöne tasse mit dem schluck milch kommt jetzt für dreißig sekunden in die mikrowelle. dann ist die milch warm, die tasse ebenso. nichts ist schlimmer, als heißen kaffee in eine kalte tasse zu füllen. pfui!

bis der kaffee sich gemacht hat, haben wir eine kurze pause. zeit genug, um das katzenfutter zu richten oder die spülmaschine auszuräumen.

wenn der espresso aus dem röhrchen sprotzelt und faucht – oh wie ich dieses geräusch liebe, und erst den duft dazu! - dann wird die milch mit dem schneebesen schaumig gerührt. hauptsache, die milchhaut ist mikroskopisch klein zerstückselt. die mag ich nämlich nicht.

dann den espresso schwungvoll hinein, möglichst nach latte art ein herzchen in den schaum dekoriert. caffetiera abstellen, den feuerwehrroten gaskocher wieder hoch ins regal mit leichter drehung und dehnung nach links oben. zurück auf den boden, griff ins regal geradeaus hinter dem herd: kleine kakaowolke auf den milchschaum stäuben. fertig.

und dann. dann! jaaaaa!

während ich dies schrieb, habe ich zwei mal kaffee gekocht. es ist aber auch zu schön.


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Mittwoch, 18. August 2010

reizklima

offiziell bin ich hier in einer gegend mit absolut guter reiner frischer luft, meistens vom meer her. die klinik ist bekannt für ihre atemwegserkrankungs-heilabteilung mit bester meeres-aerosoltherapie.

sonnenuntergang: ostsee (august 2010)

das gesunde meeres-aerosol ist voll mit feinem salz, jod und magnesium und noch viel mehr so konstruktivem zeugs. deswegen plitsche ich am liebsten mit nackten füßen an der wasserkante längs. atme tief ein und wieder aus. gerne stundenlang. immer auf und ab. dazu war bislang leider noch keine zeit. aber ich bin ja auch erst seit drei wochen hier.

selbst wenn es mal nur eine knappe halbe stunde ist kurz vorm dunkelwerden, tut das wasserkantenplitschen der lunge und meiner seele doch gut. auch optisch ist es abends am meer besonders reizvoll.

nun gibt es aber ein phänomen, das wundert mich wirklich und zwar schon seit fast zwei jahrzehnten: jedes mal, wenn ich an der ost-ostsee bin oder sonstewo in der ex-ostzone, riecht es - auch an der sogenannten „frischen luft“ - streng nach altem pommesfett. das finde ich nicht appetitlich.

die bratfettbuden scheinen strategisch verteilt, gerne auch mal bis an den strand runter. es gibt vorn an der strandpromenade ein eiscafé. wenn ich da direkt davor stehe, duftet es nicht etwa einladend nach kaffee oder schlagsahne. nein! der gestank von längst überfälligem frittürenbad macht mir brechreizklima.

ich bitte um entschuldigung dafür, dass ich jetzt überhaupt nicht politisch korrekt bin – aber ich weiß nicht, wie ich meine erfahrungen anders in worte fassen könnte: „bei uns“ - also in besserwessiland – kenne ich das so extrem und in dieser häufigkeit nicht, dass das heiße fett auch außerhalb der küche zu riechen ist.

seit zwanzig jahren frage ich mich: wie kommt's? und: könnte man das nicht irgendwie abstellen? mögen 'die' das? seid „ihr ostdeutschen“ olfaktorisch so .... unempfindlich? .... abgehärtet?

derjenigen, die mir diese frage hinreichend sinnstiftend, fundamental wissenschaftlich und bitteschön auch politisch mindestens teilweise korrekt beantworten kann, spendier ich auf wunsch gerne eine goldene maßnahme. oder auch ne portion pommes rotweiß.


