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Montag, 28. Juli 2014

Rose Sélavy

- Rosenworte am Montag -

Als Künstler fasziniert er mich seit meiner Studienzeit: Marcel Duchamp (*28. Juli 1887), voll feiner Ironie in seinen Werken, hintergründig und aufmüpfig, intelligent und immer mit mindestens einem Augenzwinkern, dada und surreal. Eine seiner wichtigsten Arbeiten nannte er selbst "Das unbekannte Meisterwerk".

Duftendes Leben, Liebe, Rose

Rose Sélavy war eines seiner Pseudonyme, dem er später - wegen der klareren Aussprache - noch ein kleines "r" voransetzte:

rRose Sélavy - Eros, c'est la vie, a rose ... Die Liebe - das ist das Leben. Dazu ließ er sich von Freund Man Ray in Frauenkleidern fotografieren.

Mit Wortspielen solcher Art gab Duchamp der Kunstwelt Rätsel auf und verwirrte sein Publikum, indem er u.a. den Zufall konservierte und wiederholbar machte in seinen "Norm-Stoppagen", die heute zur Sammlung des MoMA Ney York gehören.

Kunst kommt nicht immer von Können. Wobei Können in Verbindung mit Kunst sicher nicht von Schaden ist. Können allein reicht aber bei weitem nicht aus, damit so etwas wie Kunst entsteht.

Marcel Duchamp hat aufgeräumt mit dem Mythos, dass Kunst immer nur gut sein muss. Statt dessen hielt er Kunst für "die einzige Tätigkeitsform, durch die der Mensch als Mensch sich als wahres Individuum manifestiert".
"Ich möchte ganz einfach sagen, daß Kunst gut, schlecht oder indifferent sein kann, aber daß wir sie, gleich mit welchem Beiwort, Kunst nennen müssen: schlechte Kunst ist immer noch Kunst, wie ein schlechtes Gefühl doch ein Gefühl ist."
Hier entlang geht es zu einem Interview der BBC mit Marcel Duchamp, entstanden in seinem Todesjahr 1968. Ironisch und heiter wirkt der Künstler über seinen Tod hinaus. Auf seinem Grabstein in Rouen steht:
"D'ailleurs, c'est toujours les autres qui meurent"
(Übrigens, es sind immer die anderen, die sterben.)

Wer tiefer eintauchen möchte in die Welten des Marcel Duchamp, dem empfehle ich die Bücher von Thomas Zaunschirm, der es in seiner Zeit als Gastprofessor in Freiburg verstanden hat wie kein anderer, Kunst spannender als jeden Krimi zu vermitteln.
(Damals, in den 80er Jahren, als mein Leben noch Inhalte hatte ...)

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Montag, 19. Mai 2014

Freundschaft

- Rosenworte zum Montag - 

(Heute mit Soundtrack zum Text als YouTube-Link. 
Bitte erst anklicken und dann weiterlesen:
oder auch: "Blütenblätter des Nachts auf dem Fluss im Mondlicht"
Traditional aus China - meisterlich gespielt auf der GuZheng, der chinesischen Zither)

Ich habe eine Freundin im fernen China. Als sie damals - vor fast vier Jahren - in die nördliche Ferne des Ostens ging, nahm ich ihre Katze in Pflege - bis auch die "nach China" ging.

Duftende Schönheit aus dem Dorfe

Die Freundin kommt ein, zwei Mal im Jahr kurz nach Deutschland. Manchmal sehen wir uns dann. Manchmal weiß ich auch gar nichts davon, weil sie sich nicht meldet. Denn alle wollen sie sehen und sie hat gar nicht genug Zeit, hetzt nur von einem Termin zum anderen.

Das freut mich.

Versteht mich nicht falsch, ich vermisse sie schmerzlich. Vor allem vermisse ich ihre klugen, blitzenden Augen. Ihre tiefgründigen Fragen. Ihre witzigen Erzählungen. Ihren Respekt. Ihre Sicht der Dinge.

Ich vermisse sie täglich. Jeden Tag aufs Neue.

Aber ich freue mich unendlich darüber, weil ich ihr so wichtig bin, dass sie eine Begegnung mit mir nicht als hektischen Pflichttermin zum Abhaken auf der ToDo-Liste zwischen andere quetscht.

Wenn wir uns sehen, bringt sie viel Zeit mit, und wir sind beide ganz und gar beieinander. Mindestens einen halben bis dreiviertel Tag lang. Inklusive mindestens einer gemeinsamen Mahlzeit.

Ungefähr fünf bis sechs ungestörte Stunden brauchen wir, um uns gegenseitig auch nur ansatzweise auf den Stand der Dinge zu bringen. Bis wir wieder wissen, ob und wie die andere sich verändert hat, wer da jetzt gegenüber sitzt. Dann reden wir, wir weinen und lachen - und ich bin unendlich dankbar für das, was wir miteinander haben. Selbst wenn das vielleicht nur noch alle zwei Jahre stattfindet. Niemals bin ich böse oder enttäuscht um das, was ich vielleicht gerne hätte, aber nicht kriegen kann.

