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Sonntag, 26. August 2012

probezeiten

wunder no. 10

nicht nur die probezeit der katze habe ich vor kurzem erfolgreich bestanden und abgeschlossen (sie hat beschlossen, bei mir zu bleiben), sondern auch die ersten sechs monate auf meiner halben zeitarbeitsstelle im verlag habe ich bärinnenstark hinter mich gebracht.

Dolceaqua - Brücke über die Nervia
das war schon anfang mai, als ich aus meinen italienischen zeiten zurückkam. ich war sehr froh, dass ich als redaktionsaushilfe so lange durchgehalten hatte, dass meine kündigungsfrist nun nicht mehr nur zwei, sondern sogar vier wochen betrug.

so viel sicherheit hatte ich fast noch nie zuvor in meinem leben! wir erinnern uns: zu beginn meiner zeitarbeitskarriere im dezember des vergangenen jahres war die kündigungsfrist genau einen tag lang, vierundzwanzig stunden!

immer um zwei monate war mein einsatz verlängert worden, dreimal insgesamt, zum schluss bis ende juli. auch davon erfuhr ich im mai, allerdings mit bitterem beigeschmack. es hatte mir zwar keiner konkret gesagt, aber ich spürte es doch: diese verlängerung war die letzte. die erkrankte kollegin war längst genesen und hatte - unter anderem mit meiner unterstützung - alle rückstände aufgearbeitet. ob meine zeitarbeitsfirma mich danach noch woanders hätte unterbringen können, ist fraglich.

von wegen übernahmeoption! war das doch nur die lockende karotte gewesen, die die zeitarbeitsfirma mir die ganze zeit vor die nase gehalten hatte? mit der in den medien ständig geworben wird? die meist unhaltbare versprechung, dass zeitarbeit wirklich nur 'auf zeit' ist? und ich eselin war brav hinterhergetrottet?!

ja.
und nein.

ja, weil es in der bisherigen abteilung für mich definitiv nicht weiterging.

nein, weil genau zur selben zeit in einer anderen abteilung im haus eine stelle als redaktionsassistenz neu ausgeschrieben wurde: teilzeit, unbefristet. meine große chance!

nach rücksprache mit dem alten team habe ich mich beworben, wurde eingeladen zum vorstellungsgespräch, später ein kennenlernkaffee mit den neuen kollegInnen - und wurde genommen! nicht zuletzt, weil ich bereits im haus gearbeitet hatte und mir vieles bereits vertraut ist; weil die vorgesetzten untereinander geredet haben, was zu bereden war.

als halb-interne quereinsteigerin aus der zeitarbeit hatte ich den entscheidenden vorsprung. für diese chance bin ich allen beteiligten unendlich dankbar!

ich war - einmal im leben! - zur richtigen zeit am richtigen ort! plötzlich ging alles ganz leicht, und deswegen hat nun für mich an anderer stelle eine neue probezeit gerade erst begonnen:

auch wenn ich im selben betrieb bin, so ist in der neuen redaktion doch sehr vieles neu für mich: die inhalte, das team, der umgangston. es ist fast so, als ob ich nun in einer anderen firma arbeite - aber eben nicht ganz.

endlich habe ich auch einen eigenen festen arbeitsplatz (in mehrfacher hinsicht) - und wandere nicht länger von einem schreibtisch zum anderen - wo immer gerade platz ist, weil jemand urlaub macht oder krank ist. statt dessen gibt es sogar ein schild an 'meiner' großraumbürotür, auf dem - alphabetisch eingeordnet - mein name zwischen den anderen steht. ich bin jetzt mittendrin.

leider sind auch hier im 'reichen südwesten' die einstiegslöhne erheblich gesunken. ich verdiene nur noch ein bruchteil von dem, was mir 'früher' im 'armen nordosten' mal gezahlt wurde. deswegen kann ich auf ergänzendes arbeitslosengeld im augenblick noch nicht verzichten. immerhin ist mein gehalt ein bißchen mehr als in der zeitarbeit. das amt kann sich also freuen. ich werde billiger. es fehlt nicht mehr viel.

meine zwanzig stunden wochenarbeitszeit darf ich auf vier tage legen, welch ein luxus! nach einer solchen stelle habe ich mehr als zehn jahre gesucht: eine, die zwar nicht so ganz 'meins' ist - aber einigermaßen erträglich, vielleicht sogar hin und wieder spannend, die mir die basics finanziert, eine durchaus anspruchsvolle herausforderung - aber weder mich noch meine gesundheit überfordert.

sogar meine ärztin hat mir gratuliert. auch sie ist der meinung, dass ich jetzt erst einmal alle kraft auf die erfolgreiche einarbeitung legen und mich nicht zusätzlich belasten sollte (das amt und der vermieter sehen das leider nicht so. aber davon ein andermal - heute ist party!).