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Samstag, 3. Juli 2010

einen rosengarten? versprochen!

kurze maßnahme no 15 ist mein alljährlicher ausflug in den spektakulärsten park der umgebung. immer im juni oder juli, wenn die rosen am schönsten blühen! landhaus ettenbühl  heißt der zaubergarten, in dem ich am liebsten ganz und gar verduften möchte, alles alltagsgrau vergessen kann und die schnöden gerüche der zuvielisation ebenso.


hier, wo rosen die bäume hinauf wachsen bis in den himmel, ist tatsächlich alles rosenduft wie sonst nie in meinem leben. ein paar stunden lang, mitten in den sanften hügeln des markgräflerlands: im milden schatten sitzen, bienen summen und brunnen plätschern hören. den duft von rosen und lavendel in der nase.

erholung für meine sinne wie selten. in diesem jahr schon sommerhitze, manche blüten morbide welk und erschöpft von sonne und regen. es gibt keine schönheit ohne den wandel!


gewandelt bin ich auch durch das neue labyrinth, erst kürzlich eröffnet. dichte hecken über augenhöhe, kein ausweg in sicht. der imaginäre faden immer in meiner hand - wie ich es von ariadne in knossos lernte – hat mich sicher geleitet.


am ende der reise durch den majestätischen schattenschutz der mammutbaumallee geschritten wie die kaiserin auf dem weg zum festmahl.


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Mittwoch, 19. Mai 2010

sandstrandsand-sammlung

in der kurzen maßnahme no 11 dreht sich alles um den mandelkern. oder wie auch immer dieses kleine fitzelchen im limbischen system meines gehirns heißt, wo durch düfte gefühle ausgelöst werden:



das ist quasi ein positiver trigger, der auch für das schreiben von lebendigen texten gilt: schreibe ich statt des allgemeinen wortes „rote blume“ das konkretere wort „duftende rote rose“ hier hin, dann wird in den gehirnen meiner geneigten leserInnen dasselbe hirnareal angeregt, als ob sie tatsächlich an einer rose schnuppern! genial, oder?!

leider gilt das anders herum auch für ‚gülle‘ – aber nur so lange, bis ich mir wieder in erinnerung rufe, dass ‚gül‘ das türkische wort für rose ist.

so trickse ich in meinem kleinen landleben mir das eine oder andere alltagsgraue bunt und lecker. das funktioniert nicht nur mit gerüchen, sondern auch mit anderen schönen erinnerungen.

meine schönsten erinnerungen habe ich in kleinen einweckgläsern konserviert - lange bevor irgendwer vom mandelkern genaueres wusste: von den stränden der letzten zwanzig jahre habe ich sandproben mitgebracht. die stehen etikettiert in reih und glied. ohne verfallsdatum. wenn ich mal fernweh habe, dann suche ich mir mein traumziel aus und streue davon eine prise in die mit meersalzwasser gefüllte badewanne.

das kribbelt so schön. und duftet nach ganz weit weg!


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Mittwoch, 21. April 2010

geschenkt: schaumschläger

wenn eine eine reise tut .... dann hat sie nicht nur was zu erzählen, sondern es wird auch von ihr erwartet, dass sie den daheim gebliebenen etwas freundliches mitbringt. zur erinnerung: das souvenir. sozusagen als wiedergutmachung dafür, dass sie alleine losgezogen ist und die anderen nicht mitgenommen hat.


woher dieser brauch stammt und seit wann es ihn gibt, habe ich leider nicht herausfinden können. es scheint aber etwas sehr archaisches zu sein. schon kleine kinder erwarten, dass papa oder mama ihnen etwas mitbringen, wenn sie das haus mal ohne anhang verlassen.

souvenirs scheint eine gewisse magie anzuhängen: aschenbrödel erhielt vom kutscher als mitbringsel aus der stadt drei haselnüsse von ganz außergewöhnlicher zauberkraft.

ein souvenir darf gerne etwas landestypisches sein, sozusagen als beweis dafür, dass ich tatsächlich an dem ort war, von dem ich im anschluss an die reise freudig oder traurig erzähle. freudig, weil ich dort war. traurig, weil ich nicht mehr dort bin. vielleicht.

ein souvenir darf aber auch nicht zu sehr an die ferne erinnern und auf keinen fall zu schön sein, um die armen daheim gebliebenen nicht noch neidischer zu machen, als sie es ohnehin schon sind.

