Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Denn irgendwas is' immer ....
[über den Umgang mit Katzen & Vermietern - und andere wichtige Dinge im Leben einer Frau]
es ist soweit! nachdem noch bis kurz vor einsendeschluss des wettbewerbs zahlreiche kommentare eingingen mit vorschlägen für unseren besonderen leitspruch des jahres 2013, saß die jury nun tagelang mit rauchenden köpfen brütend über einer entscheidung.
die preise: exklusive kalender 2013
diese fiel wirklich schwer - aber nun genug der dicken luft, wir können wieder klar sehen und haben den vorschlag von pat zum gewinnner gekürt!
astrid lindgrens weise worte
„es gibt kein verbot für alte weiber, auf bäume zu klettern“
haben uns so gut gefallen, dass wir sie ein ganzes jahr lang um uns haben wollen. herzlichen dank für diese entzückende entdeckung! das zitat stammt übrigens aus dem jahr 1974, als astrid mit ihrer freundin, der bibliothekarin elsa olenius an deren 80. geburtstag ein baumwettklettern veranstaltete. astrid selbst war damals 66 jahre alt.
liebe pat, als dankeschön erhältst du den exklusiven termin-/tagebuch-kalender 2013. herzlichen glückwunsch!
nun zum versprochenen trostpreis!
der/die gewinnerIn wurde per los ermittelt. dazu habe ich alle zitate auf ganz gleich aussehende zettelchen geschrieben und diese ganz identisch gefaltet, so dass äußerlich keinerlei unterschiede zu sehen waren.
dann waltete die chief exeCATive lottofee ihres amtes:
chief exeCATive lottofee
den trostpreis gewonnen hat Anonym mit einem zitat des Erasmus von Rotterdam "Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." dass das durchaus zum gekürten jahresmotto passt, ist aber nun wirklich reiner zufall. unsere bürokatze schwört, dass sie nicht gelünkert hat!
[liebeR anonymA, leider kenne ich deinen namen nicht! also melde dich bitte schnell, ob du deinen gewinn (einen tollen wandkalender mit zwölf der schönsten fotos aus dem blog) erhalten möchtest oder nicht - damit ich weiß, wohin ich den schicken darf. falls du nicht willst und ich bis morgen abend (mittwoch 19.12.2012 23:59 uhr) deine anschrift nicht kenne, wird der preis anderweitig vergeben. er soll doch noch vor weihnachten bei euch eintreffen!]
und weil da wirklich soooo viel tolle vorschläge zusammengekommen sind, gibt es noch einen sonderpreis, und der geht an …. tataa!
anja - für den vorschlag des zitats von van Gogh "Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen - aber es wachsen keine Blumen auf ihr." das (ich nehme an) niederländische original habe ich zwar nirgends finden können, aber ich vertraue jetzt einfach mal darauf, dass das authentisch von Vincent van Gogh ist. falls jemand die ursprüngliche quelle kennt oder noch herausfindet: ich freue mich über eine nachricht!
liebe anja, als sonderpreis gibt es auch für dich einen terminkalender 2013 mit dem neuen jahresmotto. für täglich mehr blumen im leben! [liebe pat, liebe anja! bitte lasst mich bitte bis spätestens übermorgen abend (donnerstag, 20.12.2012 23:59 uhr) wissen, wohin die preise flugs am freitag verschickt werden wollen (sonst werden sie anderweitig vergeben, ist ja schließlich termingebundene ware ;-) ]
allen, aber wirklich ALLEN teilnehmerInnen ganz herzlichen dank für die teilnahme und die vorschläge. uns hier hat das viel spaß gemacht!
wie ihr euch denken könnt, ist die lücke in meinem leben, die im oktober durch die kündigung meiner teilzeitstelle beim verlag entstanden ist, noch längst nicht wieder gefüllt.
daher halte ich augen und ohren offen, schau mich um, versuche neues, gehe auch mal unbekannte wege …. alles wie immer, eigentlich. wenigstens langweile ich mich nicht.