 Auch das ist Freundschaft:

Freundschaft nach chinesischer Art: 
Klar und durchscheinend wie eine Tasse Tee, 
so dass man den Grund schauen kann.

Im Herzen ist die Freundin mir ganz nah und klar. Immer. Ganz egal, wie lange oder wie weit sie fort ist.

Happy B-Day!

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Montag, 12. Mai 2014

Lieblingsgeräusch

- Rosenworte zum Montag -

Den empfindsam Hörenden ist nur weniges angenehm. All der maschinelle Lärm da draußen, und selbst das "Musik" genannte Tönen ist oft mehr Ärgernis als Labsal.

Irgend jemand rümpft immer die Ohren! Meistens bin ich die erste.

Die Grille im Rosenbett

Es gibt nicht viele Geräusche, die mir immer willkommen sind.

Eines davon ist das Lied der Grille. Ihr Zirpen ist für mich unwiderruflich verknüpft mit der Erinnerung an heitere Inselsommer, sanftes Meeresrauschen, den Duft wilder Kräuter, tiefes Auf- und Durchatmen.

Mein Gehirn mit seinen vielen Erinnerungen ist ein seltsames Ding:

Schon der Gesang einer einzigen frühen Grille vermittelt mir die Illusion sommerlicher Sorglosigkeit und hilft, die Unterträglichkeiten des aktuellen Alltags leichter auszuhalten.

Das sind anderthalb Zentimeter grüner Lebendigkeit, denen ich für ihre Existenz unendlich dankbar bin. In meinen Rosen dürfen sie gerne wohnen.

Jederzeit!


PS.
Das Zirpen der Feldgrille und viele andere tolle Naturtöne wie zum Beispiel das Zwitschern der Nachtigall gibt es gegen eine kleine Spende als Klingel- und SMS-Ton für Handy und Smartphone auf den Tierstimmenseiten nature-rings.de des NABU.


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Montag, 5. Mai 2014

Chanel No. 5

Eine Duftmischung von Rosen, Jasmin und einem "Aldehyd-Akkord" verzaubert seit bald 100 Jahren nicht nur französische Nasen.

Es war 1921, am 5. Tag des 5. Monats, als Madame Coco Chanel der Weltöffentlichkeit ihr Parfum No. 5 präsentierte, das bis heute als erfolgreichster Damenduft aller Zeiten gilt. Noch zu ihren Lebzeiten soll es der Modemacherin mehr als 15 Millionen Dollar allein an Lizenzgebühren eingebracht haben.

Veronique B. - Aufbruch ins neue Rosenjahr

Nun muss ich wohl zu meiner Schande gestehen, dass ich die No. 5 von Chanel nicht mag. "Schade um die schönen Rosen", denke ich jedes Mal, wenn mir ein Hauch davon in die Nase weht.

Den ersten Hauch echten Rosendufts, den genieße ich nun schon seit Tagen, ungewöhnlich früh in diesem Jahr. Meine schöne Veronika auf dem südlichen Schattenbalkon treibt dutzende Knospen, die ersten sind kurz vor dem Aufbruch ... Ihr Duft ist Verheißung und Versprechen zugleich:

... und plötzlich weißt du:
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen,
und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.
(Meister Eckhart, 1260 - 1328)

Die Rosen werden sich frei entfalten, sie werden duften und leuchten. Wollen wir es ihnen gleichtun!

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Montag, 28. April 2014

Rosa Manus

- Rosenworte zum Montag - 

Jedes Mal, wenn ich an einem Montag die Quellen durchforste nach einer Frau, der ich meine "Rosenworte" widmen könnte, bin ich entsetzt, wie wenige Frauen der Geschichte bekannt sind.

Rote Rosen im April - für Rosa

Männer! Immer nur Männer! Seitenweise! Jahrtausendelang! Als ob Frauen nie gelebt hätten. Als ob Frauen niemals etwas Bemerkenswertes getan oder Berichtenswertes erreicht hätten. In all den Jahrhunderten nicht. Es ist empörend, wie sehr unsere Frauenleben und fraulichen Lebenswelten  von der Männerwelt da draußen ignoriert werden. Immer noch. Immer wieder! Nicht nur in Lexika, in den Nachrichten. Auch in der Wikipedia will es nicht besser werden.

Umso mehr freut es mich, dass ich eine Frau entdecken konnte, deren Name nicht nur Rosa ist: Die niederländische Feministin Rosette Susanna Manus, geboren 1881 in Amsterdam.

Sie war Stimme und Organisatorin der Frauenbewegung vor dem zweiten Weltkrieg. Sie kämpfte für das Frauenwahlrecht. Sie machte sich stark gegen das Berufsverbot für verheiratete Frauen. Sie war Aktivistin und Initiatorin verschiedener Organisationen:

1935 gründete sie in Amsterdam das „Internationale Archiv für die Frauenbewegung“ (IAV Internationaal Archief voor de Vrouwenbeweging, heute Aletta Instituut voor Emancipatie en Vrouwengeschiedenis).