individuell sollte es sein und zumindest ein bißchen auch der besouvenirten gefallen; ein souvenir darf nicht ärgern; also bloß nix kaufen, was dann zu hause doch bloß rumsteht und abgestaubt werden möchte oder sonstewie arbeit verursacht!

es soll leicht sein, damit der eigene koffer auf dem heimweg nicht so schwer wird.

auch zerbrechlich sollte es möglichst nicht sein, das verkomplifiziert die rückreise: meine 5kg handgepäck sind sowieso ausgebucht mit kamera und netbook. umso wertvoller fühlt sich die bedachte, wenn es dann tatsächlich etwas filigranes gibt, das nicht nur bei der auswahl, sondern auch beim rücktransport großer aufmerksamkeit bedarf.

was eignet sich also?

für mich selbst bringe ich gerne was für meine küche mit. ein besonderes kochwerkzeug, das es bei uns nicht gibt. oder ein gewürz. vielleicht auch irgend etwas aus dem supermarkt, etwas, das im besuchten land alltäglich – bei uns aber nur wenig bekannt ist. aus mauritius zum beispiel habe ich mir damals ein chutney aus zitronen, honig und chili mitgebracht. das war so dermaßen lecker, da träume ich heute noch davon! leider gibt es das bei uns nirgends. aber das ist ja auch gerade wieder das gute daran gewesen!

in zeiten der globalisierung ist das mit den sachen von ganz weit weg manchmal schon so eine sache. man kann ja inzwischen fast alles auch hier kaufen (mit ausnahme von mauritianischem zitronenchilihonigchutney) – oder zumindest übers internet bestellen. soll ich mir die mühe überhaupt noch machen?

so ess-sachen sind auch nicht jederfraus geschmack. was ich ganz lecker finde, mag meine freundin vielleicht überhaupt nicht. dann steh ich dumm da. manchmal passiert es mir auch, dass etwas, das ich vor ort unschlagbar köstlich fand, zu hause dann überhaupt nicht mehr schmeckt. weil die luft eine andere ist oder das licht, weil der tee mit anderem wasser gekocht wird, weil die zikaden hier nicht so laut singen. manches schmeckt eben nur dort, wo es auch hergestellt wird und ortsansässig zur kultur passt.

wo auch immer ich hinging in meiner osterferienwoche, überall gab es diese türkis(ch)blauen glasaugen gegen den bösen blick. in allen variationen. außerdem türkische süßigkeiten. prima, habe ich gedacht. aber denkste! das güllü lokum (geleewürfel mit rosenaroma) hätte ich wohl doch vorher probieren sollen ….

dann gab es noch seife. original osmanische olivenölseife! mit byzantinischem rosenaroma! das ist bei uns derzeit auch hochmodern. aber seife?! ich weiß gar nicht, wann das angefangen hat, diese marotte, dass sich plötzlich alle gegenseitig seife schenken.

zum ersten mal erlebt habe ich das vor rund zwanzig jahren in japan. japanerInnen schenken sich gegenseitig seife gleich kiloweise und finden das ganz unbedenklich. in japan macht das sinn, denn dort geht jedeR jeden abend ins o-furo, privat oder öffentlich. und dort ist es usus, sich vor dem heißen bad in der großen gemeinschaftswanne ganz und gar mit seifenschaum einzuhüllen, so dass nicht ein quadratzentimeterchen haut mehr nackig bleibt. sehr japanisch, diese verschäumte verschämtheit. da verbraucht sich ein seifenstück schnell.

ich selbst aber benutze seife am stück kaum noch, schon lange nicht mehr. duschgel, handwaschpaste – alles in flaschen oder tuben. für ein stück seife brauche ich mindestens ein halbes jahr, bevor es sich vollends in schaum aufgelöst hat.

seife ist für mich etwas sehr intimes, sie geht mir schließlich an (und über den geruch auch unter) die haut. da bestimme ich gerne selbst, woraus sie gemacht ist, wie sie sich anfühlt, wonach sie duftet. ich suche sie mir auch gerne aus: es ist mir ein großes sinnliches vergnügen, an den verschiedenen seifenkuchen zu schnuppern. das überlasse ich nicht gerne anderen.

weil es mir selbst also nicht angenehm ist, von anderen beseift zu werden, verschenke ich auch keine. höchstens auf ausdrücklichen wunsch.

