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Mittwoch, 1. September 2010

reizklima III

wie ich schon mehrfach berichtete, befinde ich mich derzeit in heiligendamm an der ostsee in einer gegend mit absolut guter reiner frischer luft. die klinik hat eine fachabteilung für atemwegserkrankungen.

mecklenburgische bäderbahn

besonders asthmakranke hoffen hier auf linderung. die lungenkranken werden meist in den zimmern der ersten etage untergebracht, direkt über dem eingang. von dort haben sie die schönste aussicht direkt auf die schienen der bäderbahn „molli“.

rein optisch ist gegen den kleinen nostalgischen zug nichts einzuwenden. auch von meinem fenster aus sind der kleine bahnhof und die schienen zu sehen. sehr pittoresk!

der molli wird von dampflokomotiven gezogen, die mit braunkohle beheizt werden. das qualmt und stinkt wie weiland mein kachelofen in berlin, wenn ich aus versehen briketten der marke „rekord“ gekauft hatte.

der molli schnaubt eingleisig zwischen bad doberan und kühlungsborn. die züge treffen sich halbwegs auf dem zweigleisigen heiligendammer bahnhof und fahren hier aneinander vorbei.

immer zur vollen stunde ist molli-alarm, zwischen sieben uhr früh und sieben uhr am abend. dann schließt sich mit heiterem klang die schranke und bleibt so lange unten, bis der zug von west nach ost angekommen und der zug von ost nach west abgefahren ist.

das kann schon mal gute zehn minuten dauern. die ganze zeit stehen und stauen sich dann die autos. direkt vor der klinik. unter der asthmaabteilung. mit laufendem motor.

während abgaswolken und dampfschwaden lustig vereint in der sonne wirbeln, hält drinnen im saal der chefarzt einen vortrag über die vorzüge der seeluft und betont, wie wichtig es sei, mit dem rauchen aufzuhören.

die überdachte raucherInnenecke ist fünfzig meter vom klinikeingang entfernt und stets gut frequentiert. geraucht wird auf dem weg dorthin, unter den fenstern der asthmakranken.

ich atme tief durch, freue mich über die gute luft und darüber, dass zumindest nikotin nicht mehr mein thema ist.


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Kommentare :

  1. haha, köstlicher post!
    wie absurd ist das bloss.
    im allgemeinen scheint diese klinik olfaktorisch für dich nicht optimal gelegen zu sein ;-)

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  2. Hallo Unbekannte,
    Ich möchte nicht ungerecht sein aber es wirkt auf mich so, als würdest du sehr oft in einer Situation nur die unangenehmen Aspekte wahrnehmen (bzw. nur über diese hier berichten). Sei es bei deiner Arbeit, oder jetzt in der Kur. Manchmal empfinde ich deine Posts deshalb als überzogen, und es kommt für mich die Grundaussage nicht mehr rüber. Natürlich ist es dein Gefühlsleben und davon, und von deiner Art dich auszudrücken, habe ich keine Ahnung und auch eigentlich kein Recht darüber zu urteilen...Ist nur so ein Gefühl.
    Viele Grüße von
    Paula

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  3. liebe yael :) seitdem die gülle verflogen ist und die pommesbuden wegen saisonende geschlossen sind, ist es hier auch olfaktorisch wieder angenehmer.


    hallo @"unbekannte" paula, ich weiß nicht so recht, wie ich mit Ihrer ziemlich pauschalen kritik umgehen soll. ich schreibe auf, was ich sehe, was ich erlebe, was das mit mir macht, wie es mir geht und wie ich damit umgehe.
    für Ihre gefühle beim lesen bin ich nicht verantwortlich. wenn Sie sich auf diesen seiten nicht wohlfühlen, wundert es mich, dass Sie immer wieder mitlesen. wenn Sie hier nur das "negative" sehen, tun Sie selbst genau das, was Sie an mir kritisieren: es ist, als ob Sie in einen spiegel schauen und mir vorwerfen, dass Ihnen Ihr eigenes spiegelbild nicht gefällt.
    schade, dass es Ihnen nicht gelingt, im büro für besondere maßnahmen mehr positives zu finden. es steckt nämlich ganz viel drin!

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  4. Hallo Mo,
    ich lese seit geraumer Zeit deine Gedanken in diesem Blog; äußere mich jedoch seltenst bis gar nicht per Kommentar. Den meisten Einträgen ist nicht viel hinzuzufügen - diesen teilweise abstrusen Wahnsinn bzw. die Unlogik des Alltags erlebe ich selber.
    Frau eckt an, wenn sie weiter über das hinaus denkt, was sie sieht und erlebt. Ist so. Leider. Und dann landet man schnell in der Ecke des Pessimismus, der Nörgelei oder gar Besserwisserei.

    Ich unterstelle aber, daß auch du dich von solchen negativen Feedbacks nicht mehr zu dolle treffen läßt.
    Letztendlich: wie kann man denn sonst existieren, wenn man seinem Geist befehlen soll (muß?), zu schweigen?!?!

    Bitte weiter so in deiner unnachahmlichen Art, die Menscheleien deines Umfelds aufzuzeigen.

    Alles Liebe,
    Sanna

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  5. @ sanna :-))
    in diesem leben habe ich gelernt, dass eine kluge frau nicht everybodys darling ist. ich habe auch nicht (mehr) den wunsch danach.

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