Sonntag, 29. Januar 2012

wie isset denn so?

leserInnenbrief no. 1*

das erste zwölftel vom neuen jahr ist fast geschafft. schnee hatte ich in diesem bislang nur in sichtweite, aber noch nicht unter den eigenen füßen. das soll (leider) sich in den näxten tagen ändern. sodass die schneeglöckchen, die hier derzeit in voller blüte stehen, ihren schönen namen auch zu recht tragen.

die schneefallgrenze rückt bedenklich nahe

nach dieser einleitung der japanischen art – d.h., unter allen umständen immer zuerst ein paar worte über das wetter zu sprechen, bevor man zum eigentlichen thema kommt – möchte ich euch nicht länger auf die folter spannen. denn ich weiß, hier warten alle nur auf eines:

wie isset denn so – im neuen job?
in kürze: jut isset.

in länge:
es ist eine große umstellung für mich, nach der langen zeit des selbstbestimmten arbeitens mit freier themenwahl und freier zeiteinteilung nun wieder zu regelmäßigen arbeitszeiten an einem fremdbestimmten ort zu sein und dort aufgaben nach festen vorgaben zu erledigen.

ich stelle aber fest, dass mich das auch sehr erleichtert und meinem leben einen ganz neuen sinn (zurück-) gibt. es gefällt mir, wieder in eine redaktion zu gehen. da habe ich schon immer einen unterschied gemacht: ich wollte niemals eine "ins-büro-geherin" sein.

außerdem brauche ich bei der arbeit nicht darüber nachdenken, was ich tue, sondern nur noch wie ich etwas mache. auch das erleichtert mich, auch wenn es mir nicht immer gefällt.

die arbeit im verlag ist sehr komplex. alle sagen, dass es mindestens ein halbes jahr dauert, bevor man richtig eingearbeitet ist. erst nach etwa einem ganzen jahr fängt so etwas wie routine an, bei der man auf erfahrungen zurückgreifen kann.

ich bin dort ja nur für vier monate gebucht, bis ende märz. but I'm doing my very best, so gut zu sein, dass mein einsatz verlängert wird. ich mag die stelle, ich mag den arbeitgeber, ich mag auch (fast) alle kollegInnen im team des großraumbüros. ich will da möglichst lange bleiben! und das nicht nur, weil der kaffee gratis ist.

das großraumbüro allerdings stellt eine große energetische herausforderung dar: wenn ein dutzend leute arbeiten, hin und her laufen und reden, wenn ständig telefone klingeln und der riesige druckerscannerkopierer papier umwälzt – dann ist das schon eine ziemliche belastung für meine feinen sinne. mo jour hat auch hinten ohren.

noch dazu, wo derzeit das meiste sehr neu ist für mich, die arbeit und die menschen. ich habe es zu tun mit diversen verlagsprogrammen und riesengroßen datenbanken. die arbeitsabläufe sind hoch komplex und mir noch fremd, die vorgaben unendlich kompliziert und detailliert. ich darf täglich neues lernen – insofern erlebe ich schon auch fachliche herausforderung.

intellektuell aber muss ich mich sehr verarmen, um meine aufgaben erledigen zu können. ich darf nix neues erfinden, sondern ich habe vorgaben zu erfüllen. es ist wie malen nach zahlen.

falls hier irgend jemand dachte, es sei etwas romantisches, in einem verlag zu arbeiten, die/der möge sich dieses freundliche klischee bitte abschminken:

es ist knallharte, graue, kühle, gewinnorientierte arbeit!

aber ich kann das schaffen, denn es ist nur halbtags. dennoch: wenn ich am frühen nachmittag nach hause komme, sitze ich oft heulend in der ecke, weil ich so erschöpft bin. oder hänge vor dem pc und daddle über stunden stumpfsinnig vor mich hin, weil nix aktives, kreatives mehr geht.

ich gehe davon aus, dass das mit der zeit besser wird: wenn ich bei der arbeit mehr routine habe, wenn ich mich besser eingelebt und eingewöhnt habe, souveräner werde. derzeit ist alles noch sehr surreal, sehr fremd, sehr unpersönlich. andererseits erlebe ich auch sehr viel wohlwollen und freundlichkeit – ich kann es nur noch nicht so genau spüren vor lauter aufregung, all das neue auch erst einmal kennenzulernen, einzuordnen und zu verarbeiten. gleichzeitig habe ich große angst, nicht gut genug zu sein für den renommierten arbeitgeber.