leider hat sich das noch nicht so herumgesprochen: seit ungefähr zehn jahren bekomme ich ‚ständig‘ seife geschenkt. ich kann sie gar nicht so schnell verbrauchen, wie sie sich im schrank türmt. manchmal frage ich mich schon, ob ich vielleicht nicht gut rieche?

jedenfalls hänge ich total hinterher mit meinem seifenkonsum und benutze seit jahren notgedrungen irgendwelche seife, die schon ganz lange im schrank lag und mal ganz lieb gemeint war, die ich aber aktuell eigentlich gar nicht mag, bloß weil ich so ein schlechtes gewissen kriege, wenn ich sie wegwerfe und mich statt dessen mit meiner eigenen jetzt-lieblingsseife wasche.

ich muss das mal publik machen in meinem bekanntenkreis: mo jour kauft ihre seife selbst. es gibt dinge im leben, die kann eine kaiserin nicht delegieren. erst recht nicht, wenn sie so geruchsempfindlich ist wie ich es bin.

wo war ich, bevor ich auf der seife ausrutschte und mich daran festhielt? richtig: bei der möglichst gelungenen auswahl von souvenirs.

da hilft nur eines: vorher nachfragen! und zwar mit einer ganz direkten offenen frage, die eine konkrete antwort fordert. auf keinen fall mit der geschlossenen ja/nein-frage. also nicht „darf ich dir was mitbringen?“ das findet natürlich jedeR toll und sagt "ja!", aber mit der entscheidung stehe ich wieder alleine da. unbedingt fragen „WAS darf ich dir mitbringen?“ - darauf erwarte ich eine krass korrekte antwort. wenn die nicht kommt, dann gibt es eben .... schaumschläger?!


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Samstag, 17. April 2010

blümchenwiese

weil es so schön ist, kurze maßnahme no. 7 jedes jahr aufs neue:

sobald es wieder warm genug ist für die ersten kleinen fahrradtouren rund um meinen b-berg, sind auch schon die blumenwiesen reif für die erste ernte:

Blühende Tulpen - Markgräflerland
von diesen blumenackern gibt es in meiner nähe mehrere. sie sind so geschickt bepflanzt, dass ab märz/april bis in den herbst ununterbrochen irgendwelche zur jahreszeit passenden blumen dort blühen.

es ist wie der mädchentraum aus kinderzeiten, mitten auf einer blühenden wiese zu sitzen und mich nach herzenslust bedienen zu dürfen!

ich radel da regelmäßig hin und stelle mir meine lieblingsblumen zusammen. neben dem feld steht ein tisch mit preisliste und ein paar messern: davon eins geschnappt, dann ab auf die blümchenwiese, an allem geschnuppert, farben bewundert, bienchen begrüßt und blumenstrauß ausgesucht!

am ende wird das messer wieder abgegeben, die blumen gezählt und passendes kleingeld in die bereitstehende kassenbüchse geworfen.

ich liebe es!


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Montag, 5. April 2010

klapperstorch im weltwunder

das war eine schöne überraschung, als ich neulich vorgestern das dritte weltwunder der antike besuchte: oben auf der letzten noch verbleibenden säule des artemistempels liegt ein bewohntes storchennest. mit mindestens einem storchenkind drin, das von mama und papa storch fleißig mit frischen fröschen und babyschildkröten gecatert wird. das große klappern gehört hier ganz natürlich zum handwerk:


artemis hätte das sicher gefallen, denn sie gilt nicht nur als göttin der tiere, sondern auch als jagende bestimmerin über geburt und sterben, die erde selbst. artemis war nie verheiratet, keinem manne untertan, sie war frei und kinderlos - und wurde verehrt als beschützerin der frauen jeglichen alters und der kinder.

der ihr geweihte tempel bei ephesos an der türkischen ägäisküste war groß wie ein fußballfeld und dreißig meter hoch. jede menge platz also für angemessene verehrung. eine der vielen tempelvarianten, die im lauf der zeiten entstanden und wieder verfielen, war so schön, dass er in der antike zum weltwunder erklärt wurde. übrig ist davon leider nicht mehr viel: die weiße pracht der letzten version wurde in byzantinischer zeit als marmorsteinbruch vernutzt.

