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Montag, 17. Juni 2013

es war einmal ... eine rose

- rosenworte zum montag - 

was vor zwei wochen mich duftend verwöhnte, vor einer woche tapfer den kopf hängen ließ - ist heute trocken raschelnde vergangenheit: meine erste rose 2013. aber sie duftet immer noch, irgendwie, und hält die erinnerung an sich selbst lebendig.

der raschelnde Rest, fast verduftet

hoffentlich entzündet sie sich nicht auch selbst, wie so manch hitziger krisenherd. man könnte meinen, einer davon sei heute auf meinem balkon: 36,2 grad im schatten zeigt das außenthermometer.

aber alles friedlich hier, zum glück: eine etage tiefer dudelt der vermieter unverdrossen rosamunde auf seiner quetschekommode, auf dem teppich rollt sich die katze dreimal umeinander und erwartet dafür eine belohnung, und ich schwitze so vor mich hin.

durch den kopf gehen mir heute worte wie soldaten. 50. jahrestag des DDR-volksaufstands 17. juni 1953; in Istanbul brennen der Gezi- und der Taksimplatz. die wasserwerfer sind dort nicht unterwegs, um feuer zu löschen.

als ich noch zur schule ging, damals in den 70er jahren des 20. jahrhunderts, lernten wir schülerInnen die parole "nie wieder krieg!"

das fanden wir gut, und das erschien mir sinnvoll. mein großvater hatte zwei weltkriege er- und überlebt, die eltern je einen. viele meiner vorfahren haben diese kriege nicht überlebt. der zweite indochinakrieg (bei uns besser bekannt als vietnamkrieg) war noch nicht wirklich vorbei.

wir waren uns alle einig: krieg ist schlimm. wir wollten keinen mehr.

aber immer hat sich irgendwer irgendwo nicht daran gehalten. es gibt tatsächlich menschen, die wollen krieg. und ich verstehe nicht, warum.

mein ganzes leben lang gab es immer krieg. irgendwo. manchmal weit weg, manchmal durch die medien in meinem wohnzimmer, dann wieder in meinem herzen.

die vererbten traumata der eltern, mein mitgefühl mit allen, die leiden, aber auch feindseligkeiten in meinem eigenen alltagleben. warum? was hat der einzelne mensch davon, einen anderen zu zerstören und an einem friedlichen leben zu hindern?

ich weiß keine antwort auf diese frage. ich will immer noch keinen krieg. und muss doch damit umgehen.

aus diesem anlass leihe ich mir meine heutigen rosenmontagsworte bei einer der klügsten frauen unserer zeit:
"Möge alles, was [Kriegsteilnehmerinnen und] Kriegsteilnehmer aller Seiten an Destruktivem in die Welt senden, niemanden treffen, sondern sich umkehren und sie selber treffen."
(Angelika Aliti, Das Maß aller Dinge, 2000, S. 68)
die ergänzung in den eckigen klammern stammt von mir. ich habe die erfahrung gemacht, dass frauen keineswegs das friedfertigere geschlecht sind. leider. auch wenn ich das gerne so hätte. ich kann noch nicht einmal mich selbst immer davon ausnehmen.

und deswegen gibt es auch noch ein ergänzungsrosenwort von mir, mal wieder ein stacheliges!
"wer nicht für einen hinterhältigen, verlogenen und intriganten kotzbrocken gehalten werden will, der/die braucht sich ganz einfach nur nicht wie ein hinterhältiger, verlogener und intriganter kotzbrocken zu verhalten."
ich wünsche allen eine friedliche woche!

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