eine bezahlte arbeit (die mir die butter auf die richtige seite vom knäckebrot finanzieren täte) ist dabei zwar bisher noch nicht herausgekommen - aber immerhin neue erfahrungen, was die methoden und üblichkeiten auf dem aktuellen arbeitsmarkt so angeht.
letzte woche schrieb ich eine bewerbung auf eine mini-stellenanzeige im hiesigen kostenlosen lokal-anzeigenblatt: gesucht wurde eine mitarbeiterin für den empfang in einer beratungsstelle auf 400-EUR-basis, „erfahrungen im verwaltungs- und/oder sozialen bereich von vorteil“.
na bitte, das kann ich prima machen, dachte ich: war selbst jahrelang geschäftsführerin und vorstand in einem gemeinnützigen verein im gesundheitsbereich, kann alle office-anwendungen aus dem eff², telefonieren sowieso, je nach bedarf freundlich oder auch mal resolut dreinschaun und habe obendrauf auch noch erfahrungen mit der zu erwartenden klientel - sogar aus eigener erfahrung! es ging nämlich um sucht und drogen. zudem ist mir die leiterin der beratungsstelle persönlich bekannt.
also entwarf ich einen indivuellen bewerbungstext, abgeschickt per email mit aktuellem lebenslauf und dem letzten aussagekräftigen, sehr guten zeugnis im anhang.
und?!
ihr ahnt es schon?!
es kam eine absage, ebenfalls per email, innerhalb von 24 stunden.
den text des dreizeilers lässt man sich am besten gar nicht genüsslich auf der zunge zergehen, sondern spuckt ihn gleich angewidert wieder aus:
…. leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass ihre Angaben nicht völlig unseren Erwartungen entsprechen. Aus diesem Grunde können wir Ihre Bewerbung leider nicht ….
was fehlte denen denn, ich bin doch bestens qualifiziert?! ich war ziemlich wütend, holte zur beruhigung ungefähr sieben mal tief luft und habe dann die derzeitige empfangsdame angerufen. sie sei leider auch nur ausführende und mache, was man ihr aufgetragen habe, und die leitung sei sowieso erst im nächsten jahr wieder zu erreichen.
ahja.
ich bedankte mich artig für die information und riss mich schwer zusammen, nicht meinerseits die absage mit einer absage der anderen art zu beantworten:
leider leider! …. bin ich nicht fähig, Ihre mir unbekannten erwartungen ohne vorherige nähere angaben hellzusehen. ja, im grunde bin ich nicht einmal willens, in einem schlecht bezahlten aushilfsarbeitsverhältnis überhaupt irgend etwas hellzusehen! da Ihre schon im bewerbungsverfahren zutage getretenen überzogenen arbeitgeberseitigen erwartungen an u.a. hellseherische fähigkeiten einer neuen mitarbeiterin nach antritt einer stelle erfahrungsgemäß nicht auf ein erfüllbares maß gesenkt, sondern statt dessen aufrecht erhalten und häufig sogar in unverhältnismäßiger weise noch gesteigert zu werden pflegen, muss ich Ihnen leider mitteilen, dass ich mich veranlasst sehe, meine bewerbung zurückzuziehen. bei der weiteren mitarbeitersuche wünsche ich Ihnen viel erfolg ....
das nur mal zwischendurch als nette entspannungsphantasie zur psychologisch sinnvollen verarbeitung seltsam abwertender absageantworten auf ernst gemeinte bewerbungsschreiben, in denen man sich ja für gewöhnlich echt nackig macht.
dabei hatte ich denen noch gar nicht mitgeteilt, dass mein (langjährig postalkoholischer, in einer offiziellen untersuchung nachgewiesener) IQ nur sieben punkte unter dem (gemutmaßten) IQ von albert einstein liegt.
weil es inzwischen draußen winterweiß
und schnatterkalt geworden ist, erscheint es von vorteil, wenn man es sich
drinnen warm und gemütlich macht.