die einzige säule, die symbolhaft noch steht (von ehemals mehr als 120), ist so hoch wie die berliner altbauten aus der gründerzeit: traufhöhe 14 meter. das sind immerhin rund dreiviertel ihrer ursprünglichen größe. die säule steht auch nicht zufällig noch da (das wäre dann ein doppeltes weltwunder), sondern wurde neuzeitlich aus vorhandenen resten mit zement zusammengeklebt. das vermittelt immerhin einen ungefähren eindruck.

sonst gibt es da nix mehr, ein paar große steinblöcke liegen herum. in der woche vor meinem besuch hatte es heftig geregnet, ein großteil des geländes steht noch unter wasser: tümpel und sumpfwiese, teils bedeckt von quietschegrünen algen. eine gänsefamilie in formation marschierte hindurch.

da das ehemalige tempelgelände außer der einen säule, den paar herumliegenden trümmern und einer handvoll souvenirständen optisch nicht viel zu bieten hat, halten die touristen hier meist nur für ein beweisfoto – wenn überhaupt. es kostet noch nicht einmal eintritt. die antike ruinenstadt ephesos nebenan ist da weitaus spektakulärer. bloß das meer ist nicht mehr da, wo es früher mal war.

auch ephesos habe ich mir angesehen, und es ist wirklich beeindruckend – aber die dazu berichteten fakten hatten mit den wirklich wichtigen dingen im leben einer frau nicht viel zu tun. ich fand es wenig aufschlußreich, zu erfahren, welcher kaiser wann welchen triumphbogen oder welches theater oder welche bibliothek gebaut oder abgerissen hat.

es ist – wie so oft in der HIStorie - als hätten dort überhaupt keine frauen gelebt, obwohl die stadt schon in der antike rund eine viertel million einwohnerInnen gehabt haben soll. frauen waren wohl auch hier den herren nicht der rede wert – höchstens als jungfräuliche priesterinnen der großen göttin kommen sie vor. das können ja aber nicht alle gewesen sein. HERstory wurde nirgendwo aufgeschrieben.

angesichts dessen wundert es mich wenig, dass so ein riesiger tempel zu ehren der größen göttin quasi zu nichts zerfällt, während das angebliche bordell der antiken hafenstadt noch vergleichsweise prima erhalten ist.

da ich bei artemis also meine ruhe hatte, bin ich ganz lange auf den trümmern im sumpf gehockt, habe die schildkröten beobachtet, den fröschen zugehört, die schöne duftende frühlingsluft genossen und die relative stille. ich fand diesen platz bemerkenswert, fast magisch - und von einer ganz einzigartigen energie, wie ich sie noch nirgendwo gespürt habe. dieses tempelgelände ist ein ort von sehr sehr großer kraft, ohne zweifel.

am liebsten hätte ich an diesem quakenden froschteich auf den steinen unter der säule einen kleinen hulatanz zu ehren der göttin aufgeführt. das hätte ihr sicher gefallen. ich gestehe: ich habe es nicht gewagt. man darf nicht vergessen, dass ich mich hier in einem islamischen land befinde und sehr froh bin, mich als ungläubige frau alleine draußen überhaupt frei bewegen zu dürfen. ich wollte niemanden provozieren und habe getanzt nur in meinen gedanken.

die idee, ausgerechnet in meinem siebenmalsiebten lebensjahr eine wallfahrt zum tempel der artemis bei ephesos zu unternehmen – und das ausgerechnet an einem karfreitag, verdanke ich der heiteren koinzidenz, dass meine eine woche osterurlaub aus finanziellen gründen hier stattfindet: möglichst auf der sicheren sonnenseite, unbedingt direkt am meer und eventuell badebare temperaturen – das waren meine bedingungen. da gab es für mein budget nicht viele möglichkeiten.

im grunde reicht es mir, so viel wie möglich am strand auf und ab zu laufen und bei langeweile ein paar alte steine besichtigen zu können.