Rosa Manus war Jüdin, und sie war politisch. Das wurde ihr im von den Nazis besetzten Amsterdam zum Verhängnis: Im August 1941 wurde sie wegen ihrer „pazifistischen und internationalen Neigungen“ verhaftet und später deportiert.

Rosa Manus starb am 28. April 1943 im Konzentrationslager Ravensbrück (evtl. auch in Auschwitz).

Mehr über Rosa Manus im Jewish Women's Archive.

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Montag, 7. April 2014

Buschwindröschen

- Rosenworte zum Montag -
 (... oder:  eine lyrische Reizüberflutung)

Als ich gestern so durch den Frühling radelte in meinem blühenden Markgräflerland, ach wie habe ich das geliebt! Die warme, aber noch nicht brennende Sonne und den zärtlichen Wind aus Südwest auf der Haut ... alle Poren habe ich geöffnet, alle Sinne geweitet und alle Schönheit der Welt tief in mich hinein geatmet!

Einer Anemone gleich, die ihren weißen Kelch der Sonne hingibt, solange die Bäume noch unbelaubt ihr ein Leben im Licht erlauben.

Hexenblume (anemone nemorosa)

Am Abend war ich immer noch ganz aufgewühlt, kam kaum zur Ruhe in der Nacht. So beeindruckt und voll war ich von all den Sinneserfahrungen der blühenden, zwitschernden, summenden, leuchtenden Landschaften.

Wie oft, wenn ich nicht schlafen kann, las ich Rilke. Rilkes Verse besänftigen mich. Der innere Aufruhr wird stiller und verstummt bisweilen ganz.

Wie es der Zufall will, stolperte ich über einen von Rilkes Briefen an Lou Andreas-Salomé:

"... Ich bin wie die kleine Anemone, die ich einmal in Rom im Garten gesehen habe, sie war tagsüber so weit aufgegangen, daß sie sich zur Nacht nicht mehr schliessen konnte. Es war furchtbar sie zu sehen in der dunklen Wiese, weltoffen, immer noch aufnehmend in den wie rasend aufgerissenen Kelch, mit der vielzuvielen Nacht über sich, die nicht alle wurde. Und daneben alle die klugen Schwestern, jede zugegangen um ihr kleines Mass Überfluss.
Ich bin auch so heillos nach aussen gekehrt, darum auch zerstreut von allem, nichts ablehnend, meine Sinne gehen, ohne mich zu fragen, zu allem Störenden über, ist da ein Geräusch, so geb ich mich auf und bin dieses Geräusch, und da alles einmal auf Reiz Eingestellte, auch gereizt sein will, so will ich im Grunde auch gestört sein und bin's ohne Ende. ..."*

Das ist die mit Abstand lyrischste und sinnlichste Beschreibung zum Thema Hochsensibilität und Reizfilterstörung, die mir jemals begegnet ist.

Wenn ich nicht achtgebe, dann bin auch ich so dermaßen von Reizen zerstreut, dass ich mich fühle wie in einer Zentrifuge ohne Halt, meiner Mitte beraubt mich vollends verliere und gefressen werde vom Außen.

Zumindest zur Nacht es den Anemonen gleichtun, das hellweiße wache Köpfchen schließen und zur Ruhe kommen - das ist und bleibt eine wichtige Aufgabe.

Aber wie wir sehen bei Rilke, gibt es selbst bei den Anemonen Ausnahmen, denen das nicht (immer) gelingt, die sich gegen eine permanente Reizüberflutung nicht schützen können.

Ob es eventuell damit etwas zu tun hat, dass diese zarten Frühlingsbotinnen auch "Hexenblume" genannt werden und in allen Teilen giftig sind? Eines jedenfalls ist ganz gewiss: Auch ich habe diesen "Anemonencharakter".


*
Juni 1914, zitiert nach:
Ruth Hermann, Im Zwischenraum zwischen Welt und Spielzeug: Eine Poetik der Kindheit bei Rilke - Verlag Königshausen und Neumann, 2002, ISBN 978-3-8260-2273-9, S. 48

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Montag, 31. März 2014

Freude im Leben

- Rosenworte zum Montag - 

Heute ist so ein Tag voller Angst und Panik: Cortisol und Adrenalin rasen wie ferngesteuert auf Hochtouren durch meine Adern und verbrennen mich innerlich.

Das HartzIV-Amt zahlt nicht, wie es sollte. Laut Bescheid hätte heute das monatliche Arbeitslosengeld eintreffen sollen - mit dem ich dann morgen die Miete, den Strom, die Krankenkasse, die Versicherungen und was nicht sonst noch alles hätte bezahlen können.

Rosen des Frühlings: Ranunkeln

Es ist aber nichts überwiesen worden. Woran das liegt, kann ich nicht herausfinden. Im Jobcenter ist - wie üblich - niemand zu erreichen.

Mein Dispo-Limit ist am Monatsende knapp am Anschlag. Ich versuche seit Jahren vergeblich, da wieder herauszukommen.