dazu passt es ganz wunderbar, den
backofen anzuwerfen und etwas leckeres hineinzulegen, was dann nicht
nur die küche bestens aufwärmt, sondern außerdem auch noch
aromatische duftwolken in der ganzen etage verbreitet und im
anschluss ein essbares ergebnis produziert.
bei mir gibt es dann vorzugsweise
gebäck, das sich länger hält, denn schließlich lebe ich allein.
außerdem soll es sich schlicht und heiter dekorieren lassen. ihr
ahnt es schon: ich mag keine gitter, nirgends - nicht einmal auf dem
kuchen!
bestens geeignet ist da eine Linzertorte, die eigentlich Linsertorte heißt, weil sie gar nicht aus Linz in Österreich
stammen sondern angeblich von einem ansonsten völlig unbekannten
herrn namens Linser erfunden worden sein soll. die wikipedia weiß das allerdings
auch nicht besser, und da mir in diesem tortenfall die knallhart recherchierten fakten fehlen, werde ich mich in die dortige
diskussion nicht weiter einmischen.
mischen werde ich allerdings weiterhin
meinen kuchenteig nach einem urgroßmutter-rezept aus baden, was ja
früher auch mal zu österreich gehörte und damit quasi ein vorort
von linz ist.
wir essen die linzertorte hier in badisch südwest
das ganze jahr über, nicht nur zur weihnachtszeit, und zwar am
liebsten schon zum frühstück. deswegen sowie aus anderen gründen
ist meine variante ohne den andernorts obligatorischen schuss
schwarzwälder kirschwasser. wer es nun aber gar nicht lassen kann,
der möge den zitronensaft durch geistliches nach geschmack ersetzen.
zutaten für eine runde springform:
125 g Butter
125 g Zucker
125 g Mehl
125 g geriebene Mandeln (oder Walnüsse
oder Haselnüsse)
1 Ei
1 EL Kakao
½ TL Zimt
2 zerstoßene Nelken
abgeriebene Schale von einer
unbehandelten Zitrone
2-3 EL Zitronensaft von ebenselbiger
Messerspitze Backpulver
Prise Salz
Glas Himbeermarmelade zum Füllen (oder rotes
Johannisbeergelee, das sieht nicht so pickelig aus)
und so geht’s ….
butter zucker ei zimt nelken salz
zitronenabrieb und zitronensaft gut miteinander verrühren, dann
gemahlene nüsse einarbeiten. mehl kakao backpulver erst trocken
mischen, dann löffelweise zum teig geben. der wird ziemlich fest,
gut kneten bis alles glatt verarbeitet ist! den teigball in folie
wickeln und mindestens eine halbe bis ganze stunde im kühlschrank ausruhen
lassen.
in der zwischenzeit ruhen wir uns
ebenfalls aus und trinken eine lecker tass tee oder kaffee
(superhausfrauen räumen dieweil die küche auf). danach schalten wir
den backofen auf 200° und glühen ihn schon mal vor.
vom gekühlten teig etwa zwei drittel
zu einer runden platte ausrollen und in die gefettete springform
legen. den kuchenboden an mehreren stellen mit einer gabel
einstechen.
zwei drittel vom teigrest zu einer
wurst rollen und daraus rundum einen kuchenrand basteln, indem man
mit dem daumen gleichmäßige dellen hineindrückt (wer in der schule
fürs leben gelernt und gut aufgepasst hat, kann jetzt mal schnell mit π
mal daumen den tortenumfang berechnen!).
nun den boden mit der marmelade
bestreichen und dann! dann endlich! aus dem letzten rest vom teig
eine schicke deko formen und obenauf legen. je nach jahreszeit lasst
ihr euch etwas anderes einfallen. bei mir wird es meistens ein
grinsesmilie.
weil ich es sooo schön finde, wenn
meine torte mich anlacht!
backzeit ist ungefähr 20 minuten bei -
wie oben bereits erwähnt - 200° im normalen backofen.
