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Sonntag, 3. Oktober 2010

beige

„werd‘ bloß nicht beige!“ greinte meine freundin neulich, als ich ihr mein neuestes werk vorführte. nicht, dass ich so eine olle strickliesel wäre. aber manchmal, dann packt es mich: ich muss was mit den eigenen händen machen, weil ich dringend ein vorzeigbares ergebnis brauche, um meine existenz zu spüren.

pulswärmer: silky madil / lenpur

in solchen momenten steige ich in meine kochtöpfe, werfe die nähmaschine an oder hocke mich mit den stricknadeln vor die glotze. keine angst – das büro für besondere maßnahmen wird jetzt nicht zum do-it-yourself blog. ich erkläre auch nicht im détail, wie ich diese zauberhaften pulswärmer aus seidiger bambus-viskose mit einer satin-rosenapplikation auf der herzensseite fabriziert habe. die farbe? helllichtsandeierschale, würde ich mal sagen. aber beige ist das ganz sicher nicht!

die bemerkung meiner freundin jedenfalls brachte mich zum nachdenken und beobachten. tatsächlich habe ich festgestellt: mit steigendem alter nimmt bei gewissen menschen die vorliebe für natur- und erdtöne zu.

beige ist ja nicht nur keine farbe, sondern bisweilen auch synonym für „farblos und langweilig“, bedeutet im übertragenen sinne „freudlos und unflexibel“. in der reha habe ich das ganz klar erlebt. da ertrank ich fast in einem meer von beigen zeitgenossen. undefinierbar unauffällig. dazwischen ich und ein paar andere bunte vögel, die misstrauisch abwertend beäugt wurden.

beige kommt daher mit dem attribut „pflegeleicht“. in allen schattierungen, und spätestens mit den wechseljahren. da schüttelt‘s mich! ich bin weder knitterarm noch faltenfrei! schließlich habe ich mir erst vor kurzem eine neue schwarze lederjacke zugelegt. ich bin doch keine isabell!

tatsache ist, dass ich schon vor einer ganzen weile beschlossen habe, meinen seit mehr als drei jahrzehnten fast durchgängig schwarzen kleiderschrank farblich ein wenig aufzulockern. das ist harte arbeit, weil ich aus alter gewohnheit meistens dann doch wieder mit etwas kleinem schwarzen nach hause komme.

was kombiniert sich gut mit schwarz? richtig. ungefärbte naturmaterialien. erdtöne. sagte die farbberaterin meines vertrauens. au weia. das war ein schock! zum glück steht mir aber auch petrolgrünmeerblau ganz hervorragend. und rot erst! zwischen radikalschwarz und farblosbeige gibt es also eine menge bunter zwischentöne, und ich werde hoffentlich noch lange damit beschäftigt sein, die alle auszukosten.

nebenbei frage ich mich, ob diese beige angelegenheit nicht auch ein eher deutsches „phänomen“ ist. in anderen ländern ist mir das nie aufgefallen, dass die kleidung mit dem alter der trägerInnen farbloser wird. aber vielleicht liegt das auch daran, dass die deutschen oft so graue gesichter haben, verbittert wirken und so wenig lachen. dann ist es ganz egal, welche farben sie tragen – es fühlt sich ‚immer irgendwie beige‘ an.

damit aber liegen die deutschen durchaus im universellen trend. die farbe des gesamten kompletten universums ist nämlich – na was wohl? beige! das haben die sternengucker herausgefunden. astronomen nannten die farbe freundlich „cosmic latte“.

ich fass es nicht! muss ich jetzt doch beige werden? oder bin ich es etwa schon!?

schnell noch ein milchkaffee. einen ganz irdischen, bitte!


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Kommentare :

  1. Ich finde diese schönen Pulswärmer ganz wunderbar und werde meine diesen Winter zu einem meiner Strickkleider tragen. Ich hab sogar zwei Paar Stiefel in der passenden Farbe.
    Ich hab nämlich auch so ein Paar von diesen Pulswärmern. Eine ganz liebe Bloggerfreundin hat die für mich gestrickt und gerade heute nachmittag erst habe ich sie stolz herumgezeigt.
    Danke schön, liebe Mo, und nicht nur für dieses reizende Posting.
    Svenja

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  2. liebe svenja, wer solche freundinnen hat, braucht keine strickmaschine ;-) von diesen kleinen rosen gab es genau drei stück. eine hast du, eine habe ich, die dritte .... quasi eine "rosenkleinserie" - und doch alles unikate, jedes ein bißchen anders. auf deine strickkleidkombi bin ich gespannt!

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  3. Entrümpele deinen Kleiderschrank nicht zu doll. Schwarz ist eine prima Startfarbe, um zu mixen. Ich bin in den letzten Jahren auch zu einer "schwarzen Hexe" geworden.

    Schwarz ist einfach super-praktisch! Schwarze Hose, Jacke oder Schuhen bzw. schlichtes schwarzes Shirt -oder auch mal eins mit aufwändigen Applikationen ;-)- sind prima Basics und können jederzeit mit knallfarbenen Klamotten und/oder Accessoires aufgepeppt werden. Was mich am meisten begeistert: Frau ist immer 1a gewandet und kann -nicht nur rein theoretisch- notfalls direkt nach dem späten Büroschluß direktemang ins Theater gehen.

    Pulswärmer habe ich jedoch (noch) nicht. Aber ich liebäugele derzeit mit einem Paar langen Armstulpen. Megageil, diese Dinger!

    Sanna

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