Was immer morgen zum Monatsanfang bezahlt werden muss, kann also diesmal nicht abgebucht werden. Oder es wird abgebucht und kurz darauf zurückgebucht wegen fehlender Deckung. Dann werden zusätzliche Mahn- und sonstige Gebühren fällig. Wo ich doch ohnehin schon nicht mehr weiß, wie ich meinen kargen Alltag überhaupt finanzieren soll.

Hinzu kommen peinliche Erklärungen und Entschuldigungen für mein verspätetes Bezahlen (das noch nicht einmal in meiner Verantwortung liegt), bei denen ich vor Scham in Grund und Boden versinken möchte.

Ganz früher hätte ich mir jetzt die Kante gegeben und mich besinnungslos besoffen. Das fällt aus.

Bis vor kurzem noch hätte ich zur Beruhigung erst einmal zwei Tafeln Schokolade gegessen. Auch das fällt aus.

Ich weiß nicht, wie ich diese Katastrophe ertragen soll. Tigere in der Wohnung auf und ab, kann mich auf nichts konzentrieren. Es ist schrecklich. Gegen Bürokraten ist weder Durch- noch Ankommen.

"Irgendeine dritte Person entscheidet über dein Leben: 
Das ist die ganze Essenz der Bürokratie."

Dieses Zitat ist nicht neu. Es stammt aus dem Werk "Die Arbeiteropposition" von 1921, verfasst von der der russischen Revolutionärin, Diplomatin und Schriftstellerin Alexandra Michailowna Kollontai. Sie wurde am 31. März 1872 in Petersburg geboren.

Ob und wie es mich trösten kann, dass ich mit diesen Erlebnissen und Erkenntnissen nicht alleine bin, darüber könnte ich mir nun in Betrachtung meiner zauberhaften Ranunkeln auf dem Balkon ein paar Gedanken machen. So zwei, drei Stück.

Ändern kann ich an dieser Situation allein durch positive Gedanken hingegen überhaupt nichts mehr.

"Es ist wie es ist und es gefällt mir nicht."
(mo jour, heute)

Auch das muss einmal gesagt werden dürfen!


Nachtrag am 1. April 2014
(Nein, kein Scherz):
  • Gestern am Vormittag hatte ich meinem Sachbearbeiter beim Jobcenter auf den AB gesprochen, dass mit der Zahlung für April offensichtlich etwas schief gelaufen ist und um Rückmeldung gebeten. Seine Durchwahl steht auf all seinen Schreiben. Im Jobcenter Breisgau-Hochschwarzwald machen sie aus den Telefonnummern kein Geheimnis.
  • Am Nachmittag war ich persönlich bei der Sparkasse meines Vertrauens und habe die Situation erklärt und um Kulanz gebeten. Eine Kopie meines letzten Arbeitslosengeldbescheides hatte ich dabei als Nachweis dafür, dass Geldeingang unterwegs ist.
  • Heute ist das ALG für April, das gestern hätte eintreffen sollen, immer noch nicht angekommen.
  • Trotzdem hat die Sparkasse alles abgebucht, was anstand. Ohne Deckung, in vollem Vertrauen auf meine Angaben. Ich muss nirgendwo sonst betteln gehen oder Erklärungen abgeben. Natürlich zahle ich jetzt ordentlich Zinsen für die Kontoüberziehung, aber das Schlimmste ist erst einmal verhindert (nämlich dass zum Beispiel mein oller Vermieter wegen verspäteter Mietzahlung Grund hätte für eine fristlose Kündigung).
  • Im Laufe des Vormittags rief mein Sachbearbeiter vom Jobcenter mich persönlich zurück und teilte mit, dass er sich das nicht erklären könne, die Zahlung für April sei pünktlich angewiesen worden.Er hat mir sogar von sich aus angeboten, mir den Betrag unverzüglich in bar auszuzahlen.
  • Wir sind so verblieben, dass ich erst einmal diese Woche abwarte. Wenn die Zahlung angewiesen ist, muss sie ja irgendwann demnächst eintreffen. Der Weg in die Stadt zum Jobcenter ist weit und teuer.
  • Ich warte also ab - und bin sehr erleichtert, dass da nicht nur Monster im Jobcenter und in der Sparkasse arbeiten. Ich habe mich bei beiden brav und artig bedankt.


Nachtrag am 4. April 2014
Bis heute hat es gedauert. Nun ist das Arbeitslosengeld für April endlich angekommen. Ich kann also auch wieder am Goldautomaten ein bißchen Bargeld abheben und mir etwas zum Essen kaufen.
Für satte 4,63 Euro am Tag. Offiziell.

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Montag, 10. März 2014

Edie Brickell

- Rosenworte zum Montag -

Ein Leben lang hab' ich mich nicht getraut und kämpfe bis heute darum, mir zumindest hin und wieder zu erlauben, die zu sein, die ich bin: Kreativ und unbekümmert.

Eine, die sich schon ganz früh getraut ist, ist Edie Brickell. Erinnert ihr euch an ihr wunderbares Album "Shooting Rubberbands at the Stars" von 1988?



Da singt sie zum Beispiel:

Ich bin was ich bin ... Philosophie ist ein Spaziergang auf glitschigen  Steinen ... halte mich zurück im seichten Wasser, bevor ich zu tief gerate ...