dass ich auf einen solchen schatz an alter heiligkeit und mystischer atmosphäre stoßen würde – nicht im traum hätte ich daran gedacht! es ist fast, als wäre ich schon einmal dort gewesen, früher mal. viel früher. durch ephesos bin ich gestapft mit schlafwandlerischer sicherheit, die erklärungen habe ich gar nicht gewollt, ich habe mich bestens ausgekannt. von ferne hörte ich die sprechgesänge der menge im großen amphitheater zu ehren der artemis. stundenlang. das theater dort ist groß, die akustik ist selbst in der ruine noch gigantisch. stellt euch ein steinernes halbrundes stadion vor, gefüllt bis auf den letzten platz. unfassbar.

eine der artemis zugesprochenen pflanzen übrigens - artemesia vulgaris (beifuß) – gilt als besonders wohltuend in den wechseljahren: artemisia regt die hypophyse an, wirkt krampflösend, kreislauffördernd und wird empfohlen als universalentgiftungspflanze für frauen, weil sie die ausscheidung von stoffwechselschlacken über harn, schweiß und menstruationsblut unterstützt.

auch das andere kraut der großen göttin artemis hat in meinem leben lange eine rolle gespielt: artemisia absinthium, die grüne fee. wie oft habe habe ich mir wermut auf die schwermut gekippt, um den schmerz zu lindern und das schreckliche gefühl, nicht gut genug zu sein.

aber das ist lange her. jetzt ist erst einmal die heilende seite von artemis für mich zuständig, für ein ganzes weilchen. das hoffe ich zumindest.


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Sonntag, 28. Februar 2010

ritual* no 1: sonntagsfrühstück

es hat mal einen menschen gegeben, der hat mir ins gesicht gesagt, dass er mich schrullig findet. irgendwie. das hat mich ein bißchen irritiert.

ein blick in den duden erklärt schrullen als „wunderliche angewohnheiten, marotten, ticks, spleens oder macken“. oder gar: „(oft von älteren menschen) befremdende, meist lächerlich wirkende angewohnheiten“.


ähem. bin ich ein ‚älterer mensch‘? das ist relativ und kommt auf die bezugsperson an. klar, ich bin älter als meine jüngere schwester und noch ne ganze menge anderer leute. aber das war schon immer so. trotzdem hätte ich mich als zweijährige sicher nicht als ‚älterer mensch‘ bezeichnet. vielleicht ist man ein älterer mensch, wenn man älter ist als die hälfte der bevölkerung?

das weibliche durchschnittsalter in deutschland liegt bei 45,2 jahren. tja. da bin ich jenseits. definitiv. ich muss mich wohl damit abfinden: ich bin eine alternde frau. das kann jeder passieren.

leider habe ich damals nicht weiter nachgefragt, und deshalb ist mir bis heute unklar, was derjenige mit dem prädikat „schrullig“ genau gemeint hat. vielleicht hatte ich angst vor der antwort. wir waren danach auch nicht mehr sehr lange befreundet.

wollte er sagen, dass ich schrullen habe? oder wollte er sagen, dass ich eine schrulle sei? haben oder sein - das ist die frage! auch hier:

schrullen haben, kann nämlich auch bedeuten, dass man „tolle einfälle“ hat, also gute ideen. geht aufs niederdeutsche zurück. dann wäre es ein nettes kompliment gewesen. ich denke jedoch, derjenige war des niederdeutschen nicht mächtig. er war eher niederträchtig.

deswegen befürchte ich fast, er wollte mir unterstellen, dass ich eine schrulle** sei, und das ist nun wiederum etwas ganz gemeines, in männeraugen zumindest: „die bezeichnung für eine ältere, eigensinnige frau mit einer abseits der norm liegenden persönlichkeit und charaktereigenschaften, die im allgemeinen als seltsam oder verwirrt bis leicht verrückt angesehen werden“ - sagt das wikiwörterbuch. madonna!

wenn ich mir diese definition aber mal auf der zunge zergehen lasse, so wort für wort …. dann stelle ich fest, wie sich mir mehr und mehr ein verschmittstes grinsen im gesichte breit macht. dass ich älter bin, hatten wir ja oben schon geklärt. dazu eigensinnig? nicht mainstream? außergewöhnlich, von mir aus auch ‚leicht verrückt‘? na, immer her damit! mit dem größten vergnügen oute ich mich hier als schrullentrulla!

