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Freitag, 4. Juni 2010

keine geisha

kurze maßnahme no 13 führt uns nach japan:

bei youtube habe ich eine kleine videoreihe entdeckt, erst kürzlich hochgeladen - das trifft mich wie der blitz und mitten ins herz: es ist eine sendung des japanischen nationalen fernsehsenders NHK über geiko und maiko in kyoto.



oh wie spannend! habe ich gedacht. denn als studentin war ich ein jahr lang in japan. in kyoto. mehr als zwanzig jahre ist das her. oh süße, bittere erinnerung an eine schwierige und doch sehr besondere, schöne zeit.

also schau ich das video und freue mich sehr, denn es spielt in gion. das traditionellste geishaviertel der stadt. in gion spielt auch dieser spielfilm „die geisha“ mit den vielen schönen bildern (und dem sehr fragwürdigen inhalt).

in gion habe ich als studentin ein jahr lang gejobbt. in einem traditionellen teehaus. das war sehr speziell, denn so ein teehaus ist ein ort, von dem selbst japanerInnen für gewöhnlich nur träumen. da kann eine nicht einfach reingehen wie in eine kneipe. die persönliche empfehlung eines gern gesehenen stammgastes ist notwendig - sonst bleibt die tür verschlossen.

da habe ich gearbeitet. bin aus- und eingegangen. habe mit geiko und maiko und gästen geplaudert und gelacht. und die mit mir. ein jahr lang. als damals erste und einzige ausländerin. für die war ich genauso exotisch wie die für mich. wahrscheinlich hat es dort bis heute keine zweite gaijin gegeben.

ich war keine geisha. geisha sind keine huren, falls das hier irgendjemand denken sollte. in dem film kommt das so rüber. forget it. die maiko haben eine gewerkschaft, und dienstschluss ist um mitternacht.

dieses doku vom nhk: das spielt in genau dem teehaus, wo ich damals gearbeitet habe. das ist die schwester meiner japanischen 'mutter', meine geiko okamisan, die da mit einer verbeugung fröhlich sagt: „okoshiyasu yookosoo – willkommen!“ (im ersten video bei ca. 4‘15“)

sie zeigt uns ihr teehaus, das tsurui: diese lacktische habe ich poliert, auf diesen stühlen gesessen und auf diesen tatami neben den gästen gekniet; aus diesen becherchen getrunken, diese shoji zur seite geschoben; bin fast täglich durch diese hanamikoji-nebengasse gelaufen ....

das ist soooo phren, das jetzt hier in einem video wiederzufinden!
ich glaube, da will ich demnächst mal mehr von erzählen.
das war eine spannende zeit.

hier sind noch teil zwei & drei - alle drei teile anschauen dauert knappe dreißig minuten:
Geisha of Kyoto - Teil 2
Geisha of Kyoto - Teil 3


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Kommentare :

  1. Es ist unglaublich, was du in deinem Leben schon alles gemacht hast. Ich beneide dich um die Auslandserfahrung in Japan.
    Ich kann mir gut vorstellen, was das für ein Gefühl war, als du die kleinen Lacktische gesehen hast, die du selbst einmal poliert hast. Bittersüß, das beschreibt es sicher gut.
    Liebe Grüße, Svenja

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  2. so viel kommt mir das gar nicht vor, svenja. ich war schon als junges mädchen eine 'reisetante' und bin eigentlich nur glücklich, wenn ich unterwegs sein darf.
    vieles andere habe ich dafür in meinem leben nicht 'geschafft' - familie zum beispiel ....

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  3. Über was man alles so stolpern kann. Diese Erfahrung würde mich auch reizen. Jenseits aller Klischeevorstellungen.

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    Antworten
    1. das glaube ich dir gerne :-)

      schade, dass die videos auf youtube nicht mehr verfügbar sind. ich habe sie überall gesucht, auch beim japanischen NHK im archiv, aber nirgends mehr gefunden.
      ich hab sie nur noch auf festplatte - mag mir aber keinen urheberrechtsärger einhandeln. privat leihe ich sie gerne mal aus ...

      ps.
      willkommen im Büro für besondere Maßnahmen!

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  4. Wie schade, das Video kann nicht mehr gesehen werden. :/

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