Alltags aber ersticke ich schier an der von der Umwelt erwarteten Mittelmäßigkeit. Und während ich immer noch denke und mich frage, was schiefgelaufen ist, dass ich in mir so gefangen bin und mich so selten richtig nach draußen wage, sagt Edie Brickell genau das:


"You feel like a prisoner if you don't create. You're jailed up inside of yourself."*

Eine kluge Frau, die da heute Geburtstag hat - und ganz sicher wert, sich mehr mit ihr zu beschäftigen. Auf ihrer wunderbar kreativen Webseite veröffentlicht sie täglich(!) ein neues Stückchen Musik - den Song of the Day, einfach weil sie gerne singt. Hin und wieder gibt es auch kleine Home Movies mit eigenen Cartoons ... Gutes oder Schräges, manchmal mehr und manchmal weniger gelungen - aber so ist Kreativität eben auch: Ganz alltäglich, nicht immer nur Bestseller! Das ist sehr ermutigend.

Aktuell hat Edie Brickell gerade erst im Januar einen Grammy 2014 einkassiert und arbeitet mit Steve Martin an einem Musical. Brickell ist seit 1992 verheiratet mit Paul Simon und hat mit ihm drei Kinder.

Herzlichen Glückwunsch! Und großes Danke.

*
Man fühlt sich wie ein Gefangener, wenn man nicht kreativ ist. Man ist eingesperrt in sich selbst.

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Montag, 3. März 2014

Rosen statt Asche

- Rosenmontagsworte -  

Da heute der echte Rosenmontag ist, also der Rosenmontag der Rosenmontage, der rosigste von allen und gleichzeitig der unrosigste, denn es ist Karneval in Kölle und sonstewo im Land und echter Rosenduft noch in weiter Ferne - wollte ich euch hier eigentlich mit einer quasi rosenfreien Platitüde abspeisen:

"Lieber Rosen am Montag als Asche am Mittwoch"

Aber geschenkt. Da Asche (hier als Synonym von Schotterkieskohle) an sich nicht zu verachten ist, werde ich da keine unnötige Konkurrenz aufmachen. Beide haben ihre Berechtigung, und gegen einen Aschesegen ist nichts einzuwenden. Rosenduft ist mir zwar lieber, aber auch ein Ascheregen bringt Segen und ist bisweilen lebensnotwendig.

Da wollen wir den Teufelchen das Zündeln mal ausnahmsweise erlauben:

Kleine Teufel
Aufgewachsen bin ich mit dem Kölner Karneval, inzwischen sitze ich fest in der hiesigen alemannischen Fasnet. Auch wenn ich keine Freundin von termingerecht alkoholisierter Fröhlichkeit auf Kommando bin, so vermisse ich doch die Leichtigkeit des rheinländischen Humors.

Der größte Unterschied ist nicht, dass es in Köln Blumensträußchen, Pralinchen und Kamelle regnet, hier in badisch Südwest hingegen nur Konfetti (gerne auch mal nur schmuddelige Papierfetzen aus dem Schredder).

Narr + Närrin beim Winteraustreiben
Der Karneval im Rheinland mit seinen Corps, Prinzengarden und Funkenmariechen samt Paraden zu marschähnlicher Musik war eine Reaktion auf das napoleonische Karnevalsverbot zu Beginn des 19. Jahrhunderts, verballhornt alles Militärische und nahm die herrschende Obrigkeit auf die Schippe. Quasi eine Revolution im Kostüm.

Die schwäbisch-alemannische Fasnet folgt eher der alten Tradition des Winteraustreibens. Die Kostüme und Masken sind historisch gewachsen. Die uniformähnlich maskierten Narrenzünfte der Hexen, bösen Geister, Teufel ... lassen ihre groben Späße nicht an der Politik aus, sondern an den Zuschauern.

Am  liebsten sind mir hier noch die fast anarchischen Guggenmusiken mit ihren gewollten Dissonanzen. Sie dürfen den Ton nicht treffen und verzichten in hinreißenden Rhythmen gekonnt auf herkömmliches Taktgefühl. Das ist zwar laut, aber echt närrisch!



Dass all der Lärm obendrein auch noch gesund ist, wusste bereits Michelangelo Buonarroti (1475 - 1564):

"Für die Gesundheit und ein langes Leben ohne großen Kummer weiß ich kein besseres Mittel als die Narrheit"

In diesem Sinne: Jeck loß Jeck elans, dun laache wenn do kanns. Und das am besten nicht nur (rosen)montags.
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Montag, 24. Februar 2014

Sein oder nicht sein

- Rosenworte zum Montag - 

Bei einer Rose beschwert sich niemand, wenn sie im Winter nur ein stacheliger Stock ist mit Nichts dran. Rosen sind eben so.

Leuchtende Aprikola (W. Kordes' Söhne 2000)

Wenn das einmal anders ist - so wie in diesem milden Winter, als ich vergangene Woche bei einem Besuch in Düsseldorf blühende Rosenstöcke sah, mitten im Februar - dann freut und wundert man sich darüber. Niemals aber würden wir dann von allen anderen Rosenstöcken erwarten, jetzt gefälligst auch sofort zu blühen und sie aus dem Garten rupfen, wenn sie das nicht tun.