nachdem das also mal raus ist, kann ich jetzt - in verbindung mit meinen schrulligen angewohnheiten – endlich zu meinem eigentlichen sonntagsthema kommen:

was andere vielleicht ‚schrullig‘ nennen, das sind für mich ‚rituale‘. also sachen, die ich immer wieder tue auf immer die gleiche art und weise, und das schon seit vielen vielen jahren. diese dinge geben mir halt im leben, sie strukturieren meinen alltag. deswegen sind sie mir wichtig, lieb und teuer. ich muss nicht jedes mal neu drüber nachdenken, ob ich was wann wie warum mache: ich mach‘s einfach, weil ich‘s so mache.

mein sonntagsfrühstück zum beispiel. das gibt es seit meiner kindheit. es ist vielleicht das einzig schöne, was ich damals hatte und das ich mir in mein erwachsenenleben gerettet habe. sonntags gibt es bei mir "eier mit speck auf toast". fast immer. regelmäßig. toastbrot deshalb, weil die bäckerin damals sonntags noch nicht geöffnet hatte. frische brötchen gab es bei uns nur samstags. und sonntags eben toastbrot. aus dem altmodischen toaster, der an den seiten klappen hat wie flügel. da steckt man die toastscheiben rein. wo das toastbrot drin anbrennt, wenn man es nicht rechtzeitig wendet und rausholt. das hüpft nicht von alleine.

diesen toaster meiner kindheit besitze ich noch. er funktioniert bestens. sonntag um sonntag. ich habe ihn all die jahre gut gehütet. er war ein hochzeitsgeschenk für die eltern. gute deutsche wertarbeit. aus edelstahl. im oktober wird er ein halbes jahrhundert alt sein. älter als ich.

während der toaster das brot röstet, habe ich die zeit im auge. gleichzeitig schneide ich den mageren speck in feine scheiben, gebraten wird der in butter, weil das so gut duftet. ich habe noch die großmutter im ohr: „kind, du musst den speck in butter braten. damit fängt man männer!“ das schien ja was tolles zu sein. wer jetzt denkt, ich hätte hier einen käfig voller kerle im haus, die sämtlich opfer meiner speckschrulle wurden, irrt: ich habe sie immer wieder freigelassen.

die eier werden gut verkleppert mit einem schluck milch, einer prise zucker und etwas sojasauce. zum schluss noch ein schwapp sprudelwasser: das macht mein rührei fluffig locker. über den knusprigen speck gießen und stocken lassen. pfeffern salzen fertig! wichtig ist eine gute pfanne. auch da bin ich perfekte schrulle: das ei darf weder anbeppen noch schwarz werden.

ich nehme auch immer nur mageren speck. und das, obwohl ich sonst so gut wie kein schweinefleisch esse. "eier mit speck auf toast" ohne speck - das geht einfach nicht. so mit anfang zwanzig war ich mal zum frühstück eingeladen bei jemand anders, das war in basel. da gab es ebenfalls eier mit speck, oh wunder! der mann kam auch aus dem rheinland. wir haben sehr darüber gelacht, über unser beider traditionelles früchstücksei. der hat aber keinen mageren speck benutzt, sondern fetten. da war klar: der kommt aus düsseldorf.

dazu habe ich dann gerne einen frischen orangensaft oder einen becher darjeeling. und eines der brandenburgischen konzerte von bach. seit ungefähr dreißig jahren. fast jeden sonntag.

böse zungen könnten jetzt von ‚zwangsneurose‘ reden. sollen sie ruhig, wenn die das brauchen. aber wehe, es sagt noch mal eineR „junge frau“ zu mir, und sei es auch nur aus versehen – dem werde ich zeigen, was ne schrulle is‘! ab sofort bin ich nur noch „gnädige frau“ - wenn schon "älter", dann aber auch richtig!


* rituale sind ganz spezielle besondere maßnahmen
** schrulle ist feminin. hat wer ne ahnung oder eine idee, wie das männliche gegenstück heißen könnte?
wenn wir es analog zu macke - macker bilden, vielleicht schruller?


