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Donnerstag, 27. August 2009

das ruhige landleben – eine vermietergeschichte

das haus, unter dessen dach ich wohne, steht ziemlich exakt in nord-süd-richtung und ist quasi auf durchzug gebaut. im heißen sommer ist das gut, weil dann auch bei mir hier oben immer ein leichter luftzug geht.
ich mag das. oft habe ich die balkontüren offen. damit sie mir nicht zuknallen, sichere ich sie mit stabilen stoppern.

türstopper: katze, gusseisen

den trick mit den stoppern scheinen die vermieter in der wohnung unter mir nicht zu kennen – jedenfalls höre ich ständig türen und fenster knallen. das erschreckt mich oft. das knallen mit anschließendem leichten hausbeben erschreckt auch die katze. aber wir können es nicht ändern, und im grunde geht es uns nichts an.

ich glaube, es stört die vermieter selbst nicht einmal. irgendwie habe ich den eindruck, dass das ziemlich schwerhörige menschen sein müssen. jedenfalls machen sie eine menge lärm zu allen möglichen und unmöglichen tages- und nachtzeiten. ich habe schon oft gedacht, dass – wenn ich mir selbiges als mieterin leisten würde – mir die wohnung schon längst gekündigt worden wäre.

den meisten lärm macht der vermieterehemann. der scheint seinen lebenssinn darin zu sehen, möglichst viel lärm und möglichst viel dreck zu verursachen. ständig findet er irgend etwas, das ihm dazu gelegenheit bietet. wenn er nichts findet, denkt er sich was aus.

seitdem er vor knapp zwei jahren berentet wurde, findet und erfindet er solcherlei lärmunddreckverursachegelegenheiten mit vermehrter häufigkeit und großer ausdauer.

zuerst wurden jede menge neuer motorbetriebener haus- und gartengeräte angeschafft – zusätzlich zu denen, die schon vorher vorhanden waren.
ein stärkerer rasenmäher musste her! für die 62m² mooswiese, die er seit jahren vergeblich in einen englischen golfrasen umzupflegen bemüht ist. das wird natürlich zweimal die woche gemäht. mindestens! bei jedem wetter! am liebsten aber bei temperaturen über 30 °C. dann erst recht! mit nacktem oberkörper, vorzugsweise in der mittagshitze. kurz vor dem mittagessen, das sein vermieterehefrauchen ihm pünktlich und manierlich auf den tisch bringt. das muss schon sein, denn NACH dem mittagessen, da kann sich der rentner von heute ja nicht einfach ein stündchen aufs ohr legen und den katholischen lieben gott einen guten katholischen mann sein lassen. erst recht nicht bei 34 °C im schatten.

nein! NACH dem mittagessen muss auch in kreislauftreibender sommerschwüle die große silbergraue limousine gewaschen und minutiös poliert und einbalsamiert werden - damit die sonne den lack nicht so austrocknet, nehme ich an. dazu wird der wagen vor die garage geholt, damit auch die nachbarschaft es genau sehen kann, dass dieser arme alte mann in allergrößter hitze im freien und noch dazu mit ungeschütztem oberkörper so schwer schuften muss.

kein wunder, denke ich mir da, wenn er davon schlechte laune kriegt. vielleicht liegt es ja auch gar nicht am durchzug, wenn in seiner wohnung so oft die türen knallen?


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