Bei Menschen ist das anders, wir sind einem ständigen Druck ausgesetzt, uns zu optimieren und pausenlos Höchstleistung zu vollbringen. Wenn einmal unter größter Anstrengung eine Höchstleistung erreicht wurde, wird diese Höchstleistung ab sofort zur Norm erhoben. Und wehe, du fährst dann nicht für den Rest deines Lebens Vollgas. Immer! Man darf dann gar nicht mehr "normal" sein!

AutotechnikerInnen und VerkehrsexpertInnen wissen, dass das fürs Auto schlecht und für Menschen lebensgefährlich ist. Solcherlei Gelassenheit wünsche ich mir auch im mitmenschlichen Umgang. Jeder hat gute und schlechte Tage.

Deswegen gilt in jeder erdenklichen Hinsicht.:

Man muss nicht da bleiben
wo man nicht sein darf
wie man ist.

Im Gegensatz zu den fest verwurzelten Rosenstöcken können wir uns selbst bewegen, können jederzeit einen neuen Standpunkt einnehmen - geographisch, emotional, intellektuell.

Es wird Zeit.


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Montag, 17. Februar 2014

Julia de Burgos

- Rosenworte zum Montag -

Seltsamerweise habe ich keine deutsche Übersetzung ihrer wirklich großartigen Lyrik finden können. Dabei war Julia de Burgos die Dichterin Mittelamerikas:

Wandlerin zwischen den Welten der Latinos und der Weißen, Feministin, Kolumnistin und - Alkoholikern, die viel zu früh und viel zu arm starb an den Folgen ihrer Sucht (Leberzirrhose, Lungenentzündung ... - schon fast klassisch), einsam und versunken in Depression.



Julia de Burgos wurde nur 39 Jahre alt. Geboren wurde sie heute vor 100 Jahren. Mehr Details über ihr kurzes Leben gibt es in einer Biographie bei fembio.

Hier mein Versuch der Übertragung eines Verses aus einem ihrer bekanntesten Gedichte über den Rio Grande de Loíza, den von ihr so geliebten Fluss auf ihrer Heimatinsel Puerto Rico:
Steige für einen Augenblick herab aus den Lenden der Erde
und suche das intime Geheimnis in meinen Begierden
verwirre mich im Flug meines Vogels Fantasie
und lass mir eine Rose aus Wasser in meinen Träumen.
¡Río Grande de Loíza!... Meine Quelle, mein Fluss, ...

Apéate un instante del lomo de la tierra,
y busca de mis ansias el íntimo secreto;
confúndeme en el vuelo de mi ave fantasía,
y déjame una rosa de agua en mis ensueños.

¡Río Grande de Loíza!... Mi manantial, mi río, ...*
Man möchte es singen, so stark sind die Worte, die wie von selbst sich in die murmelnde Melodie des Flusses gießen.

Mehr dieser (spanischen) Wortwunder bei Los-Poetas.com.

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Montag, 10. Februar 2014

Bertolt Brecht

- Rosenworte zum Montag - 

Bertolt Brecht (*10. Februar 1898) gehört zu den Wortgewaltigen, die mich seit meiner Jugend begleiten. Mit dem Galilei habe ich angefangen, Mutter Courage folgte, später seine Gedichte. Auch wenn ich ihn bisweilen gehasst habe wegen seiner Obszönitäten.

Im Grunde aber hat mich seine offene Derbheit schier umgehauen, so dermaßen zärtlich konnte Brecht die Worte setzen und Bilder schaffen, die mich tief in der Seele berühren.

Geburtstagsrosen

Vor allem seine Liebesgedichte, voll hauchzarter Andeutungen, sind mir ein unerschöpflicher Quell der Sinnlichkeit.

Hier das Dritte seiner "Vier Liebeslieder" von 1950:

Sieben Rosen hat der Strauch
Sechs gehör`n dem Wind
Aber eine bleibt, daß auch
Ich noch eine find.

Sieben Male ruf ich dich
Sechsmal bleibe fort
Doch beim siebten Mal, versprich
Komme auf ein Wort.

Blixa Bargeld hat's gesprochen, aber leider hat er die letzte Zeile vermasselt und aus der liebevollen Bitte Brechts einen Bargeld'schen Befehl gemacht. Hier nachzuhören bei Youtube.

Die niederländische Schauspielerin Dorine Niezing zeigt, dass es auch anders geht. Youtube.
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Montag, 27. Januar 2014

Françoise Sagan

- Rosenworte zum Montag -

In der vergangenen Woche ließ ich Bettine von Arnim, geborene Brentano, davon erzählen, wie sie ihre Rosen mit ins Bett genommen hat.

