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Montag, 7. Oktober 2013

Glückseligkeit

- Rosenworte am Montag -

An manchen Tagen muss ich ganz weit zurück gehen in die Ursprünge der Philosophie, um mich des Menschenrechts auf einen eigenen Lebenssinn zu vergewissern und ihn mir wieder neu zu stiften.

Das ist immer dann besonders wichtig, wenn das Jobcenter als Unterstützer meiner prekären Lebensumstände mich - so wie derzeit - unter Ignoranz sämtlicher fachärztlicher Atteste und klinischer Gutachten mal wieder in die Depression "fördert und fordert".

Félicité Parmentier, Belgien 1843

Um intellektuell nicht vollends zu verlottern, habe ich mich ausnahmsweise** mit der Aristoteleschen Glückseligkeit beschäftigt und bin - etwas platt verkürzt - zu folgendem Ergebnis gekommen:

Herr Aristoteles hielt die Glückseligkeit (Eudämonie, aus dem griechischen εὐδαιμονία = einen guten Dämon haben) als "seelisches Glück" für das höchstes Gut und Endziel des menschlichen Handelns.

Das bedeutet, durch gelingende, rechtschaffene Lebensführung und wohlwollendes Schicksal ein seelisches Wohlbefinden zu erreichen inklusive äußerlicher, körperlicher und seelischer Güter.

Den Weg dahin gestaltet jede nach eigener Fa­çon und Möglichkeit mit bestmöglichem Menschenverstand.

Nach dieser erklärenden Präambel nun meine Rosenmontagsworte:

Mögen die Damen und Herren vom Amt 
sich bei der Auslegung der (Hartz4-)Paragraphen 
rechtschaffen wie gute Dämonen verhalten und 
kraft ihres Verstandes zu der Erkenntnis gelangen, 
dass es ihrer persönlichen Glückseligkeit 
überhaupt nicht zuträglich ist, 
wenn sie mir die meine zu verhindern trachten.


PS.
** Aristoteles war der Meinung, die Frau sei ein verfehlter Mann. Deswegen ist er für mich im Allgemeinen keine ernst zu nehmende Autorität und ich bin mir nicht sicher, ob seine Theorie der Glückseligkeit überhaupt auf die weibliche Mehrheit der Bevölkerung in unserem Land anwendbar ist. Einen Versuch ist es mir dennoch wert - als besondere Maßnahme quasi.


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Kommentare :

  1. Liebe Mo, der alte Grieche war auch nur so klug wie seine Zeit - sei nicht zu streng mit ihm. Dir wünsche ich Standfestigkeit und Gelassenheit und dass die Hartz-Verteiler einsichtig sind. Herzlich, Karin

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  2. Liebe Karin,

    danke für deine guten Wünsche :-)
    Mit meiner Gelassenheit ist es derzeit leider nicht weit her .... stecke quasi mitten im Burnout, weil das Amt mich schlichtweg überFORDERt.

    Am liebsten wäre mir, wenn ich diese schikanöse Bande schnellstmöglich nicht mehr an der Backe hätte. Dabei geht es gar nicht nur um die finanzielle Seite (aber wenn wenigstens die mal stimmen würde, wäre natürlich schon viel gewonnen) - sondern vor allem um den demütigenden, demotivierenden und dequalifizierenden Umgang, den die ArbeitsvermittlerInnen als staatlich bestellte Dienstleister mit uns KundInnen pflegen.

    Ich kann an dieser Stelle nur Götz Werner zitieren: "Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität." (Interview Stern, April 2006)

    Alles Gute für dich!
    mo

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