viel spaß und leckerschmecker!
ps.
achso! wer will könnte ja mal ein foto von ihrer tollen torte bei facebook posten - vielleicht gibt's was zu gewinnen ....
allerbeste zeit, um sich mit einer
überschrift für das kommende jahr zu beschäftigen. ihr wisst ja,
dass ich mein büro für besondere maßnahmenalljährlich unter ein anderes motto stelle.
in 2012 war's „Jeder Tag ist eine
Reise. die Reise selbst ist das Zuhause.“ von Matsuo Basho.
was machen wir mit 2013? was passt als (beg)leitsatz fürs
nächste jahr? was trifft die perspektive? oder die quersumme zukünftiger ereignisse?
damit ich mit dieser aufgabe nicht so
alleine bin, dachte ich mir: mach mal einen kleinen wettbewerb, dann
wird’s lustiger!
gesucht wird also ein besonderer spruch, ein satz, ein zitat
für 2013 - würdig des büros für besondere maßnahmen - oder
so dermaßen ambitioniert, dass das büro für besondere maßnahmen sich dessen erst im lauf des jahres
würdig erweisen wird.
vielleicht ein eigener ausspruch, der selbst
eine besondere maßnahme war? oder ein satz, der zu besonderen maßnahmen anstiftet und verleitet? oder ein nicht alltägliches zitat für alle tage?! fraulich darf es gerne sein,
sinnlich oder frech. gerne quer gedacht, nachdenklich natürlich
auch, in jedem fall aber lebensbejahend …
wer mitmachen will, schreibt ihr/sein lieblingszitat bitte bis zum 16. dezember 2012 24.00 Uhr in einen kommentar unter
diesen post, gerne mit einer kleinen begründung ;-)
unter allen vorschlägen wird eine
kompetente jury (also ich und vielleicht noch jemand anders) dann das
"jahreszitat 2013" auswählen (ganz undemokratisch und ohne
vorhersehbare regeln). das ergebnis wird am 18. dezember 2012 in
diesem blog verkündet.
zur belohnung für alle teilnehmerInnen
erwartet euch meine besondere maßnahme zum jahresende:
1)
wer das gewinner-motto vorschlägt,
erhält den exklusiven terminkalender „Büro für besondere
Maßnahmen 2013“, versehen mit dem gekrönten jahreszitat und rosenkatzen-logo! (falls mehrere vorschläge für dasselbe zitat
eingehen, entscheidet das los). die agenda kommt als spiralgebundenes
notizbuch im format 21 x 14 cm, eine woche auf zwei seiten - mit
europakarte, weltzeitzonen und ein paar seiten extra für eure
notizen.
2)
unter allen anderen teilnehmerInnen
verlosen wir als dickes-mitmach-dankeschön! den - nicht weniger exklusiven - wandkalender „Büro
für besondere Maßnahmen 2013“ mit dreizehn wunderschönen fotos
aus diesem blog - format 28 x 21 cm (aufgeklappt 43 x 28 cm, mit
reichlich platz für eigene einträge).
so. nun bitte ich um eure vorschläge! macht schnell, ihr habt nur knapp drei wochen zeit!
ps.
kleingedrucktes:
- der rechtsweg ist ausgeschlossen
- persönlich übermittelte daten
werden nur für die verlosung gespeichert und ggf. für den versand
des gewinns genutzt. sonst nix. keine werbung oder so'n shice,
versprochen!
von allem etwas, aber für spezialinteressierte und suchmaschinen viel zu breit gefächert - so wie ich eben auch als frau und als mensch bin.
umso erstaunter war ich vorgestern, als die statistik mir anzeigte, dass mein blog bei google auf rang 12 steht, wenn man - irgendwo in der nähe von Hannover - das allerwelts-stichwort „Büro“ ins suchfeld eingibt. yeah!
hier im südwesten der republik sehe ich mich bei google nicht mal unter den ersten fünfhundert der ungefähr 230 millionen ergebnisse, geschweige denn unter den top twenty.