Besonders stachelige Zweige:
Ferdinand Pichard, remont. Duftrose, Tanne 1921

Die französische Schriftstellerin Françoise Sagan - wären sich die beiden jemals begenet, zum Beispiel in einem brennenden Sommer oder auf einem Schloss in Schweden - hätte darauf vielleicht mit einem gewissen Lächeln geanwortet:

"Leute, die auf Rosen gebettet sind, verraten sich dadurch, 
dass sie immerzu über Dornen jammern."

Und das, so würde ich meinen, wäre dann tatsächlich 'Jammern auf hohem Niveau'.

Lasst Euch nicht unterkriegen!

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Montag, 20. Januar 2014

Bettina von Arnim

- Rosenworte zum Montag -

Sie war meine sanfte Heldin auf dem grünen 5-Mark-Schein seit 1992. Das war der mit dem Brandenburger Tor auf der Rückseite. Bettina von Arnim starb in Berlin, heute vor 155 Jahren, am 21. Januar 1859.

"Die Rose hab ich mit ins Bett genommen.
Was soll sie im Glas langsam welken -
überall sollt man ein Heiligtum der Natur mit herumtragen,
das frei macht vom Bösen,
wer kann in Gegenwart einer Rose nicht mit edlen Gedanken gefüllt sein.
Ich hab`s lieb, das Röschen, mit dem ich geschlafen hab, -
es war matt, nun hab ich`s ins Wasser gestellt, es erholt sich."
(aus: Die Günderode)

Verblühende Rosen: von Aldi Süd

Als kluge Frau hat sich die bedeutende Schriftstellerin der Romantik aber nicht nur mit Rosen befasst, sie gilt bis heute als eine, die in keine Schublade passte und wird als "neugierig, koboldhaft, emanzipiert und vielbegabt" beschrieben.

Ihre folgenden Zitate habe ich bei fembio gefunden:

"Wer resigniert und sich zusammennimmt, der beweist nur, daß er mehr tot als lebendig ist. Ich bin aber nicht tot. Ich habe einen festen, starken Willen, bis in Ewigkeit ..."

und

"... nur in der Freiheit, in dem Fürsichbestehen gefällt mir das Leben."

Genau so ist das!

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Montag, 6. Januar 2014

Die Engelhafte

- Rosenworte zum Montag -

Mit einer akustischen, optischen und energiegeladenen Rose starte ich ins Neue Jahr:

Der Vorname "Angelika" war lange Zeit nicht nur in Deutschland einer der beliebtesten. Seine Wurzeln liegen im griechischen Αγγελική (angelikì). Das bedeutet "die Engelhafte", und es gibt ihn bis heute in vielen Sprachen.

Auch in meinem Leben spielen einige Angeliken "engelhafte" Rollen.

Eine von ihnen ist die Sängerin und Komponistin Angélique Ionatos (Αγγελική Ιονάτου), deren Musik ich vor mehr als 20 Jahren entdeckte. Geboren in Athen, musste sie während der griechischen Militärdiktatur 1969 nach Frankreich ins Exil.

Ihre tiefe, ausdrucksstarke Stimme und die Klangvielfalt ihrer Töne haben mich von Anfang an beeindruckt, lassen mich bis heute nicht los.

Sie hat die Lyrik der antiken Dichterin Sappho (z. B. Αστέρων πάντων ὀ κάλλιστος - Asteron pandon - Der schönste Stern von allen") vertont und gesungen, aber auch Gedichte von Mikis Theodorakis (z.B. ο κύκλος του νερού - O kyklos tou nerou - der Kreis des Wassers), Literaturnobelpreisträger Odysseas Elytis (z. B. Στόν Παράδεισο - Ston Paradisso - Im Paradies), Pablo Neruda, Astor Piazolla und vielen anderen.

Auf ihrem YouTube-Kanal sind einige akustische Perlen zu finden. Eine der schönsten davon ist "I aria tis rosas" - die "Rosenarie" - von ihrem Album "D'un bleu très noir" (Von einem sehr schwarzen Blau) aus dem Jahr 2000:



Ende der der 90er Jahre hatte ich das große Vergnügen, sie in Berlin selbst zu interviewen. Anschließend gab es ein gemeinsames Essen beim Griechen, ich saß den ganzen Abend neben ihr, wir plauderten ohne Mikrofon; tags drauf ihr Konzert in der Passionskirche am Kreuzberger Marheinekeplatz ist mir unvergessen in schönster Erinnerung.

Ach, ich schwelge in der Vergangenheit! Das ist manchmal erlaubt: Als Kultur- und Musikredakteurin gehörten solche Begegnungen für mich damals zum Alltag. Der Abend mit Madame Ionatos aber war ein Besonderer. Weil SIE eine Besondere ist.

Fred Soupa hat für das Magazine TV Zlika ein zweieinhalb Minuten kurzes, sehenswertes Porträt dieser schönen, klugen, charmanten, musikalischen, durch und durch poetischen - ach ich krieg mich ja gar nicht mehr ein! - tollen himmlisch engelhaften Frau ins Internet gestellt.

Ich wünsche Euch Rosen für die Ohren!
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Montag, 23. Dezember 2013

Schneerosen

Die Rosenworte zum Montag ...