es ist ja auch noch winter, die dunkle jahreszeit war schon immer die schwierigste für mich. bloß, weil ich nun eine halbe befristete arbeitsstelle habe, sind weder die depressionen verschwunden noch ist das trauma behandelt.

hinzukommt, dass das jobcenter seine drohung wahr gemacht hat. meine gesundheit und arbeitsfähigkeit gehen dem amt bekanntlich am arsch vorbei. meine miete wird seit anfang des jahres nur noch 'in angemessener höhe' übernommen. es klafft eine riesenlücke. das gehalt aus meinem halbtagsjob füllt diese lücke nicht. ich bin auf ergänzendes alg2 angewiesen und habe jetzt weniger geld zur verfügung als noch im dezember 2011 – und das, obwohl ich arbeite.

da darf ich nicht drüber nachdenken, sonst knalle ich noch öfter mit dem kopf gegen die wand, bis es knirscht.

dennoch bin ich zuversichtlich, dass ich das aushalten kann und dass es besser wird. es gibt prioritäten im leben.

prio no 1:
keinen alkohol trinken, egal was passiert.
das habe ich selbst in der hand. es funktioniert für mich seit mehr als zwölf jahren und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich das auch weiter hinkriege.

prio no 2:
den job in die verlängerung retten.
das habe ich nur zum teil selbst in der hand, denn auf die personalpolitik des arbeitgebers habe ich keinen einfluss. aber ich kann so gut und effektiv und kollegial sein wie nur möglich – sodass man mich weiter im team dabeihaben möchte. ich will dort ankommen!

dahin geht jetzt all meine energie. ich betreibe derzeit mehr rekreation als kreation. mit voller absicht. es geht immer nur ein schritt vor den anderen. der gehenden schiebt sich der weg unter die füße. wenn ich drei monate zurückblicke, habe ich ein großes stück geschafft.


während ich dies schrieb, ist die schneefallgrenze auf mich herabgesunken. für heute gehe ich in den winterschlaf. ich wünsche euch allen einen kuscheligen sonntag und noch viel mehr!



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mit dem heutigen post mache ich eine neue kategorie auf, den "leserInnenbrief".
leserInnenbriefe sind briefe an meine leserinnen und leser:
an die vielen, die hier kurz oder lange mitlesen, die mich aus dem weltweiten weibernetz oder persönlich kennen und anteil nehmen an meinem leben und meiner geschichte.
es ist wunderbar, dass ihr da seid, danke! so fühle ich mich verbunden.
ich möchte euch gerne auf dem laufenden halten über das, was ist – auch in zeiten, in denen mir der literarische dreh fehlt, um 'unfug en gros und en détail' zu produzieren.
solche 'updates zur aktuellen lebenssitutaion' gab es auch bisher schon – ab heute haben sie einen namen.
auch leserInnenbriefe sind besondere maßnahmen.


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Dienstag, 10. Januar 2012

half century

ein halbnasser, halbgrauer tag, seit mittag ist es trocken, etwas heller grau sogar. nicht schlecht für anfang januar! gegen sonnenuntergang blitzt dann sogar noch einmal die sonne über meinen berg. wunderbar!

den ganzen tag lang klingelt das telefon, emails purzeln herein eine nach der andern. sie kommen aus aller welt, ich freue mich sehr und komme zu nichts.

ich hatte auch nicht vor, irgend etwas zu tun heute: ein freier tag, und ich bin die hauptperson. ein halbes jahrhundert bin ich nun schon unterwegs auf diesem planeten. das war nicht immer lustig.

daran aber mag ich heute nicht denken. ich freue mich riesig, dass so viele menschen mich im herzen haben und nicht vergessen.

ein großes fest ist nicht geplant, stattdessen ein abendessen mit der besten freundin, wie jedes jahr. in meiner nähe sind nicht viele: familie habe ich ja keine. meine geliebten 'wahlverwandten' sind verstreut über die republik, den kontinent, den ganzen den globus sogar. da weiß ich immer, wo sie sind. das ist gut.

irgendjemand brachte mich neulich auf die idee, mal im internet rumzusuchen, was denn für eine musik am tag meiner geburt auf platz 1 in den hitparaden war.

nicht, dass meine eltern jemals hitparaden gehört hätten. aber irgendeinen nachhall scheint es in meiner seele dennoch zu geben.

heraus kam nämlich, dass eines meiner seit jahrzehnten unschlagbaren lieblingslieder die damalige nummer eins war: das lied vom löwen, der im dschungel schläft. der mir sagt, dass ich keine angst haben brauche: wimoweh.