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Donnerstag, 29. Oktober 2009

die letzte rose im herbst

als ich vor mehr als sieben jahren in den süden zog, entdeckte ich den duft der rosen für mich.

schon seltsam, dass ich bis in meine lebensmitte dafür gebraucht habe. natürlich habe ich rosenduft auch vorher gemocht. aber niemals war er so wichtig für mich, dass ich ihn für immer um mich gewünscht hätte.

die rosen, die ich im blumenladen kaufte, die ich geschenkt bekam und die meine großstadtwohnung schmückten: sie ernährten mich allein optisch, berührten nur selten olfaktorisch meine seele.

zu meiner ersten wohnung auf dem land gehörte ein kleiner garten. keine frage – da musste eine rose her! ich brachte irgend eine mit aus dem baumarkt. ohne wissen und ohne den hauch einer ahnung, dass ich eine der schönsten und wertvollsten rosen überhaupt erwischt hatte, und dass diese der grundstock werden sollte für eine stachelige duftleidenschaft.


innerhalb weniger monate war meine baumarktrose meterhoch. schwer vom duft der blütenbüschel bogen sich die ranken. seither verduftet sie auf meinem schreibtisch, aromatisiert meinen tee und verwandelt mein schnödes badesalz in ein luxuriöses blütenblättermeer. jedes jahr aufs neue, von mitte mai bis weit in den herbst:

compassion heißt sie, das mitgefühl: kitschig rosa, manchmal mit gelbem schimmer oder irgendwie lachs – je nach wetter und dünger und alter ändert sie immer wieder einmal ihre farbe. der duft aber bleibt. daran erkenne ich sie mit geschlossenen augen.

zu meiner jetzigen wohnung gehört kein garten mehr, aber ich darf ein paar kübel auf das sonnige garagendach der vermieter stellen: dort wohnt meine compassion jetzt. im großen topf blüht sie nicht mehr so üppig wie anfangs im vulkanerdeboden. aber auch in diesem jahr hat sie sich wieder an mich verschwendet und mir dutzende blüten beschert.

heute habe ich ihre für dieses jahr wohl letzte sich öffnende knospe geschnitten. sie wirkt schon etwas müde nach den ersten frostigen nächten, und in ihren duft mischt sich ein hauch von melancholie.

weiterer knospennachwuchs ist keiner mehr in sicht. auch nicht von den anderen rosen, die im lauf der jahre dazu gekommen sind: dreizehn stachelige dornenfeen hüte ich inzwischen auf des vermieters garagendach. jede anders und jede willkommen in ihrer eigenen art.

so befindet sich meine compassion nun in bester gesellschaft. ihre liebste freundin ist eine dunkelrote, besonders stachelige mit namen 'fisherman's (girl-)friend'. dieses englische duftwunder kam im letzten jahr zu uns, geschenk einer lieben lieben freundin.

die rosen sind mir ein großer trost geworden und luxus in meinem prekären leben. in vielen anderen dingen habe ich gelernt, bescheiden zu werden, ohne verzichten zu müssen. es ist alles eine frage der würde. aber rosenduft muss sein!

wenn das internet duften könnte, würde das portrait der compassion auch vor eurem bildschirm jetzt ein feines rosenaroma verbreiten. vor meinem steht sie ja noch einmal in echt. aber pixel sind - in diesem falle: leider - geruchlos.

nicht mehr lang, dann werden auch ihre letzten blätter fallen. für lange monate wird meine schöne rose nichts anderes sein als ein stacheliger störrischer stock mit nichts dran.

so ist das im herbst. die ernte ist eingefahren. ehe der winter kommt heißt es, sich von vielem zu verabschieden, ballast abzuwerfen.

der duft der rose ist für mich nicht ganz verloren: ich habe ihn konserviert in meinem badesalz, um meiner erinnerung auf die sprünge zu helfen im winter. damit ich nicht vergesse, dass nach langer kalter eiszeit auch in meinem leben wieder duftender sommer werden wird. irgendwann.

ich muss nur ganz ganz fest daran glauben.


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