... widme ich heute all denen, die - wie ich - in der rosenlosen Zeit des Jahres auf die Welt kamen und als erstes im Leben nicht das Licht, sondern die Dunkelheit der Welt erblickten.

Schneerose (Helleborus niger)

Wie Schneerosen, die von Anfang an der Kälte dieser Welt trotzen. Wir selbst sind das Leuchten in der Dunkelheit des Winters, im Sommer 'Immergrün'.

Schneerosen halten aus und durch. Auch wenn die Knaben daher kommen, das Röslein zu "brechen". Wir treiben einfach neue Blüten.

Helen Schneider, die heute Geburtstag hat, sang das Röslein 1978 bei Alfred Biolek:



Seid gut zu Euch!

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Montag, 16. Dezember 2013

Jane Austen

- Rosenworte zum Montag - 

Der 16. Dezember ist der Geburtstag der englischen Schriftstellerin Jane Austen (*1775 - 1817). 

Die historische Gallica Rose
"Jenny Duval" (18./19. Jhdt.)



Ihre Werke - wie z. B. "Emma", "Stolz und Vorteil", "Sinn und Sinnlichkeit"- gehören zu den Klassikern der Weltliteratur, werden bis heute gelesen und wurden erfolgreich verfilmt.

Jane Austen war gesellschaftskritisch und - ihrer Zeit weit voraus - feministisch ("Unverheiratete Frauen haben eine schreckliche Neigung dazu, arm zu sein"). Ihre Gedanken haben bis heute nichts an Aktualität verloren. Ab 2017 - dem Jahr ihres 200. Geburtstags - soll ihr Portrait auf der englischen 10-Pfund-Note erscheinen.

Sie liebte aber auch die Rosen, hegte sie in Ihrem Garten - und widmete Ihnen verschiedene Verse, die sich allesamt auf das Wort "Rose" reimen (ein genüßlicher Nonsens, nachzulesen bei Pemberley).

Auch die heutigen Rosenworte kurz vor Weihnachten stammen aus Jane Austens Feder:

"Rücksicht auf die Verwandten ist die Wurzel
allen weihnachtlichen Unglücks."

Habt glückliche Vorweihnachts- und Weihnachtstage!
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Montag, 2. Dezember 2013

Sappho

- Rosenworte zum Montag -

Sappho, geboren um 612 vor unserer Zeitrechnung, war die früheste Dichterin der griechischen Antike, und der/die Erste überhaupt, die das Wort "Ich" in ihren Werken benutzte. Somit gilt Sappho - sprich: [ßapfò] - als die Begründerin der 'modernen' Lyrik.

Ihre wenigen erhaltenen Werke sind von einzigartig klarer Schönheit, seit Jahrzehnten beflügeln ihre Worte meinen Alltag.

Rose vor antiker Mauer, Pamphylien

Sappho war auch die erste, die die Rose "Königin aller Blumen" nannte:

Es erröten wie die Mädchen nun die Hecken, seht nur hin,
Oh die Rose, ach, die Rose ist der Blumen Königin!
Rosen beschatten alle Hänge;
traumlos rieselt der Schlaf von ihren bebenden Blättern.
Wenn Zeus den Blumen eine Königin geben wollte,
müßte die Rose diese Krone tragen.*

Wenn das auch eher eine Poesie für den frühen Sommer sein mag, mir ist heut sehr danach, mir das Novembergrau da draußen mit rosigen Gedanken etwas erträglicher zu machen.

Traumlos rieselt mein Winterschlaf ... ach wenn das doch möglich wäre! Ich würde erst wieder erwachen wollen, wenn die Rosen neue Knospen treiben, und nicht nur in meiner Erinnerung zärtlich duften!

* zitiert nach: Welt der Rosen


ps.
... ach, fast vergessen:
Ich wünsche der geneigten Leserschaft eine königlich rosenduftige Woche - zumindest in Gedanken!

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Montag, 25. November 2013

Wandelrosen

Die Rosenworte zum Montag ....

.... auch heute wieder eher kurz und knapp, weil ich mich an einem Ort befinde, an dem das Internet kein breites Band hat:

Wandelröschen (lantana camara) am Meer

"Wenn der Wind des Wandels weht, 
bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen." 
(evtl. aus China*)

.... noch wieder andere setzen die Segel .... oder ziehen einfach mit dem Wind ein Stück weiter, wohin auch immer es sie wehen mag ....

Ich wünsche ein starkes und gelassenes Herz in stürmischen Zeiten.

*当变化的风吹起时,有人会造墙,有人会造风车
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Montag, 18. November 2013

Geduld

- Rosenworte zum Montag - 

Heute mal aus dem näheren Osten, von Schams-e Tabrizi (persischer Mystiker, 13. Jhdt., Lehrer und Freund von Mevlana Dschalal ad-Din ar-Rumi

Moschee in Side (Türkei)

"Geduldig sein bedeutet nicht, etwas untätig zu ertragen. 
Geduldig sein bedeutet, genug Weitsicht zu besitzen, 
um auf das Ergebnis am Ende zu vertrauen. 
Geduld ist, den Dorn zu betrachten und die Rose zu sehen."

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