oder: "The lion sleeps tonight". The Tokens sind mit ihrer aufnahme aus dem jahr 1961 berühmt geworden. nicht nur Walt Disney hat mit dem song ein vermögen gemacht. Salomon Linda hingegen, der die originalfassung 'mbube' geschrieben hatte, ging leer aus und bekam von dem großen erfolg seines lieds quasi nichts ab.

floren hat auf seinem youtube-channel mehr als zweihundert (sic!) verschiedene (unfassbar!) interpretationen des stücks aus allen welten zusammengetragen. da könnte ich eine ganze nacht lang zuhören, die löwen aller länder schlafen lassen und ganz beruhigt sein.

für meinen eigenen geburtstag habe ich mir eine südafrikanisch-niederländische version ausgesucht. Ilonka Biluska singt „in de grote jungle, in het stille dörpje, da slaapt de Leeuw vannacht“ ....


*seufz* herzallerliebst *dahinschmelz* weil ich ein mädchen bin! so war das vor fünfzig jahren eben.

ich singe fröhlich mit und habe keine angst, mein kind. alles wird gut.
für die nächsten fünfzig jahre bin ich gewappnet.


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Donnerstag, 5. Januar 2012

rotlichtfieber

eine memoire

ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie das war, als ich zum ersten mal in einer livesendung vor einem mikrofon im studio saß:

„fang an, sobald das rote lämpchen leuchtet.“

das rote licht hinter dem mikrofon. stellvertretend für mein publikum da draußen vor den radiolautsprechern. dem muss ich's erzählen, dem gehört die botschaft überbracht. klar und deutlich.

schwarz - rot - gold: deutsche glücksbringer ;-)

sobald die rote lampe leuchtet, ist mein mikro freigeschaltet und überträgt nicht nur meine stimme, sondern auch jedes andere geräusch im studio. ich darf nicht mehr schmatzen, nicht mehr schnaufen vor aufregung, nicht mehr nervös mit den fingern auf der tischplatte trappeln. auch nicht mit dem papier rascheln, von dem ich gleich meine nachrichten ablesen werde.

die nation hört mit!

das schwierigste: ich muss auch noch absolut still sitzen, weil mein stuhl quietscht. keine zeit mehr, mich um einen anderen sessel zu kümmern. ich darf auf keinen fall auf der stuhlfläche hin und her wackeln. das wäre sonst zu hören, da draußen.

was soll denn die nation von mir denken?!

ein letztes mal gehe ich die nachrichten durch, zeile für zeile. ich darf mich nicht versprechen; setze betonungszeichen über schwierige wörter; markiere mir die stellen, wo ich atmen werde. letzte stimmübungen.

sobald das rotlicht an ist, wird draußen über der tür eine andere lampe aufleuchten, mit einem schriftzug hinterlegt: 'on air'. oder auch 'bitte ruhe. aufnahme.' ich kann mich nicht genau erinnern. die lampe war aus, als ich daran vorbei ging und mein studio betrat.

das studio ist schallgedämpft. von außen dringt kaum ein laut herein. da müsste schon einer mit dem presslufthammer kommen. oder sich lauthals streiten. die außenlampe ist trotzdem wichtig. damit man draußen weiß, was hier drin passiert:

ich bin von der welt abgeschnitten. hoch konzentriert. gleich gilt's. dann muss alles stimmen, auf den punkt. ohne verzögerung und fehlerfrei, mit klarer stimme.

mein einziger kontakt zur außenwelt ist die tontechnikerin am großen mischpult, auf der anderen seite der großen doppelten glasscheibe. sie spielt mir die gerade laufende musik auf den kopfhörer. dann kommt der nachrichtenjingle. dreizehn sekunden bleiben mir noch.

der countdown läuft. liegen alle blätter in der richtigen reihenfolge? kann ich noch meinen text sehen, obwohl mir das mikrofon direkt vor der nase steht? rechtzeitig luft holen ….

stille?
jetzt!