das wichtigste ist jetzt, dass ich das halbe jahr probezeit gut bestehe und auch tatsächlich in den unbefristeten vertrag übernommen werde.

es sieht ganz danach aus, als hätte ich einen arbeitsplatz gefunden, an dem ich bleiben kann.
und will.
und soll!

ein wunder!
eine brücke über den reißenden fluß!

damit ist von meinen vielen, mich so unendlich belastenden lebensbaustellen wenigstens bei einer alles bestmöglich auf den weg gebracht und - so hoffe ich - ein heiteres geradeaus in sicht.
ich werde jedenfalls von meiner seite alles dafür tun.


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Kommentare :

  1. Wow, das hört sich toll an, das mit der unbefristeten und gut passenden Arbeitsplatz! Ich wünsche Dir viel Kraft und Erfolg (und vielleicht auch ein bisschen Geduld... nach meiner Erfahrung braucht frau auch das manchmal im Arbeitsleben) für Deine Probezeit. Und ein erfülltes Leben in der verdienten freien Zeit rund um den Arbeitstag.

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  2. Ich freue mich sehr für Dich! Und für mich auch ein bißchen: Geschichten wie diese sind kleine Beweise dafür, dass es doch irgendwie immer weiter geht.

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  3. Oh, Liebe Mojour, meine herzlichsten Glückwünsche! Das freut mich sehr für dich, dass du einen solchen Meilenstein geschafft hast.Deiner Ärztin muss ich recht geben: immer schön einen Schritt nach dem andern machen, das verringert die Stolpergefahr.
    Feiert schön, du und Gini, die bestandenen Probezeiten. Party on!

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  4. vielen dank ihr lieben, fürs mitfreu!

    das leben kann so ein luder sein. aber diesmal ist alles dabei:
    geduld, partylaune, kraft, katze, besondere maßnahmen en gros & en détail ....
    ;-)

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  5. Herzlichen Glückwunsch, du Liebe. Ich freue mich mit dir, weil ich weiß, wie wichtig dein Beruf für dich ist und wie gerne du kreativ arbeitest. Ich wünsche dir nur das Allerbeste.
    Drück dich ganz lieb.
    Svenja

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    1. Liebe Svenja, danke schööön!
      So toll ist die Stelle dann leider doch nicht, dass ich da sonderlich kreativ sein dürfte. Ich arbeite da ja nicht in meinem Beruf als gestaltende Redakteurin, sondern bin nur ausführende und auf Anweisung arbeitende Assistenz. Was die Tätigkeit an sich angeht, handelt es sich also eher um ein dequalifizierendes Downgrade. Es ist leider eine typische Frauenstelle: Finanziell eher ein Auskommen als ein Einkommen und keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten.
      Trotzdem: Ich habe gerne JA gesagt und es ist eine Entscheidung, zu der ich lächeln kann. Sehr sogar!

      Meine Hoffnung ist jedoch die, dass ich dann auch bald mal wieder richtig Kraft habe, um hier anderes, kreativeres zu posten als immer nur Updates zu meiner jeweiligen Befindlichkeit.

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    2. Wenn ich's mal so sagen darf: selbst die Befindlichkeitsposts sind so kreativ formuliert, dass ich jeden Eintrag gerne lese.

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  6. Hab was für Dich
    http://regenfrau.blogspot.de/2012/09/eine-sonne-fur.html

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  7. Hallo liebe Mo, nach Urlaub und einigen Tagen ohne Internet "arbeite" ich gerade alles nicht gelesene auf. Deshalb kann ich mich auch heute erst von ganzem Herzen mit Dir freuen.
    Alles Liebe
    Beate

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  8. Gute Nachricht, liebe Mo. Auch wenn es nicht dein Idealjob ist, ist er doch ein wichtiger Schritt in eine gute Richtung. Ich wünsche dir von Herzen eine Aufgabe, in die der du aufgehst und die deinen Kopf + dein Herz gleichermaßen fordert. Du hast schon so viel bewältigt, und ich bewundere deine Kraft. Wirklich!
    Ich bin sicher, dass jeder im Leben bekommt, was er verdient. Auch du. Und ich freue mich schon darauf, von dir genau diese Nachricht zu lesen oder zu hören. Die Nachricht, dass du endlich das bekommen hast, auf das du schon so lange wartest. Und bis dahin genieße das, was dich auf dem Weg zum Ziel begleitet.
    Herzliche Grüße
    Renate

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    1. liebe Renate, vielen dank für deine herzenswarmen worte. ich freue mich darüber und danke dir sehr für die guten wünsche!

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