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Sonntag, 26. Dezember 2010

sonnenstrahlen im winter

seit vielen wolkenschneenebeltagen lünkert heute zum ersten mal die sonne wieder auf meinen b-berg. also schnell raus aus der hütte! sind das nun große oder kleine sonnenstrahlen, die mich in der nase kitzeln?


im vergangenen herbst habe ich euch die geschichte von den sonnenstrahlenkindern erzählt, die im sommer in den weinbeeren schlafen.

wo die sonnenstrahlenkinder im winter schlafen, wurde ich gefragt? wenn gar keine weinbeeren mehr an den reben sind? und auch kein anderes obst in den gärten reift?

ich habe es ganz lange selbst nicht gewusst: im herbst wurden alle weinbeeren abgeerntet, und plötzlich waren alle sonnenstrahlenkinder verschwunden. ich habe keines mehr gesehen. nirgendwo! erst heute, am zweiten weihnachtstag, bin ich darauf gekommen:

ich bin ihnen wieder begegnet, den sonnenstrahlenkindern. in den weinbergen, wo sie sich um die kahlen kalten winzerdrähte gekringelt haben und von einem zum anderen gehüpft sind! im winter bleiben die sonnenstrahlenkinder die meiste zeit zu hause, haben sie mir erzählt.

ihr zuhause ist ja die sonne, und dort ist es schön hell und warm und kuschelig. von so viel sonnenmutterliebe werden auch die allerklitzkleinsten sonnenstrahlenbabies ein ganzes stück größer, damit sie im nächsten jahr mit auf die erde können.

das ist wichtig, denn im winter schaffen es sowieso nur die ganz großen erwachsenen und allerlängsten sonnenstrahlen bis zu uns auf die erde.

das kommt, weil die erde zwei hälften hat. eine obere hälfte, da wohnen wir. und eine untere hälfte, da wohnen andere leute. am äquator sind die beiden hälften zusammengewachsen. das ist gut so, weil dann können sie sich immer gegenseitig schwung geben, wenn eine mal ein bißchen schlapp macht.

schließlich müssen sie sich die ganze zeit umeinander drehen, damit wir tag und nacht haben. wenn wir nicht tag und nacht hätten, könntest du niemals bei vollmond über deinen eigenen schatten springen. so ist das.

wenn der sommer also schön warm und sonnig war, dann sagt unsere obere erdhälfte: „puh ist mir heiß! ich schwitze ja schon. jetzt reicht es für ein weilchen! ich ziehe mich zurück und will es mal ein bißchen kühler haben.“ - zack! und dreht sich von der sonne weg.

dann wird es bei uns kälter und wir kriegen winter, weil der abstand von der sonne zur erde so groß geworden ist, dass nur noch die allerallerdicksten großen sonnenstrahlen den langen langen weg von der sonne bis in unsere weinberge schaffen. und das auch nicht jeden tag.

da wollen sie die kleinen sonnenstrählchen lieber nicht dabei haben aus angst, dass sie es nicht bis zur erde schaffen. sie wissen ja auch nicht, wann sie wiederkommen, um ihre sonnenstrahlenkinder notfalls wieder abzuholen.

das kann ja mal ein paar tage dauern. wegen der vielen winterwolken. das wäre dumm, falls die sonnenstrahlenkinder an den winzerdrähten hängen, vor lauter glück ein mittagsschläfchen halten und womöglich den rückweg verpassen.

deswegen schickt die sonne die sonnenstrahlenkinder in unserer winterzeit lieber auf die untere hälfte der erde. weil die dann näher an der sonne ist und besser zu erreichen. da wird es dann der erde untenrum schön sommerlich warm! das ist gut, denn die leute auf der unteren hälfte mögen ja auch gerne reife weinbeeren essen. oder kiwi.

wenn unsere obere erdhälfte sich genug abgekühlt hat und ihr vor lauter eis und schnee schon selbst ganz schnatterkalt ist, dann tauschen die zwei wieder: die untere hälfte geht sich abkühlen, und die obere rückt näher an die sonne ran, um sich aufzu­wärmen. wir nennen das frühling, und unsere tage werden wieder länger und heller.

dann kommen auch die sonnen­strahlenkinder wieder öfter mit auf unsere obere erdhälfte und lassen neue weinbeeren vor lauter glück und wärme kugelrund und süß werden! und anderes obst natürlich auch.


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