„es ist achtzehn uhr. sie hören die nachrichten.
berlin.
new york.
tokyo.
die finanzwelt.
ein bißchen regionales.
dann noch das wetter.
es ist achtzehn uhr und fünf minuten.
sie hörten die nachrichten. gelesen von ....“

rotlicht aus.
tief durchatmen. räuspern.
ein fragender blick durch die scheibe, zur tontechnikerin: daumen hoch.
alles war gut.

ich verlasse das studio. gehe hinunter in den saal.
dort sitzt 'meine' nation:
die anderen bewerberInnen für die aufnahmeprüfung.
der öffentlich rechtliche nachrichtenredakteur.
und die leitung der journalistenschule.
alle schauen mich an mit großen augen.
respektvoll und aufmunternd.

ich war gut, sehr gut sogar: sie mögen meine stimme, aufnahme bestanden!

dieser nachmittag war der beginn einer großen liebe.

ich habe gelebt, geschuftet und gelitten für diese situation, vor dem radiomikrofon sitzen und 'der nation' da draußen etwas berichten oder erzählen zu dürfen. arbeit, aufregung, anspannung, rotes licht, erfolg und entspannung – und dann auf ein neues. das war meins!

ich habe es geliebt wie sonst nichts auf der welt, das rote lampenfieber. mit den jahren der erfahrung wandelte sich die aufregung der anfängerin in souveräne rotlichterotik.

nichts kam dem gleich. niemals wieder.


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Sonntag, 1. Januar 2012

zwanzischzwöllef

so. nun ist es da, das jahr 2012, in dem angeblich die welt untergehen wird. bloß weil die maya nicht weiter in die zukunft zählen wollten.

weiß wie schnee, rot wie blut: rose schneewittchen, neujahr 2012

ich glaube nicht daran, dass die welt aufhören wird zu existieren. genau deswegen (und gleichzeitig: trotzdem!) mache ich vorerst damit weiter, hier und auch in meinem sonstigen leben, die welt zu retten mit der einen oder anderen besonderen maßnahme.

nur für den fall, dass die welt doch noch untergeht: dann soll es wenigstens aufgeräumt sein.

bitte seid auch weiterhin meine gäste:

wir befinden uns nun im dreizehnten jahr des dritten jahrtausends. das wird zumindest eine menge wirbel geben, da bin ich mir sicher. denn wie wir alle wissen: nach der wilden 13 ist nichts mehr wie es vorher war.

als jahresmotto für mein jahr 2012 habe ich daher ein zitat des japanischen dichters matsuo basho (17. jhdt.) gewählt:

jeder tag ist eine reise.
die reise selbst
ist das zuhause.

weil für mich das leben eine form des reisens ist. eine reise, auf der ich tag für tag neuem begegne und gleichzeitig beständig dem alter entgegenziehe. weil ich mich immer mitnehme - ganz egal wohin ich auch gehe - ist es besonders wichtig, dass auch das herz weiß, wo es wohnt.

wenn eine eine reise macht, dann kann sie was erzählen. genau das habe ich hier weiterhin vor. ich freu' mich schon drauf!

so weit für heute.
nun auf ins frische jahr!

es wird das jahr des wasser-drachen - dazu ein andermal mehr ....


kleiner exkurs am rande:
im japanischen original sieht mein jahreszitat für 2012 so aus
日々旅にして、旅を栖とす
mit hilfe der umschrift können auch nicht japanerInnen den wunderbaren rhythmus des verses entdecken:
hibi tabi-ni shite, tabi-o sumikatosu


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Donnerstag, 29. Dezember 2011

countdown

weniger als 100 stunden sind noch geblieben von 2011. es gilt, sie sinn- und liebevoll zu verbringen. ich habe da so diverse rituale, mit denen ich 'das alte jahr aufräume'.

jahresend-rose

eines davon: ich zähle meine rosen und lasse ihnen eine letzte aufmerksamkeit an-gedeihen. in diesem jahr habe ich mich von einigen getrennt, weil sie sich in den kübeln auf dem garagendach nicht mehr so recht wohlfühlten. sieben dornenfeen sind mir geblieben, schön und duftig, mit allem rosenrecht.

eine meiner sieben lieben trägt meinen namen und kam auf den markt im selben jahr, als ich von berlin hierher in den rosenwarmen südwesten der republik zog. die 'mo jour-rose' (in echt heißt sie natürlich ein kleines bißchen anders) hat das ganze jahr hindurch geblüht und tut es in diesem winter wundersamerweise immer noch. so lange dieses rosarosenrot so stark und so gesund ist, geht es mir im grunde gut und werde ich immer da wohnen bleiben, wo ich möchte. da bin ich mir sicher!

jahresendritual nummer 2: ich 'sortiere mein leben'. dazu schaue ich mir die tagebücher und notizen des zu ende gehenden jahres noch einmal an, ordne alles schön der reihe nach und packe es in die kiste zum rest meiner vergangenheit. ausatmen. loslassen.