Hannover muss ein ganz besonderer ort sein! denn gugle irrt sich nicht. niemals.
gerade erst hatte ich gedacht: „jetzt
haste aber ne menge erfahrungen gemacht. gerade die letzte war ja
mal wieder eine echte herausforderung, zu buchen auf das lebenskonto 'erfahrungen - sollseite'. nun könnte zur abwechslung einmal etwas kommen, das ich aus dem fundus an bereits gemachten erfahrungen locker bewältigen kann - damit ich ein bißchen luft habe, um mich
mit aller kraft in die neue stelle einzuarbeiten, gut fuß zu fassen
und souverän zu werden ...!“
blühender glücksklee (oxalis tetraphylla)
aber immer dann kommt das leben,
watscht mir ins gesicht und sagt „äätsch-bäätsch! ich habe noch
was neues für dich!“ ZACK!
dieses luder.
keine drei monate war ich im medienkonzern, halbtags, als redaktionsassistenz für
drei verschiedene redakteurinnen. im grunde musste ich dreierlei jobs
neu lernen, für jede einen, ganz unterschiedliche aufgaben in
unterschiedlichen redaktionssystemen und software-backends.
vielerlei, alles sehr komplex.
obwohl ich als zeitarbeiterin schon
fast ein dreiviertel jahr in einer anderen abteilung gearbeitet
hatte, kam ich mir vor wie in einer neuen firma. erfahrene
kolleginnen sagten: „da brauchst du mindestens ein jahr, um dich
einzuarbeiten.“ eine ganz ehrliche kollegin sagte: „um sich
wirklich auszukennen, braucht man zwei jahre.“
sehr viel auf einmal, so schnell wie
möglich, oft sekundenschnelles hin- und her-switchen: auf emails und
kundenanfragen umgehend reagieren; dazwischen komplexe übersetzungen
juristischer texte aus dem deutschen ins englische (zu denen eine
befreundete diplomübersetzerin gesagt hatte, dass sie sich das nur
zutrauen würde, wenn ein muttersprachlicher arbeitsrechtler das
gegenliest); gleichzeitig zweierlei portalsforen auf neue einträge
überwachen (und beantworten); stundenlanges akribisches prüfen
diffiziler textbausteine in der software (ist die englische
übersetzung korrekt, stimmt die zuordnung …); das alles und noch
viel mehr - im geräuschpegel von teils laut telefonierendem
großraumbüro und baustellenlärm vor dem fenster.
unmöglich, mir alles gleich beim
ersten mal zu merken. ich habe kein fotographisches gedächtnis. mein
mensataugliches hochleistungshirn im overload. ich schwamm. stück
für stück fand ich mich ein, tag für tag schaffte ich mir mehr
boden mehr unter die füße.
wenn ich nicht weiterkam, fragte ich
die kollegInnen. so war es vereinbart. wenn ich fehler machte, wurde
ich darauf hingewiesen, hörte zu, lernte daraus. wie das eben so ist
in einer einarbeitung.
in den vierzehntägigen rücksprachen
mit der redaktionsleitung bekam ich großes lob für meine
übersetzungen. von den beiden anderen erhielt ich kein konkretes
feedback. „solange nichts negatives kommt, ist alles gut im fluss.“ -
dachte ich und strengte mich weiter an.
umso entsetzter war ich, als die chefin in meiner elften woche am neuen arbeitsplatz die rücksprache eröffnete mit den worten: „ich habe
schlechte nachrichten für Sie.“ - ?!?!?! - „Sie wissen sicher
schon, worum es geht.“ - ?!?!?! - „wir wollen Ihnen kündigen.“
- ?!?!?! - „wir haben uns die entscheidung nicht leicht gemacht.“
- ?!?!?! - „Sie sind zeitlich zu unflexibel (ich war pro arbeitstag im schnitt fast eine stunde länger da).“ - ?!?!?! - „Sie
haben überhaupt kein gespür dafür, wann hier viel zu tun ist.“ -
?!?!?! - „Sie haben zum falschen zeitpunkt einen tag urlaub
genommen (das war kein urlaub, sondern - auf den vorschlag der chefin hin - das zeitnahe abgleiten von überstunden und mit allen abgesprochen).“ - ?!?!?!
- „Sie sind im allgemeinen den belastungen dieser stelle nicht
gewachsen.“ - ?!?!?! - „Sie hätten doch merken müssen, dass
schlechte stimmung ist.“
dann legte sie mir die kündigung vor
(abgezeichnet von dreierlei geschäftsführungen und abgenickt vom
betriebsrat). ich hatte den empfang zu quittieren, meinen
schreibtisch sofort zu räumen, die mitarbeiterkarte auf den tisch zu
legen und das haus zu verlassen.
oh leben, du luder!
ich war geschockt und bin es noch.
offensichtlich hatten die drei „herrinnen“ (o-ton chefin) seit
wochen und monaten über mich gesprochen - und nicht ein einziges mal mit mir. ich hatte keine chance, stellung zu nehmen und - was auch
immer - zu verändern, verhalten oder arbeitsweisen zu korrigieren
und anzupassen. statt dessen haben sie meine - angeblichen - defizite
gesammelt und mich ins offene messer laufen lassen.
luder.
ich war nicht gut. ich war ihnen nicht einmal
gut genug, dass ich ihnen die zeit wert gewesen wäre, meine
angeblich ungenügenden leistungen mit mir zu besprechen. ich war scheinbar sogar so
dermaßen schlecht und unerträglich und schädlich fürs geschäft, dass man mich lieber von jetzt
auf gleich wegschickt - und dafür in kauf nimmt, trotz arbeit im
überfluss die stelle nun wieder mindestens sechs wochen lang
unbesetzt zu haben, um anschließend mit einer neuen kollegin und
der einarbeitung wieder ganz von vorne zu beginnen.
abgesehen von dem schock über dieses
unerwartete ende von etwas, das für mich mit ganz viel zuversicht
begonnen hat …; abgesehen von der verzweiflung, jetzt wieder ohne
eine regelmäßige arbeit dazustehen und dem hartz4-amt aufs neue
vollzeit ausgeliefert zu sein …; abgesehen von der trauer, so von
jetzt auf gleich einen wichtig gewordenen teil meines lebensinhalts
abgeschnitten zu bekommen …; abgesehen von der großen
ratlosigkeit, was die entsetzlich große differenz angeht zwischen eigen- und
fremdwahrnehmung …; abgesehen von der verunsicherung, wie ich denn
nun in meinem lebenslauf elegant unterbringe, dass ich bereits während
der probezeit rausgeworfen wurde …
abgesehen von alledem ... bin ich ganz
schön wütend!
denn auch, wenn ich jetzt im augenblick
überhaupt noch nicht weiter weiß, folgendes ist schon mal klar:
es ist überhaupt nicht schön, dass
ich meine arbeit schon nach so kurzer zeit wieder verloren habe. aber
es ist überhaupt nicht schlimm, dass ich diese arbeit nicht mehr
habe:
in einer umgebung, wo ich ohne
hellseherische fähigkeiten ständig angst haben müsste, das falsche
zu tun oder zu sagen, weil jemand anders darauf lauert, mich
vorzuführen, könnte ich auf dauer nicht gedeihen.
für einen betrieb, dessen
devise (u.a.) lautet „Bei uns fahren alle Vollgas. Immer. Wer nicht immer
Vollgas fährt, fährt besser woanders!“, habe ich einfach nicht
genug testosteron im blut, liebe ich das achtsame unterwegs-sein viel
zu sehr.
wenn ich schon im firmensprech, das den
maskulinen singular zur norm erklärt und frauen für nicht weiter
der rede wert hält, nicht vorkomme - dann habe ich dort zwar jetzt meinen job, als kluge frau aber ansonsten nichts verloren.