nummer drei ist sehr persönlich: am silvesterabend lege ich die tarotkarten für den jahreszyklus. ich schaue mir an, was das nächste jahr bringt – und packe sie wieder weg und vergesse alles …. bis ich die karten zum nächsten silvester wieder hervorhole und nachschaue, ob's gestimmt hat.

ganz wichtig nummer 4 des kleeblatts: danke sagen! allen menschen und dingen und erfahrungen und träumen und gedanken und gefühlen, die mir begegnet sind und mein leben um ein weiteres jahr bereichert haben. danke!

ich gebe zu, dass mir das nicht immer leicht fällt. besonders in diesem jahr zwanzigelf war ich entsetzlich oft mit 'überleben' beschäftigt, weniger mit 'leben'. es gab und gibt eine menge ärger, auf den ich gerne verzichtet hätte.

[und NEIN! es ist nicht ALLES leid und nicht JEDE katastrophe zu irgend etwas nütze im leben. manche prüfung mag uns zu höchstleistungen antreiben, an denen wir wachsen und reifen. aber ganz sicher nicht ausnahmslos alles. einen ständigen existenzkampf zum beispiel, den braucht kein mensch. gewalt und missbrauch auch nicht. und auch nicht diverse naturkatastrophen. haut mir bloß ab damit!]

danke sagen – das ist ein prozess. das erledige ich nicht in einer halben stunde kurz vor mitternacht. das braucht die ganze woche zwischen weihnachten und silvester. eigentlich gehört täglich danke gesagt. im alltag vergesse ich das leider oft.

deswegen kommt mein DANKE in diesem jahr ganz laut und öffentlich. hier. im büro für besondere maßnahmen.


DANKE!
von herzen:
  • allen leserInnen und kommentatorInnen, fans und followers hier für aufmerksamkeit, zeit und energie
  • den besten freundInnen für zuhörende herzen, klar sprechende lippen und liebevolle augen-blicke
  • den allerbesten freundInnen für stundenlange telefonate, leckere essen und das aushalten meiner tränen
  • all meinen rosen für den schönsten duft der welt
  • der treppe vorm haus, dass sie mich nur einmal schmerzhaft hat stürzen lassen und nicht noch öfter [falls ich dieses 2011 jemals in meinen memoiren erwähnen werde, dann als das jahr, in dem ich den ganzen wunderbaren sommer über nicht ein einziges mal sandalen tragen konnte wegen des nicht heilen wollenden knöchels von mai bis oktober]
  • meinen kursteilnehmerinnen für kreativität und durchhaltevermögen
  • der einäugigen katze für zärtlich schnurrende zeiten
  • der psychosomatischen klinik emmendingen für eine mehr als schräge nulltherapie, die meine lebensgeister wiedererweckt hat
  • dem jobcenter, weil es – wenn auch widerwillig – die wohnungsmiete trotz amtlicher unangemessenheit dann doch das ganze jahr über bezahlt hat
  • meiner engagierten rechtsanwältin, die das jobcenter genau dazu gebracht hat, ohne mir ein horrendes honorar in rechnung zu stellen
  • meinen neuen arbeitgeberInnen für eine wunderbare chance kurz vor dem vollenden des halben jahrhunderts (da geht es mir gut – demnäxt mehr!)
  • ganz vielen anderen bloggerInnen, die mir mit texten und bildern und videos viele neue wunderbare impulse gegeben haben
  • meiner hulatanz-meisterin, die mich viel mehr lehrt als nur die hüften richtig zu schwingen
  • der sonne fürs licht
  • den sternen für glanz
  • dem meer für sein ständiges rauschen, obwohl wir uns in diesem jahr gar nicht gesehen haben: ich sterbe vor sehnsucht.
  • meinem tinnitus, der sich davon nicht beeindrucken lässt und mich warnt, wenn ich mal wieder gefahr laufe, auf der eigenen überholspur an mir selber vorbeizuleben
  • danke: to be continued ....

mein motto für 2011 war übrigens bestens gewählt:
„erwarte nichts. lebe genügsam von überraschungen.“ (alice walker)
das hat mich gut durchgebracht.
jetzt, gegen ende, sieht es sogar so aus, als ob ich das jahr mit satt gefüllter überraschungskiste verlasse. verhungern werde ich vorerst jedenfalls nicht.

der countdown läuft ....
keine fünfzig stunden mehr bis zum schicken schaltjahr 2012:
fangt's gut an!


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